Google kauft Divide: Sicherheitslösung für Android à la Samsung KNOX

Andreas Floemer 8

Google hat mit Divide ein Start-Up übernommen, das sich auf Sicherheitsfunktionen für Android-Geräte und iOS spezialisiert hat, die ansatzweise Samsungs Sicherheitlösung Knox ähneln. Die Divide-Belegschaft soll Bestandteil des Android-Teams werden und womöglich eine der nächsten Android-Iterationen Unternehmens-tauglich machen. 

Mit der Übernahme von Divide, ehemals bekannt als Enterproid, hat Google sich einen Spezialisten für Business-Features eingekauft. Die Funktionsweise des Dienstes verfolgt einen ähnlichen Ansatz wie Samsungs Sicherheitslösung Knox. Die Divide-Software setzt auf durch 256-Bit-Verschlüsselungs-Verfahren geschützte sogenannte Container, um sensible Unternehmensdaten vom privaten Bereich getrennt zu halten. Durch eine solche Software besteht die Möglichkeit, Smartphones sowohl privat als auch im Unternehmen zu benutzen, ohne dass unbefugte Dritte Zugriff auf etwaige sensible Daten erlangen. Mithilfe einer Verwaltungs-Software kann ein System-Admin wie bei Knox aus der Ferne Apps, Ordner und Daten verwalten, freischalten, sperren – oder die in der Divide-Sektion befindlichen Daten komplett löschen. Die private Sektion sowie das System selbst bleiben unangetastet. Zur sicheren Verbindung mit den Unternehmens-Servern verfügt Divide zudem über eine VPN-Lösung.

Dass Google an der Integration von Business-Features in einer der nächsten Android-Iterationen werkelt, deutet sich bereits seit einigen Monaten an. Und das ergibt auch viel Sinn, denn der einstige Stern am Business-Himmel – Blackberry – ist weiter am Schwächeln und Apple fasst in diesem Segment allmählich Fuß. Entsprechend ist es an der Zeit für Google, solche Schritte einzuleiten, um Android für den nicht unwichtigen Sektor salonfähig zu machen.

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Die aktuell angebotenen Divide-Lösungen für Android und iOS sollen laut Ankündigung des Unternehmens vorerst weiterhin erhalten bleiben. Wie lange dies der Fall ist, bleibt indes abzuwarten, denn Google ist bekannt dafür Unternehmen zu übernehmen, die entsprechenden Apps, Tools oder Dienste in das eigene Angebot zu integrieren und im Zuge dessen die ursprünglichen Angebote zu schließen. Ob dies auch bei Divide der Fall sein wird ist nicht sicher, denn das Angebot der Unternehmens ist kostenpflichtig – es fallen für die Pro-Version je Nutzer 60 US-Dollar im Jahr an.

Für die Dev-Community und Nutzer, die gerne mal ein neues Custom-ROM auf ihr Gerät flashen, könnte sich eine solche neue Sicherheitslösung unter Umständen als problematisch erweisen. Zumal die Funktion von Root-Apps in den kommenden Android-Versionen schon ohne diese neue Business-Funktion erschwert werden soll. Es bleibt allerdings abzuwarten, wie Google die Divide-Software in Android integriert.

Quelle: Divide [via Re/Code]

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