Man findet die kleinen Aufkleber an Konsolen, Laptops, PCs aber auch im Gehäuse der meisten Smartphones: Unter anderem verwenden Microsoft und Sony auf der XBox und der Playstation Siegel, die bei Entfernung das Erlöschen der Garantie belegen sollen. Das Problem: Nicht nur, dass das nicht stimmt, derartige Aufkleber sind obendrein eigentlich seit vielen Jahren nach U.S.-amerikanischem Recht illegal, wie die Kollegen von Extreme Tech berichten.

Wer sein Smartphone liebt, der benutzt ein Case: Im Falle des Falles muss man sich schließlich auf den Hersteller und dessen Reparaturfertigkeiten verlassen. In den meisten Fällen wird das geliebte Handy dann an entsprechende Vertragspartner der Hersteller weitergeleitet, nicht selten dauert der Reparaturprozess mehrere Wochen und leider manchmal auch mit Komplikationen geplagt.

Zudem sind die Kosten - gerade, wenn etwa Eigenverschulden beim Displaybruch vorliegt - bei der Reparatur nicht selten enorm hoch. Wer jedoch selbst Hand anlegen und sein Gerät reparieren bzw. eine unabhängige Werkstatt um eine Reparatur beten möchte, wird von kleinen Aufklebern seit Jahren davon abgehalten. Die Botschaft: „Wenn du dein Gerät aufmachst und diesen Aufkleber entfernst, kannst du sämtliche Garantieansprüche umgehend vergessen.“

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Reparatur durch Drittanbieter bedeutet nicht automatisch Garantieverlust

Natürlich kann der Hersteller die Garantie verweigern, wenn er beweisen kann, dass durch das Verbauen von nicht zertifizierten Komponenten oder dem Eingriff durch Dritte ein Schaden entstanden ist. Beispielsweise aber die Garantie bei Software-Problemen zu verweigern, nur weil von einer unabhängigen Werkstatt mal das Display oder der Fingerabdrucksensor gewechselt worden ist, ist jedoch rechtlich nicht erlaubt, da der Hersteller den Nutzer über das Produkt unrechtmäßig an die eigenen Dienstleistungen bindet, so die Richtlinien der Zulassungsbehörde FCC. Das musste Apple beim Skandal um den Error 53 feststellen, der bei nicht autorisierten Reparaturen das Smartphone unbrauchbar machte.

Aufkleber werden wohl leider weiterhin gängige Praxis bleiben

Weshalb verwenden die Hersteller aus den USA also weiterhin solche Aufkleber, wenn das Ganze doch eigentlich offenkundig illegal ist? Für den einzelnen Kunden ist eine Gerichtsklage offenbar völlig unsinnig, weil die Kosten für den Prozess inklusive Anwalt den Wert der Geräte deutlich übersteigen. Falls das eigene Gerät also mal kaputtgehen sollte und man eine unautorisierte Reparatur durchführt oder durchführen lässt, wird es in den seltensten Fällen zu einer Klage gegen Hersteller kommen, nur weil der die Garantie verweigert.

Noch schwieriger dürfte es für europäische Kläger werden, sich gegen derartiges Vorgehen zu wehren, da die Rechtslage mangels eines Präzedenzfalls nicht eindeutig ist. Selbst wenn sich also hierzulande eine oder mehrere Personen für eine Klage finden würden, wäre ein Erfolg vor Gericht nicht gewährleistet. Solange in Amerika nicht das Verbot derartiger Siegel rigoros durchgesetzt wird, haben die Nutzer in hiesigen Gefilden ebenfalls weiterhin das Nachsehen.

Eigentlich ist der Kunde aber hier im Recht und die Warranty-Void-Aufkleber haben auf moderner Technik nichts mehr zu suchen - immerhin sind wir jetzt etwas schlauer.

via Extreme Tech, Bild: Wade Tregaskis Flickr CC BY-NC 2.0

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Tuan Le
Tuan Le, GIGA-Experte.

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