Samsung Galaxy: Hauseigene Apps wie ChatON, S Memo und S Voice werden kaum genutzt

Andreas Floemer 30

Samsungs Android-Smartphones sind bekanntlich vollgestopft mit Anwendungen aus eigener Entwicklung – vom Messenger ChatON, über den Sprachassistenten S Voice, die Notizen-AppS Memo, die Fitness-Anwendung S Health bis hin zum eigenen Musik-Player. Das sogar zusätzlich zu den ohnehin vorhandenen Anwendungen Googles. Einer Studie zufolge sind viele Nutzer offenbar wenig von den Samsung-Apps begeistert, denn sie werden so gut wie nicht genutzt.

Samsung Galaxy: Hauseigene Apps wie ChatON, S Memo und S Voice werden kaum genutzt

Samsung ist der Branchenprimus auf den Sektor der Android-Smartphones. Die recht gelungenen Topmodelle der letzten Jahre und die schiere Menge an Geräten der Einsteiger- und Mittelklasse haben dem südkoreanischen Unternehmen zum Aufstieg verholfen. Markenzeichen der Geräte sind neben dem markanten Homebutton auch die Touchwiz-Oberfläche, die Samsung Googles Android-OS überstülpt, um den Geräten eine eigene Note zu verleihen. Damit lässt Samsung es aber nicht bewenden, denn das Unternehmen versieht die Geräte noch mit allerhand Zusatz-Apps, die dem Nutzer einen Mehrwert bieten sollen – sogar ein eigenen Marktplatz, „Samsung Apps“ genannt, hat das südkoreanische Unternehmen seinen Geräten verabreicht.

Dass aber kaum jemand diese Anwendungen nutzt, zeigt nun eine Studie auf, die von Strategy Analytics durchgeführt wurde. Das Forschungsunternehmen hat das Verhalten von 250 US-amerikanischen Besitzern eines Samsung Galaxy S3 oder S4 über einen Zeitraum von einem Monat untersucht und ist dabei zum Schluss gekommen, dass die vorinstallierten Anwendungen, die sich übrigens nur mit Rootrechten deinstallieren lassen – kaum bis nie verwendet werden.

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Den Ergebnissen zufolge sind die meist genutzten Samsung-Apps S Memo, Samsungs Notiz-App, mit einer durchschnittlichen monatlichen Aktivzeit von 3,9 Minuten, gefolgt von S Voice, der Sprachsuche, mit 3,6 Minuten. Zum Vergleich: Die monatliche Verweildauer auf Facebook schlägt mit sagenhaften 664,1 Minuten (circa 11 Stunden) und die Instagram-Nutzung mit 151 Minuten (etwa 2,5 Stunden) zu Buche. YouTube wurde durchschnittlich 146,7 Minuten genutzt. Selbst der Play Store und die Google-Suche werden mit 52,4 und 29,8 Minuten monatlich weit intensiver verwendet als die Anwendungen aus dem Hause Samsung. ChatON, Group Play und Samsung Link bringen es jeweils auf eine „exorbitante“ monatliche Nutzungsdauer von jeweils 0,1 Minuten.

Für Samsung dürften diese Erkenntnisse sehr ernüchternd sein, schließlich ist es nicht so, dass man die Anwendungen in einer Nacht- und Nebelaktion entwickelt hat, sondern sie mit großen Zeit- und Kostenaufwand konzipiert wurden. Dass bei Samsung allerdings Nachholbedarf in Sachen Qualität der eigenen Software bestehe, hatte selbst Samsung Electronics-Vorsitzender Lee Kun-hee im Januar dieses Jahres zu Protokoll gegeben. Ebenso hieß es bereits im November letzten Jahres im Zuge des Samsung Analyst Day, dass der Fokus verstärkt auf Software gelegt werden müsse. Dies verwundert indes kaum, denn gerade High End-Smartphones unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Spezifikationen zurzeit wenig. Hersteller müssen aus diesem Grund in Sachen Software-Features nachlegen – allerdings nicht bei solchen, die es sowieso schon gibt und zuverlässig funktionieren, sondern tatsächlichen Mehrwert zu bieten haben.

Samsung-Nutzer: Was haltet ihr von den Samsung-Apps – und der Nutzeroberfläche TouchWiz?

Quelle: WSJ [via SamMobile]

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