Gpedit.msc fehlt? So bekommt man es für Windows 10 & 8.1 sowie Windows 7

Kristina Kielblock
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Der Group Policy Editor oder auf deutsch der Gruppenrichtlinien-Editor, kurz Gpedit, ist ein Tool für Administratoren oder andere fortgeschrittene Windows-Benutzer, um das Arbeiten mit der Registry zu vereinfachen. Wer Windows 10 in der Home oder Starter Edition verwendet bzw. Windows 8.1 oder gar 7 in den Basisversionen benutzt, muss diesen nützlichen Editor leider nachrüsten.

Gpedit.msc fehlt? So bekommt man es für Windows 10 & 8.1 sowie Windows 7

Gpedit.msc bei Windows 10, 8.1 und Windows 7 nicht vorhanden?

Microsoft hat tatsächlich den Gruppenrichtlinien-Editor nicht bei allen Windows-Versionen spendiert. Wer die Windows 7 Home Edition, Home Basic oder die Starter-Edition als Betriebssystem verwendet, wird dort keinen Gpedit finden können und ebenso verhält es sich mit den entsprechenden Windows 10-Versionen. Und auch jene trifft es, die Windows 8 oder 8.1 und nicht Windows 8 Pro oder Enterprise benutzen. Gpedit ist also zu einem Tool geworden, das es nur noch gegen Aufpreis gibt. Wer es dennoch verwenden möchte, hat aber die Option es nachträglich zu installieren.

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Welche Windows-Version ist auf dem Rechner und ist wirklich kein Gpedit dabei?

Bevor ihr mit der Nachrüstung startet, solltet ihr überprüfen, welches Windows auf eurem Rechner installiert ist und ob wirklich kein Gpedit da ist:

  • Gpedit suchen: Start ->Suchfeld: Gpedit.msc eingeben -> wenn die Fehlermeldung erscheint, könnt ihr sicher sein, dass das Programm nicht vorhanden ist.
  • Windows-Version prüfen: Systemsteuerung -> System und Sicherheit -> System: Jetzt seht ihr die technischen Daten eures Betriebssystems und merkt euch am Besten gleich, ob ihr ein 64-bit oder 32-bit Betriebssystem betreibt, da diese Unterscheidung beim Nachrüsten von Gpedit wichtig wird.
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 Gpedit.msc ohne Upgrade nachinstallieren – so geht`s

Im Folgenden stellen wir euch zwei Wege vor, die nach User-Angaben sowohl für Windows 7 & Windows 8, als auch für Windows 10 gangbar sind, sich aber erheblich in ihrer Komplexität unterscheiden. Die erste Möglichkeit basiert auf dem Download eines Freeware-Hilfsprogramms, das für euch einige der Schritte unternimmt, die ihr bei der zweiten Lösung manuell erledigen müsst, was einige Zeit erfordert.

1. Gpedit nachinstallieren mit Programm-Download

Mit dem kostenlosen Programm von “davehc”, das originär im Windows 7 Forum erstmalig gepostet wurde, könnt ihr euch die Installation von Gpedit vereinfachen. Der Download des Programms wird inzwischen auf verschiedenen Seiten angeboten – für Virenfreiheit übernehmen wir keine Gewähr, lasst die Datei also von einem Virenscanner und Anti-Malware-Programm prüfen, bevor ihr sie ausführt!

Habt ihr das Programm heruntergeladen und mit WinRar oder ähnlicher Software entpackt, startet ihr das Setup und die benötigten Dateien werden installiert und ihr könnt den Editor Gpedit über die Suchmaske des Startmenüs finden und starten. Bitte beachtet dabei:

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  1. Für alle mit einem 32-bit Windows (x86)-Rechner sollte die Installation problemlos ablaufen und ihr könnt anschließend den Group Policy Editor mithilfe der Konsole finden bzw. über die Eingabeaufforderung starten.
  2. Für Windows 7 / 8 / 10 64-bit (x64) Benutzer: Ihr müsst zusätzlich den “SysWOW64” Ordner, der sich unter C:\Windows befindet, aufsuchen und die Ordner “GroupPolicy“, “GroupPolicyUsers” sowie die Gpedit-Datei kopieren und sie in den Ordner “C:\Windows\System32” ablegen.
  3. Ihr habt alles getan und erhaltet trotzdem die Fehlermeldung: “MMC konnte das Snap-in nicht erstellen”. Dann: Startet die Installation und lasst den letzten Schritt geöffnet – also nicht auf “Fertigstellen” klicken. Sucht den Ordner C:\Windows\Temp\gpedit\ auf. Habt ihr die 32-bit Edition, vollzieht ihr einen Rechtsklick auf x86.bat und wählt die Option “Öffnen mit -> Notepad”. Im Falle der 64-bit Version, Rechtsklick auf die x64.bat Datei und wählt “Öffnen mit -> Notepad”. Ihr findet dann die folgende Zeichenfolge in den insgesamt 6 Zeilen: %username%:f. Das editiert ihr zu %username%:f, ergänzt also die Anführungsstriche. Speichert das und führt die Datei aus – das Problem sollte behoben sein.
  4. Falls nicht: Ladet euch die Zip-Datei von dieser Seite herunter – ihr findet den Link unter der Überschrift Solving common problems running gpedit.msc am Ende des Artikels. Die Datei entpackt ihr in den Ordner C:\Windows\Temp\gpedit\. Damit sollten die beiden Dateien x86.bat und x64.bat ersetzt sein.

2. Gpedit manuell in Windows 10, 8 & 7 nachinstallieren

In diesem Fall extrahiert ihr die Gpedit-Dateien manuell aus Windows und passt anschließend die Registry an. Wie bereits erwähnt, erfordert dieses Vorgehen Zeit, Genauigkeit und ist anfällig für Fehler. Wie eigentlich immer, gilt auch hier: Nicht anfangen, bevor ihr nicht ein Back-Up eurer Festplatte erstellt habt! Am Ende des Artikels findet ihr ein Video, das die einzelnen Schritte zeigt, vielleicht wollt ihr das anschauen, bevor ihr folgenden – ziemlich komplexen Text durcharbeitet.

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  1. Verzeichnisse vorbereiten: Ihr müsst ca. 320 Dateien aus Windows extrahieren. Um dabei den Überblick zu behalten, müsst ihr zuvor einige Ordner anlegen. Öffnet den Explorer und erstellt einen neuen Ordner mit dem Namen “Gpedit”. Dann öffnet ihr diesen Ordner und erstellt Unterordner mit den Namen “PolicyDefinitions” und “System32″, die ihr wiederum öffnet und jeweils ein Unterverzeichnis mit dem Namen “de-DE” erstellt.
  2. Dateien extrahieren: Alle Dateien, die Gpedit benötigt, findet ihr im Ordner WinSxS. Jetzt wird es wichtig, ob ihr eine 32-bit oder 64-bit Version betreibt, denn im Falle der 64-bit Edition enthält der WinSxS-Ordner auch 32-bit Dateien. Unterscheiden könnt ihr sie am Pfadnamen, dieser beginnt bei einer 32-bit-Version mit x86 und bei einer 64-bit-Version mit amd64. Folglich sind für 64-bit Benutzer nur Dateien relevant, die in einem Ordner liegen, dessen Bezeichnung mit amd64 beginnt. Ihr müsst Programmdateien und Gruppenrichtlinien-Dateien extrahieren. Um die passenden Dateien zu finden, öffnet ihr den Explorer und navigiert zum Ordner C.\Windows\WinSxS. Diesen Ordner durchsucht ihr auf folgende Dateien:
  • Programmdateien: AdmTmpl.dll, appmgmts.dll, AuditNativeSbapIn.dll, Microsoft.GroupPolicy.AdmTemplEditor.dll, Microsoft.GroupPolicy.Interop.dll, Microsoft.GroupPolicy.Reporting.dll, ppcsnap.dll, scecli.dll, scrptadm.dll, SrpUxNativeSnapIn.dll -> diese Dateien kopiert ihr in den Ordner “Gpedit\System32″.
  • Sprachdateien: AdmTmpl.dll.mui, appmgmts.dll.mui, AuditNativeSnapIn.dll.mui, Microsoft.GroupPolicy.AdmTemplEditor.Resources.dll, Microsoft.GroupPolicy.ReportingResources.dll, ppcsnap.dll.mui, Scrptadm.dll.mui, SrpUxNativeSnapIn.dll.mui -> diese Dateien kommen in das Verzeichnis “Gpedit\System32\de-DE”.
  • Gruppenrichtlinien-Dateien: Diese Dateien enden auf ADMX und bei ihnen spielt die Unterscheidung zwischen 32-bit und 64-bit keine Rolle, ihr müsst also nicht darauf achten. In das Suchfeld des Explorers gebt ihr *.admx ein und wenn die Suche abgeschlossen ist, markiert ihr alle Dateien und kopiert sie in den Ordner “Gpedit\PolicyDefinitions”. Damit die Richtlinien in deutscher Sprache angezeigt werden können, müsst ihr auch noch die Dateien mit der Endung *.adml zusammensuchen und in den Ordner “Gpedit\PolicyDefinitions\de-DE” kopieren.

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Der größte Teil der Arbeit ist jetzt überstanden, alle wichtigen Dateien sind gesammelt, aber nun benötigt ihr noch das sog. Snap-In “Gpedit.msc”, das wieder sowohl in einer 32-bit, als auch in einer 64-bit Variante vorliegt. Das Snap-In selbst besteht auch wieder aus einer Sprachdatei und einer Programmdatei, die Dateien sind gleich benannt, können aber durch den Ordner, in dem sie abgelegt sind, unterschieden werden. Der Ordnername der Sprachdatei enthält die Bezeichnung “_de-de_” -> diese Datei kopiert ihr in das Verzeichnis “Gpedit\System32″ und die Programmdatei befindet sich im Ordner, dessen Namen die Zeichenfolge “_none_” enthält -> diese Datei muss in den Ordner “Gpedit\System32\de-DE”.

Jetzt müssen die gesammelten Dateien in die Windows-Systemordner kopiert werden. Da eure neu angelegte Ordnerstruktur der von Windows entspricht, werden die Dateien automatisch an die richtige Stelle kopiert. Öffnet dazu den Ordner “Gpedit” und kopiert den Inhalt. Dann wechselt ihr in das Verzeichnis “Windows” und fügt die Dateien ein. Auftauchende Windows-Abfragen könnt ihr alle mit “Ja” beantworten – wenn ihr darauf hingewiesen werdet, dass einige Dateien bereits vorhanden sind, klickt ihr auf “Nicht kopieren”.

Damit der Gruppenrichtlinieneditor richtig funktioniert müsst ihr die Registry-Einträge anpassen.

  • Dazu müsst ihr die Gpedit.reg-Datei herunterladen. Die Registry-Datei wird von Windows im laufenden Betrieb nicht angenommen, daher müsst ihr sie entweder von außerhalb – über einen USB-Speicher – oder über Windows -> Start -> “Computer reparieren” aktivieren.
  • Dazu drückt ihr F8 gleich nach dem BIOS und wählt damit die erweiterten Startoptionen aus -> klickt auf “Computer reparieren” -> öffnet die Eingabeaufforderung -cmd- und gebt “regedit” ein und drückt Enter.
  • Der Registry-Editor sollte sich nun öffnen. Hier markiert ihr den Eintrag “HKEY_Local_MACHINE” -> klickt auf Datei und Struktur laden.
  • Navigiert zu “Windows\System32\config” und ladet die Datei “Software”, im dann erscheinenden Eingabefenster gebt ihr die Zeichenfolge win ein. Dann klickt ihr auf Datei importieren und wählt die Gpedit.reg-Datei aus. Zum Schluss markiert ihr den Ordner bzw. Schlüssel “HKEY_LOCAL_MACHINE\Win” und ordnet über einen Rechtsklick “Struktur entfernen” an.

Mit der Windows Taste + R kommt ihr nach dem Neustart zur Kommandozeile und gebt dort Gpedit.msc ein und drückt Enter. Wenn alles geklappt hat, solltet ihr nun den Gruppenrichtlinien-Editor verwenden können. 

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