Anouk Theiler: WhatsApp-Kettenbrief warnt vor Virus – das steckt dahinter

Selim Baykara

Auf WhatsApp und Facebook verbreitet sich seit Kurzem eine Warnung vor einem Kontakt namens Anouk Theiler. Nimmt man den Kontakt an, wird angeblich die Festplatte des Benutzers zerstört. Viele Nutzer sind verunsichert und fragen sich, ob es sich dabei um eine echte Warnung oder wieder einmal nur um einen Kettenbrief bzw. Hoax handelt. Wir haben uns die ganze Geschichte einmal genau angeschaut.

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Das steckt hinter Hoaxes, Fakes und Betrug im Internet

In regelmäßigen Abständen tauchen Katastrophenmeldungen in den sozialen Medien auf, die in kurzer Zeit ein Riesenpublikum erreichen und zahlreiche Nutzer verunsichern. Seit Kurzem Mal sorgt eine Warnung für Unruhe, die massenhaft über WhatsApp und Facebook verbreitet wird. In der Nachricht heißt es, dass sich hinter einem Kontakt namens Anouk Theiler ein gefährlicher Virus verberge. Auch vor einer Telefonnummer wird gewarnt -  man dürfe den Anruf keinesfalls annehmen, da hier ein Hacker dahinterstecke.

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Anouk Theiler: Warnung vor Hacker auf WhatsApp

Natürlich handelt es sich hierbei mal wieder um völligen Blödsinn – die gleiche Warnung tauchte inzwischen schon mehrere Male auf Facebook und Co. auf. Beim letzten Mal hieß der Kontakt allerdings noch Tobias Mathis, davor wurde auch auch schon vor einer Dame names Ute Lehr gewarnt. Ansonsten ist aber alles beim Alten geblieben: Man soll die Nummer nicht annehmen, da der Virus sich ansonsten durch die gesamte Kontaktliste „fresse“. Auch Europ1 und Sat1 hätten schon vor dem Virus gewarnt – alles genau so wie beim letzten Mal und frei erfunden. Es gibt keinen Hacker namens Anouk Theiler, Tobias Mathis oder mit welchem Namen auch immer, der einfach so alle Daten auf der Festplatte löscht.

Ute Lehr: Kettenbrief auf WhatsApp mit Warnung vor Virus – Stimmt das?

Ursprünglicher Artikel

Angeblich hätten auch schon die Fernseh-Sender Sat- und Europ1 vor dem Hacker- bzw. Virus-Angriff gewarnt, so die Botschaft, die man mit allen Kontakten teilen soll, um diese ebenfalls zu warnen. In Wirklichkeit ist die ganze Geschichte allerdings (mal wieder) frei erfunden. Wer sich ein wenig zurückerinnert, wird sich an den Kettenbrief erinnern, der bereits 2015 vor dem Kontakt Ute Christoff warnte. Damals wurde auch vor den Namen Marcel Hohmann, Christian Wick, Domenik Beuting oder Ute Christoff gewarnt – bei der neuerlichen Warnung handelt es sich einfach um eine Abwandlung dieser Meldung.

Der Verein zur Aufklärung über Internetbetrug hat auf Facebook sogar eine eigene Seite für die beiden Utes eingerichtet, Angst haben muss man aber dennoch nicht. Die Telefonnummer in der Nachricht existiert nicht – wer sie versucht anzurufen, bekommt nur die Meldung, dass sie nicht erreichbar sei. Davon abgesehen ist bislang noch kein Fall bekannt geworden, in dem es gelang, ein Handy per Anruf oder über einen Kontakt zu hacken. Vor einiger Zeit gab es zwar den Fall, dass unter iOS 10 ein Adressbuch-Kontakt die Nachrichten-App iMessage lahmlegte. Hierbei handelte es sich aber nicht um einen Virus und mit WhatsApp hatte das auch nichts zu tun.

Warnung auf Facebook, WhatsApp und Co. vor Ute Lehr: Das steckt hinter dem Hoax

Bei der Warnung vor Anouk Theiler, Tobias Mathis, Ute Lehr und Co. handelt es sich letztlich um eine moderne Form des altbekannten Kettenbriefs. In sozialen Netzwerken wie WhatsApp und Facebook werden diese Botschaften sehr häufig verteilt, meist handelt es sich dabei um schockierende Meldungen oder Warnungen, die man mit so vielen Bekannten und Freunden teilen soll. Die meisten dieser Nachrichten sind frei erfunden, aufgrund der Allgegenwart von WhatsApp und Co. erreichen die Meldungen dennoch ein sehr großes Publikum.

Einige Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit:

In den meisten Fällen tauchen diese Meldungen nach einer gewissen Zeit erneut auf, häufig auch in leicht abgewandelter Form, so wie auch jetzt bei dem angeblichen Virus Ute Lehr/ Ute Christoff. Wer einige dieser Kettenbriefe auf WhatsApp und Co gesehen hat, erkennt die immer gleichen Muster:

  • Die Warnung ist meist besonders dringend und sensationserregend.
  • Der Nutzer soll aktiv werden und die Meldung mit so vielen Kontakten wie möglich teilen.
  • Belastbare Quellen fehlen meistens bzw. werden nur namentlich erwähnt aber nicht verlinkt (so wie hier der Verweis auf Sat1).
  • Die Meldung taucht ausschließlich in den sozialen Medien auf.

Facebook Thumbs Down Banner

Weitere Tipps, wie ihr solche Warnungen als Fälschungen entlarven könnt, findet ihr in unserem Special zum Thema: Fake-News auf Facebook, Google und Co. erkennen – Darauf müsst ihr achten. Wir zeigen euch außerdem in unserer Top 10, was 2016 die viralsten Fake-News auf Facebook waren.

Bildquelle Artikelbild: igorstevanovic, Antonio Guillem

Weitere Themen: Social Media, WhatsApp Inc.

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