Unser Leben findet zunehmend im Internet statt und das bedeutet vor allem eins: haufenweise Passwörter. Damit ihr euch die nicht alle selber merken müsst, gibt es glücklicherweise kostenpflichtige und kostenlose Passwort-Manager. Sie verwalten Passwörter und geben diese beispielsweise automatisch in Eingabefelder ein, um euch das Leben zu erleichtern. GIGA stellt die besten Tools vor und erklärt, worauf man unbedingt achten sollte.

Je mehr Plattformen wir im digitalen Raum verwenden, desto mehr Passwörter müssen wir uns auch merken. Oder doch nicht? Die Lösung für dieses Problem stellen sogenannte Passwort-Manager dar. Inzwischen gibt es in diesem Bereich zahlreiche Anbieter, die mit teils sehr unterschiedlichen Funktionen ausgestattet sind. Ebenfalls unterscheiden sie sich im Preis, denn es gibt sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Lösungen.

Stiftung Warentest hat 14 Passwort-Manager geprüft. Wir stellen die besten fünf vor und erklären euch, worin sie sich unterscheiden. Was bei Passwort-Managern zu beachten ist und wann sich die Nutzung lohnt, erfahrt ihr ebenfalls hier.

Passwort-Manager 2020 im Test: Die Testsieger im Überblick

Platzierung Produkt Preis Angebot
Der Testsieger: Keeper 29,99 Euro/Jahr Bei Keeper Security
Die höchste Sicherheit: 1Password ca. 36 Euro/Jahr Bei 1Password
Die kostenlose Alternative: KeePass kostenlos Bei KeePass
Die beste Handhabung: Dashlane 39,99 Euro/Jahr
Ideal für Puristen: LastPass ca. 32 Euro/Jahr Bei LastPass

Der Testsieger: Keeper

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Der Testsieger unter den Passwort-Managern mit einer Endnote von 2,4 (gut) ist Keeper, so Stiftung Warentest. Passwörter werden geräteübergreifend gespeichert und ihr könnt euch auf Webseiten sogar mittels Fingerabdruck oder Gesicht anmelden. Der Passwort-Manager kostet 29,99 Euro im Jahr und ist damit einer der günstigsten auf dieser Liste.

Keeper Security bietet darüber hinaus noch weitere Services an, die optional für einen entsprechenden Aufpreis dazugebucht werden können. So gibt es beispielsweise den Messenger KeeperChat, einen Dateispeicher sowie das Darknet-Überwachungswerkzeug BreachWatch“. Für sicherheitsbewusste Eltern gibt es außerdem ein Familienabo (bis zu fünf Personen) für 59,99 Euro im Monat. Es gibt auch eine kostenlose Version von Keeper“, die Nutzung beschränkt sich aber auf ein einzelnes Gerät. Die Ausfüllfunktion funktioniert außerdem nur auf Mobilgeräten.

Vorteile:

  • Günstiger Preis
  • Kostenlose Version
  • Familienabo

Nachteile:

  • Umständliche Installation und Inbetriebnahme
  • Mängel in den Nutzungsbedingungen/AGB

Mängel in den Nutzungsbedingungen/AGB: Die Stiftung Warentest hat die Nutzungsbedingungen der jeweiligen Anbieter durch einen Juristen prüfen lassen und dies entsprechend in den Testergebnissen vermerkt. Konkret sind damit Klauseln gemeint, die Nutzer unter Umständen benachteiligen könnten, oder aber unverständlich formulierte AGB, da die jeweiligen Texte beispielsweise nur auf Englisch verfügbar sind.

Die höchste Sicherheit: 1Password

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Auf dem zweiten Platz mit der Endnote 2,5 (gut) landet bei Stiftung Warentest der Passwort-Manager 1Password von AgileBits. Als Besonderheit unterstützt der Passwort-Manager neben macOS, iOS, Windows, Android und Linux sogar ChromeOS. Ein derart hohes Maß an plattformübergreifender Kompatibilität bietet kein anderer Anbieter.

Mit rund 36 Euro pro Jahr ist dieser Passwort-Manager zwar etwas teurer als Keeper, dafür sind viele nützliche Funktionen wie Alarme für gefährdete Websites oder ein sicherer Dokumentenspeicher bereits im Preis inbegriffen. Die Option für ein Familienabo besteht ebenfalls. Eine fünfköpfige Familie zahlt hier knapp 60 Euro pro Jahr, bei Bedarf können für einen entsprechenden Aufpreis weitere Personen hinzugefügt werden.

Vorteile:

  • Für fast alle Plattformen erhältlich
  • Flexibles Familienabo

Nachteile:

  • Keine deutsche Gebrauchsanleitung
  • Mängel in den Nutzungsbedingungen/AGB

Die kostenlose Alternative: KeePass

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„KeePass“ ist ein kostenloser Passwort-Manager, der auch Open-Source ist. Stiftung Warentest vergibt die Note 2,5 (gut), wodurch der Passwort-Manager genauso gut wie die kostenpflichtige Konkurrenz ist. Dennoch gibt es einen wichtigen Unterschied zu den bisher vorgestellten Passwort-Managern: Die Einrichtung und Handhabung von KeePass setzt nämlich mehr technisches Vorwissen voraus. Außerdem gibt es von offizieller Seite aus nur eine Windows-App. Um „Keepass“ auf anderen Plattformen zu nutzen, benötigt ihr Drittanbieter-Apps.

Dafür profitieren Nutzer von der Transparenz seitens der Entwickler, da sie ihren Programmcode öffentlich zugänglich machen und er somit jederzeit von Dritten eingesehen werden kann. Auf diese Weise können sowohl interne als auch externe Entwickler zur Verbesserung der Software beitragen.

Vorteile:

  • Komplett Kostenlos
  • Open-Source

Nachteile:

  • Komplizierte Einrichtung
  • Umständliche Handhabung
  • Offiziell nur für Windows verfügbar

Die beste Handhabung: Dashlane

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Dashlane: Wilkommen im Passwort-Paradies.

Mit einem Testergebnis von 2,7 (befriedigend) landet Dashlane auf Platz 4 bei Stiftung Warentest. Besonders gelobt wird bei diesem Passwort-Manager vor allem die intuitive Handhabung. Mit etwa 40 Euro pro Jahr ist diese Lösung zwar die teuerste, hat aber viele nützliche Extras. Darunter die Dark-Web-Überwachung sowie ein VPN für WLAN-Schutz.

Dashlane gibt es auch in einer kostenlosen Variante, allerdings mit beschränktem Funktionsumfang. Hier kann nur eine begrenzte Zahl an Passwörtern gespeichert werden. Die App lässt sich nur mit einem Gerät gleichzeitig nutzen. Im Gegensatz zur Konkurrenz entfällt bei Dashlane derzeit außerdem die Option für ein Familienabo.

Vorteile:

  • Einfache Handhabung
  • VPN inbegriffen
  • Kostenlose Version

Nachteile:

  • Hoher Preis
  • Kein Familienabo
  • Mängel in den Nutzungsbedingungen/AGB

Ideal für Puristen: LastPass

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LastPass but not least: Mit einer Endnote von 2,8 (befriedigend) landet „LastPass“ bei Stiftung Warentest auf Platz 5. „LastPass“ ist eher als Browser-Erweiterung gedacht. Es gibt zwar eine App für Android und iOS, aber keine für euren Rechner. Ähnlich wie bei Dashlane habt ihr hier erneut die Wahl zwischen einer kostenlosen, abgespeckten oder kostenpflichtigen Variante für rund 32 Euro im Jahr.

Zwar finden sich viele Funktionen der Konkurrenzprodukte in LastPass wieder, doch selbst die bezahlte Variante muss auf einige Features wie beispielsweise die Darknet-Überwachung oder einen VPN verzichten. Dafür können Familien mit bis zu sechs Mitgliedern vom Familienabo für etwa 43 Euro pro Jahr profitieren.

Vorteile:

  • Kostenlose Version
  • Preiswertes Familienabo

Nachteile:

  • Reduzierter Funktionsumfang
  • Keine Desktop-App
  • Mängel in den Nutzungsbedingungen/AGB

Die besten Passwort-Manager 2020: So wurde getestet

Entscheidet man sich für einen Passwort-Manager, so kann das den digitalen Alltag unheimlich erleichtern. Ihr müsst euch nur noch ein einziges Masterpasswort merken, das Programm erledigt den Rest für euch. Allerdings unterscheiden sich die Anbieter in bestimmten Punkten teils sehr stark voneinander. Welche Funktionen bietet der Passwort-Manager genau? Welche davon benötige ich und warum? Wie sicher sind die Lösungen und wie intuitiv ist ihre Benutzung?

Um etwas mehr Klarheit in die Angelegenheit zu bringen, hat die Stiftung Warentest insgesamt 14 Passwort-Manager getestet. Die wichtigsten Faktoren waren Sicherheitsfunktionen (30 Prozent), Handhabung (30 Prozent), Funktionsumfang (25 Prozent), Basisschutz persönlicher Daten (15 Prozent) und Mängel in Nutzungsbedingungen/AGB (0 Prozent). Weitere Details zum Testverfahren und die ausführlichen Testergebnisse sind kostenpflichtig bei test.de zu finden.

Passwort-Manager: Darauf sollte man unbedingt achten

Es gibt viele Passwort-Manager, die sich eure Passwörter merken und praktische Funktionen haben. Je nachdem wie ernst ihr es mit dem Schutz vor etwaigen Cyber-Angriffen meint, kommt man um kostenpflichtige Dienste kaum herum. Bevor ihr euch für einen Passwort-Manager entscheidet, gibt es einige Dinge zu beachten. Daher folgen nun die wichtigsten Infos.

Wie funktioniert ein Passwort-Manager?

Das Grundprinzip ist bei fast allen Passwort-Managern gleich: In ihm werden all eure Passwörter samt zugehöriger Webseite für den Login gespeichert. Um den Passwort-Manager samt euren Passwörtern zu schützen, vergebt ihr am Anfang ein sogenanntes Masterpasswort. Beim Öffnen des Passwort-Managers gebt ihr dann nur euer Masterpasswort ein und könnt auf alle anderen Passwörter zugreifen. Die meisten Lösungen beinhalten zusätzlich einen Passwortgenerator, der automatisch sichere Passwörter erstellt. Sicher bedeutet in diesem Zusammenhang, dass es mindestens acht Zeichen lang ist und idealerweise sowohl Groß-/Kleinbuchstaben als auch Zahlen sowie Sonderzeichen enthält. Je länger und komplexer das Passwort, desto besser. Das gilt insbesondere für euer Masterpasswort.

Da ihr automatisch auf Websites oder in Apps eingeloggt werdet, müsst ihr euch keines dieser Passwörter merken. Lediglich das Masterpasswort solltet ihr stets parat haben. Merkt euch aber das Passwort gut! Solltet ihr es vergessen, könnt ihr nicht mehr auf alle anderen gespeicherten Passwörter zugreifen. Informiert euch im Idealfall vorher, ob der Anbieter des Passwort-Managers euch bei einem vergessenen Masterpasswort aushelfen und beispielsweise ein neues Masterpasswort setzen kann.

Wie sicher sind solche Tools?

Sowohl euer Masterpasswort als auch alle anderen Passwörter werden durch mehrere Methoden verschlüsselt für maximale Sicherheit. Bekannte Verschlüsselungsmethoden sind der „Advanced Encryption Standard“ (AES) und die Password-Based Key Derivation Function 2“ (PBKDF2). Eure Passwörter werden also nie im Klartext, sondern als zufallsgenerierte Abfolge von Buchstaben, Zeichen und Ziffern abgespeichert und sind somit theoretisch unknackbar. Wie ihr euch selbst sichere Passwörter ausdenkt, verraten wir euch im folgenden Video:

Nie wieder dumme Passwörter! – TECHfacts.

Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, werden diese verschlüsselten Passwörter nur lokal und auf abgesicherten Servern des Anbieters gespeichert, damit sie zwischen euren Geräten synchronisiert werden können. Einzige Ausnahme bildet das Masterpasswort, dieses wird aus Sicherheitsgründen nie in irgendeiner Form gespeichert oder übermittelt. Ebenso lassen sich viele Passwort-Manager auch noch mit biometrischen Authentifizierungsmethoden kombinieren, also einem Fingerabdruck oder Gesichtserkennung.

Wann sollte ich einen Passwort-Manager verwenden?

Angenommen ihr kauft euch ein teures Fahrrad und möchtet es vor Diebstahl schützen. Im Idealfall greift ihr also zu einem qualitativ hochwertigen Schloss. Das Schloss allein reicht aber nicht, denn es ist ebenso wichtig, dass ihr das Fahrrad vernünftig absperrt. Ähnlich verhält es sich mit Passwörtern, die unser digitales Leben vor Betrug oder anderem Missbrauch schützen sollen. Folgende Vorteile bringen Passwort-Manager mit sich:

  • nur noch ein Passwort merken (Masterpasswort)
  • Automatische Anmeldung auf Websites oder in Apps
  • Autoversvollständigen von Formularen und Zahlungsdaten
  • Passwortgenerator
  • Geräteübergreifender Passwortspeicher
  • VPN für sicheres Surfen im Internet
  • Darknet-Überwachung und Alarme bei Sicherheitsverstößen
  • Sicherer Dateispeicher

Selbstverständlich haben solche Tools ebenso Nachteile:

  • Abhängigkeit durch die Software
  • Erhöhter Aufwand bei der Ersteinrichtung
  • Möglicher Verlust des Masterpassworts bedeutet den Verlust aller anderer Passwörter
  • Oftmals kostenpflichtige Software

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