Unser Leben findet zunehmend im Internet statt und das bedeutet vor allem eins: Haufenweise Passwörter merken. Es geht aber auch anders – die Antwort nennt sich Passwort-Manager. GIGA stellt die besten kostenlosen sowie kostenpflichtigen Tools vor und erklärt, worauf man unbedingt achten sollte.

 

Dashlane

Facts 

Inzwischen gibt es zahlreiche Anbieter derartiger Software, die teils mit sehr unterschiedlichen Funktionen ausgestattet sind und sich ebenso im Preis unterscheiden. Wir stellen die besten Passwort-Manager laut Stiftung Warentest inklusive Empfehlungen aus der Redaktion vor. Außerdem erklären wir euch, worin sich die einzelnen Anwendungen unterscheiden und wann sich die Nutzung lohnt.

Passwort-Manager 2020 im Test: Die Testsieger im Überblick

Platzierung Produkt Preis Angebot
Der Testsieger: Keeper 35 Euro/Jahr Zu Keeper Security
Die höchste Sicherheit: 1Password 36 Euro/Jahr Zu 1Password
Die kostenlose Alternative: KeePass kostenlos Zu KeePass
Die beste Handhabung: Dashlane 40 Euro/Jahr Zu Dashlane
Ideal für Puristen: LastPass 34 Euro/Jahr Zu LastPass
Gewohnte Qualität: NordPass 36 Euro/Jahr Zu NordPass

Der Testsieger: Keeper

Zum Anbieter: Keeper

Der Testsieger unter den Passwort-Managern mit einer Endnote von 2,4 (gut) ist Keeper, so Stiftung Warentest. Passwörter werden geräteübergreifend gespeichert und ihr könnt euch auf Webseiten sogar mittels Fingerabdruck oder Gesicht anmelden. Der Passwort-Manager kostet rund 35 Euro im Jahr und bewegt sich damit im Mittelfeld.

Keeper Security bietet darüber hinaus noch weitere Services an, die optional für einen entsprechenden Aufpreis dazugebucht werden können. So gibt es beispielsweise den Messenger KeeperChat, einen Dateispeicher sowie das Darknet-Überwachungswerkzeug BreachWatch“. Für sicherheitsbewusste Eltern gibt es außerdem ein Familienabo (bis zu fünf Personen) für 59,99 Euro im Monat. Es gibt auch eine kostenlose Version von Keeper“, die Nutzung beschränkt sich aber auf ein einzelnes Gerät. Die Ausfüllfunktion funktioniert außerdem nur auf Mobilgeräten.

Vorteile:

  • Günstiger Preis
  • Kostenlose Version
  • Familienabo

Nachteile:

  • Umständliche Installation und Inbetriebnahme
  • Mängel in den Nutzungsbedingungen/AGB

Mängel in den Nutzungsbedingungen/AGB: Die Stiftung Warentest hat die Nutzungsbedingungen der jeweiligen Anbieter durch einen Juristen prüfen lassen und dies entsprechend in den Testergebnissen vermerkt. Konkret sind damit Klauseln gemeint, die Nutzer unter Umständen benachteiligen könnten, oder aber unverständlich formulierte AGB, da die jeweiligen Texte beispielsweise nur auf Englisch verfügbar sind.

Die höchste Sicherheit: 1Password

Zum Anbieter: 1Password

Auf dem zweiten Platz mit der Endnote 2,5 (gut) landet bei Stiftung Warentest der Passwort-Manager 1Password von AgileBits. Als Besonderheit unterstützt der Passwort-Manager neben macOS, iOS, Windows, Android und Linux sogar ChromeOS. Ein derart hohes Maß an plattformübergreifender Kompatibilität bietet kein anderer Anbieter.

Mit rund 36 Euro pro Jahr ist dieser Passwort-Manager zwar etwas teurer als Keeper, dafür sind viele nützliche Funktionen wie Alarme für gefährdete Websites oder ein sicherer Dokumentenspeicher bereits im Preis inbegriffen. Die Option für ein Familienabo besteht ebenfalls. Eine fünfköpfige Familie zahlt hier knapp 60 Euro pro Jahr, bei Bedarf können für einen entsprechenden Aufpreis weitere Personen hinzugefügt werden.

Vorteile:

  • Für fast alle Plattformen erhältlich
  • Flexibles Familienabo

Nachteile:

  • Keine deutsche Gebrauchsanleitung
  • Mängel in den Nutzungsbedingungen/AGB

Die kostenlose Alternative: KeePass

Zum Anbieter: KeePass

KeePass ist ein kostenloser Passwort-Manager, der auch Open-Source ist. Stiftung Warentest vergibt die Note 2,5 (gut), wodurch der Passwort-Manager genauso gut wie die kostenpflichtige Konkurrenz ist. Dennoch gibt es einen wichtigen Unterschied zu den bisher vorgestellten Passwort-Managern: Die Einrichtung und Handhabung von KeePass setzt nämlich mehr technisches Vorwissen voraus. Außerdem gibt es von offizieller Seite aus nur eine Windows-App. Um Keepass auf anderen Plattformen zu nutzen, benötigt ihr Drittanbieter-Apps.

Dafür profitieren Nutzer von der Transparenz seitens der Entwickler, da sie ihren Programmcode öffentlich zugänglich machen und er somit jederzeit von Dritten eingesehen werden kann. Auf diese Weise können sowohl interne als auch externe Entwickler zur Verbesserung der Software beitragen.

Vorteile:

  • Komplett Kostenlos
  • Open-Source

Nachteile:

  • Komplizierte Einrichtung
  • Umständliche Handhabung
  • Offiziell nur für Windows verfügbar

Die beste Handhabung: Dashlane

Dashlane: Wilkommen im Passwort-Paradies.

Zum Anbieter: Dashlane

Mit einem Testergebnis von 2,7 (befriedigend) landet Dashlane auf Platz 4 bei Stiftung Warentest. Besonders gelobt wird bei diesem Passwort-Manager vor allem die intuitive Handhabung. Mit etwa 40 Euro pro Jahr ist diese Lösung zwar die teuerste, hat dafür aber viele nützliche Extras. Darunter die Dark-Web-Überwachung sowie einenen vollwertigen VPN. Die Option für ein Familienabo besteht ebenso.

Dashlane gibt es aber auch in einer kostenlosen Variante, allerdings mit beschränktem Funktionsumfang. Hier kann nur eine begrenzte Zahl an Passwörtern gespeichert werden und die App lässt sich nur mit einem Gerät gleichzeitig nutzen.

Vorteile:

  • Einfache Handhabung
  • VPN inbegriffen
  • Kostenlose Version
  • Familienabo

Nachteile:

  • Hoher Preis
  • Mängel in den Nutzungsbedingungen/AGB

Ideal für Puristen: LastPass

Zum Anbieter: LastPass

LastPass but not least: Mit einer Endnote von 2,8 (befriedigend) landet LastPass bei Stiftung Warentest auf Platz 5. LastPass ist eher als Browser-Erweiterung gedacht. Es gibt eine App für Android sowie iOS und theoretisch auch eine für euren Mac oder Windows-PC. Mit dem Support-Ende für die vorangegangenen Desktop-Apps, fungieren diese webbasierten Anwendungen nun als Ersatz – leider ist der Funktionsumfang meist eher dürftig und laut Nutzerwertungen sind sie oftmals auch unzuverlässig.

Ähnlich wie bei Dashlane habt ihr hier erneut die Wahl zwischen einer kostenlosen, abgespeckten oder kostenpflichtigen Variante für knapp 34 Euro im Jahr. Zwar finden sich viele Funktionen der Konkurrenzprodukte in LastPass wieder, doch selbst die bezahlte Variante muss auf einige Features wie beispielsweise die Darknet-Überwachung oder einen VPN verzichten. Dafür können Familien mit bis zu sechs Mitgliedern vom Familienabo für etwa 43 Euro pro Jahr profitieren.

Vorteile:

  • Kostenlose Version
  • Preiswertes Familienabo

Nachteile:

  • Reduzierter Funktionsumfang
  • Unzuverlässige Desktop-App
  • Mängel in den Nutzungsbedingungen/AGB

Gewohnte Qualität: NordPass

Zum Anbieter: NordPass

Den meisten ist bisher wohl nur NordVPN für den namensgebenden VPN-Client bekannt. Inzwischen hat das Unternehmen seine Dienste erweitert und bietet einen hauseigenen Passwort-Manager an  NordPass. Diesen könnt ihr bei Bedarf kostenlos nutzen, dann aber mit reduziertem Funktionsumfang.

Entscheidet ihr euch für die kostenpflichtige Version, dann sind entweder 36 Euro pro Jahr oder aber 60 Euro für zwei Jahre fällig. Dadurch ist der Dienst theoretisch der günstigste von allen. Weniger gut gefällt uns die Tatsache, dass kein VPN enthalten ist. Hierfür muss dann ein separates Abo bei NordVPN abgeschlossen werden. Wer auch ohne auskommt erhält dennoch einen soliden Passwort-Manager, der vor allem durch seine faire Preisgestaltung auf sich aufmerksam macht.

Vorteile:

  • Fairer Preis
  • Für fast jede Plattform erhältlich
  • Kostenlose Version

Nachteile:

  • Kein Familienabo
  • Zusätzliches Abo bei NordVPN für VPN notwendig

Die besten Passwort-Manager 2020: So wurde getestet

Entscheidet man sich für einen Passwort-Manager, so kann das den digitalen Alltag unheimlich erleichtern. Ihr müsst euch nur noch ein einziges Masterpasswort merken und das Programm erledigt den Rest für euch. Allerdings unterscheiden sich die Anbieter in bestimmten Punkten teils sehr stark voneinander.

Welche Funktionen bietet der Passwort-Manager genau? Welche davon benötige ich und warum? Wie sicher sind die Lösungen und wie intuitiv ist ihre Benutzung? Um euch den bestmöglichen Überblick zu verschaffen, haben wir uns neben unseren eigenen Erfahrungen gleichermaßen auf externe Testinstitutionen wie Stiftung Warentest gestützt.

Passwort-Manager: Darauf sollte man unbedingt achten

Es gibt viele Passwort-Manager, die sich eure Passwörter merken und praktische Funktionen haben. Je nachdem wie ernst ihr es mit dem Schutz vor etwaigen Cyber-Angriffen meint, kommt man um kostenpflichtige Dienste kaum herum. Bevor ihr euch für einen Passwort-Manager entscheidet, gibt es einige Dinge zu beachten. Daher folgen nun die wichtigsten Infos.

Wie funktioniert ein Passwort-Manager?

Das Grundprinzip ist bei fast allen Passwort-Managern gleich: In ihm werden all eure Passwörter samt zugehöriger Webseite für den Login gespeichert. Um den Passwort-Manager samt euren Passwörtern zu schützen, vergebt ihr am Anfang ein sogenanntes Masterpasswort. Beim Öffnen des Passwort-Managers gebt ihr dann nur euer Masterpasswort ein und könnt auf alle anderen Passwörter zugreifen.

Die meisten Lösungen beinhalten zusätzlich einen Passwortgenerator, der automatisch sichere Passwörter erstellt. Sicher bedeutet in diesem Zusammenhang, dass es mindestens acht Zeichen lang ist und idealerweise sowohl Groß-/Kleinbuchstaben als auch Zahlen sowie Sonderzeichen enthält. Je länger und komplexer das Passwort, desto besser. Das gilt insbesondere für euer Masterpasswort.

Da ihr automatisch auf Websites oder in Apps eingeloggt werdet, müsst ihr euch keines dieser Passwörter merken. Lediglich das Masterpasswort solltet ihr stets parat haben. Merkt euch aber das Passwort gut! Solltet ihr es vergessen, könnt ihr nicht mehr auf alle anderen gespeicherten Passwörter zugreifen. Informiert euch im Idealfall vorher, ob der Anbieter des Passwort-Managers euch bei einem vergessenen Masterpasswort aushelfen und beispielsweise ein neues Masterpasswort setzen kann.

Wie sicher sind solche Tools?

Sowohl euer Masterpasswort als auch alle anderen Passwörter werden durch mehrere Methoden verschlüsselt für maximale Sicherheit. Bekannte Verschlüsselungsmethoden sind der „Advanced Encryption Standard (AES) und die „Password-Based Key Derivation Function 2“ (PBKDF2). Eure Passwörter werden also nie im Klartext, sondern als zufallsgenerierte Abfolge von Buchstaben, Zeichen und Ziffern abgespeichert und sind somit theoretisch unknackbar. Wie ihr euch selbst sichere Passwörter ausdenkt, verraten wir euch im folgenden Video:

Nie wieder dumme Passwörter! – TECHfacts

Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, werden diese verschlüsselten Passwörter nur lokal und auf abgesicherten Servern des Anbieters gespeichert, damit sie zwischen euren Geräten synchronisiert werden können. Einzige Ausnahme bildet das Masterpasswort, dieses wird aus Sicherheitsgründen nie in irgendeiner Form gespeichert oder übermittelt.

Stellt euch also stets die Frage: Wie sicher ist mein Passwort? Zusätzlich lassen sich viele Passwort-Manager auch noch mit biometrischen Authentifizierungsmethoden kombinieren, also einem Fingerabdruck oder Gesichtserkennung.

Wann sollte ich einen Passwort-Manager verwenden?

Angenommen ihr kauft euch ein teures Fahrrad und möchtet es vor Diebstahl schützen. Im Idealfall greift ihr also zu einem qualitativ hochwertigen Schloss. Das Schloss allein reicht aber nicht, denn es ist ebenso wichtig, dass ihr das Fahrrad vernünftig absperrt. Ähnlich verhält es sich mit Passwörtern, die unser digitales Leben vor Betrug oder anderem Missbrauch schützen sollen.

Warum einen Passwort-Manager verwenden?

  • nur noch ein Passwort merken (Masterpasswort)
  • Automatische Anmeldung auf Websites oder in Apps
  • Autoversvollständigen von Formularen und Zahlungsdaten
  • Integrierter Passwortgenerator
  • Geräteübergreifender Passwortspeicher
  • VPN für sicheres Surfen im Internet
  • Darknet-Überwachung und Alarme bei Sicherheitsverstößen
  • Sicherer Dateispeicher

Solche Tools haben aber auch ihre Tücken, was vor einer Kaufentscheidung unbedingt berücksichtigt werden sollte. Zunächst macht man sich gewissermaßen von der Software abhängig, insofern man komplett umsteigt. Mit besagtem Umstieg ist außerdem ein erheblicher Aufwand bei der Ersteinrichtung verbunden. Ein möglicher Verlust des Masterpassworts kann unter Umständen schwerwiegende Konsequenzen haben. Schließlich sind einige der Programme kostenpflichtig oder nur eingeschränkt nutzbar, insofern man sie kostenlos nutzt.

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Daniel Nawrat
Daniel Nawrat, GIGA-Experte für Computer, Gaming-Hardware und Games.

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