YouTuber verwandelt Raspberry-Pi-Alternative zum Mini-Gaming-PC

Robert Kohlick 3

Wie kompakt kann ein Gaming-PC maxi.. – Pardon – minimal sein? Zahlreiche PC-Bastler haben bereits Spielerechner in winzigen ITX-Gehäusen zusammengeschraubt – so klein und kompakt wie diese Kombination aus Einplatinencomputer und Grafikkarte war bislang jedoch keines der Ergebnisse. 

Einplatinenrechner, Grafikkarte – fertig ist der Gaming-PC

Während bekannte Hersteller von Einplatinencomputern wie dem Raspberry Pi bei ihren Modellen auf ARM-Prozessoren setzen, kommen bei den LattePanda-Geräten von DFRobot vollwertige x86-Chips zum Einsatz. Beim Alpha 864s ist das etwa ein Intel m3-7Y30 – ein stromsparender Zweikernprozessor mit Hyper-Threading. Zugegebenermaßen nicht gerade ein Hochleistungschip, dank der passenden Architektur aber in der Lage, problemlos mit einer Windows-10-Installation und entsprechenden Spielen umzugehen. Neben dem Chip finden sich auf dem Board von DFRobot übrigens auch noch 8 GB LPDDR3-Arbeitsspeicher und 64 GB eMMC Massenspeicher, sowie USB-Anschlüsse und ein PCIe-fähiger M.2-Anschluss.

Und genau den machte sich YouTuber ETA PRIME zu Nutze, um den wahrscheinlich kleinsten Gaming-PC der Welt zusammenzubauen. Dafür verwendete er im M.2-Steckplatz einen PCIe-x4-Adapter. Dieser Anschluss erlaubte es ihm, eine Nvidia GeForce GTX 1650 auf dem LattePanda zu installieren. Da die Stromversorgung der Grafikkarte nicht über den eingebauten USB-C-Anschluss gewährleistet werden konnte, nahm er zusätzlich noch ein Pico-Netzteil zu Hilfe. Die zusammengebaute Konstruktion gewinnt zwar keinen Schönheitspreis, das Leistungsergebnis kann sich jedoch sehen lassen:

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Raspberry-Pi-Alternative als Gaming-PC: Das leistet der Mini-Rechner

In Spielen wie DOOM (2016) konnte ETA PRIME in Full-HD-Auflösung und hohen Details Bildraten von rund 80 FPS erreichen. In Project Cars 2 schwankte die Bildrate bei mittleren Einstellungen zwischen 60 und 70 FPS, die Remastered-Version von The Elder Scrolls 5: Skyrim erreichte 60 FPS und selbst CPU-lastige Spiele wie GTA 5 konnten auf niedrigen Settings mit etwa 40 FPS gespielt werden. Unterm Strich also ein voller Erfolg – wenn auch wenig praktikabel, und das aus mehreren Gründen. Neben der CPU könnte auch die GPU durch die limitierte PCIe-Schnittstelle ausgebremst werden.

Des Weiteren fallen zwar die Maße des Einplatinencomputers mit 115 x 78 x 14 Millimetern angenehm kompakt aus, durch die aufrechtstehende Grafikkarte wirkt die Konstruktion dennoch etwas klobig. Insgesamt ist der Mini-Gaming-PC auf diese Weise zwar immer noch deutlich kleiner, als der Rechner, den wir vor einigen Monaten zusammengeschraubt haben, lässt dafür aber auch viel Leistungspotenzial vermissen.

Der GIGA-TECH-Mini-Gaming-PC.

Und zu guter Letzt ist da noch der Preis. Denn im Vergleich zum Raspberry Pi 4 kostet der LattePanda Alpha 864s umgerechnet ungefähr das Zehnfache – also etwas mehr als 400 Euro. Die Kosten für die Grafikkarte, den Adapter und das Netzteil haben wir in diesem Fall noch nicht einkalkuliert.

Ob sich für diesen Micro-Gaming-PC ein vernünftiger Anwendungsfall schaffen lässt, bleibt fraglich. Trotzdem ist es interessant zu sehen, wie klein und kompakt moderne Spielesysteme gebaut werden können – und was für eine verhältnismäßig hohe Leistung sie dennoch bieten. Was haltet ihr von dem System? Schreibt es uns in die Kommentare.

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