Tschüss, Passwörter: Apple löst das nervigste Problem des Internets

Holger Eilhard 1

Wer heute durchs Web surft, um sich zum Beispiel bei Facebook anzumelden, muss derzeit noch Benutzernamen und Passwort eingeben. Dank der steigenden Verbreitung von Fingerabdrucksensoren und der Gesichtserkennung wie Face ID könnte dies aber schon bald der Vergangenheit angehören.

Tschüss, Passwörter: Apple löst das nervigste Problem des Internets
Bildquelle: Apple.

Face ID kann Passwörter ersetzen

Statt ein Passwort einzugeben, muss nur noch das Gesicht vor die Kamera gehalten werden. Eine neue Technologie der FIDO Alliance und dem W3C soll dies in Zukunft ermöglichen. Schon heute kann Safari auf iOS Logins und Passwörter automatisch ausfüllen. Mit Hilfe von Apples Face ID, welches schon jetzt in Millionen aktueller iPhones vorhanden ist, gelingt dies ganz einfach, nachdem die Kamera das Gesicht gescannt hat. Diese Bequemlichkeit wird Apple auch in kommenden iPhone-Generationen weiter vorantreiben. So sollen die drei zukünftigen iPhones in diesem Herbst mit Face ID ausgestattet werden.

Der Zwischenschritt, bei dem die Login-Felder auf Webseiten noch mit Benutzer­namen und Passwort nach der erfolgreichen Gesichtserkennung gefüllt werden, könnte aber bald entfallen und zur Sicherheit von Web-Diensten beitragen.

Die vom W3C und der FIDO Alliance beschriebene Authentifikation ohne Passwort beschränkt sich aber nicht nur auf die Gesichtserkennung, sondern kann auch mit anderen biometrischen Eigenschaften wie dem Fingerabdruck genutzt werden. Hinzu kommt die Möglichkeit zur Nutzung von USB-Schlüsseln, welche ebenfalls als Ersatz des Passworts oder als zusätzliches Sicherheitsmerkmal genutzt werden können.

Baldige Unterstützung in Safari bislang unbekannt

Um die neuen Möglichkeiten auch in Safari nutzen zu können, muss Apple jedoch den hauseigenen Browser erweitern. Derzeit ist nicht bekannt, ob und wann das Unternehmen aus Cupertino dies umsetzen will. Klar ist aber, dass Apple mit Face ID der Vorreiter der Entsperrung mittels Gesicht ist und W3C und FIDO Alliance wohl kaum ohne iPhone X an einer Implementierung dieser Technik arbeiten würden.

Anders sieht es bei den Browser-Alternativen wie Mozillas Firefox aus, der sich schon jetzt mit der Web-Authentifikation versteht. In den kommenden Monaten soll die notwendige Unterstützung in Google Chrome und Microsoft Edge folgen. Selbst Opera hat sich öffentlich zur Unterstützung geäußert.

Bis das eigene Gesicht alle Passwörter ersetzen kann, wird also noch einige Zeit vergehen. Für kritische Dienste, wie zum Beispiel dem Online-Banking, wird es aber auch in Zukunft sicherer sein, wenn zur Authentifikation mehrere Merkmale, also der Kombination aus Login, Passwort, Einmalpasswort und biometrischer Eigenschaften, zum Einsatz kommen.

Quellen: W3C via Cult of Mac, FIDO Alliance

Hinweis: Der Artikel wurde nachträglich erweitert. 

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