„Waifu“ ist ein Begriff, den man unter Anime-Fans oder Liebhabern von japanischen Videospielen relativ häufig hört. Auch in Foren oder als Meme auf Facebook und YouTube taucht der Begriff gerne auf. Wer noch nicht so tief in der Szene drin ist, wird sich vielleicht fragen, was „Waifu“ eigentlich heißt. GIGA verrät es euch.

 

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Die Anime-Szene kann gerade für Einsteiger manchmal schwer zugänglich wirken. Hardcore-Fans, sogenannte Otakus, verwenden für viele Sachen spezielle Begriffe, die man als Anfänger nicht versteht und die einem auch niemand erklärt. Dazu zählt auch der Ausdruck Waifu, den man inzwischen aber über die Anime-Szene hinaus regelmäßig im Internet und in den sozialen Medien liest. Neben dem alleinstehenden Begriff ist auch häufig von „Waifu Material“ die Rede.

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Was heißt Waifu? Leicht erklärt

Die Bedeutung von Waifu ist eigentlich recht einfach erklärt. Es handelt sich dabei einfach um die japanische Aussprache des englischen Wortes „Wife“, was auf Deutsch „Ehefrau“ bedeutet. In Japan werden viele Begriffe aus anderen Sprachen so geschrieben, wie sie bei uns ausgesprochen werden. Für ausländische Lehnwörter verwenden die Japaner zudem die Silbenschrift Katakana. Dort gibt es allerdings kein „f“ sondern nur die Silbe „fu“. Deswegen heißt es dann auch auch „Waifu“ und nicht „Waif“.

Waifu Carpe Diem
In zahlreichen Videospielen geht es nur darum, mit einer Waifu zu interagieren. Bild: Moonlit Studios

Interessant ist dabei vor allem, warum Japaner überhaupt englische Leihwörter für diese Begriffe verwenden. Dieser Umstand hängt vor allem mit dem Wandel in der Beziehung zwischen Ehemann und Ehefrau zusammen. Traditionell wurde in Japan der Begriff „Kanai“ für Ehefrau verwendet. Die chinesischen Schriftzeichen dafür bedeuten „Im Haus“. Ehemann hieß traditionell wiederum „Shujin“ oder „Danna“. Die Übersetzung dafür lautet ungefähr „Meister“ oder „Herr“. In der modernen Gesellschaft wurden diese Begriffe zunehmend als veraltet empfunden. Seit den 80er Jahren setzten sich bei vielen Paaren daher die englischen Begriffe „Husband“ und „Wife“ durch, allerdings leicht japanisiert als „Huza“ und „Waifu“.

Waifu in der Anime- und Otaku-Kultur

Soviel zur Herkunft des Wortes. Für echte Manga- und Anime-Fans verbirgt sich hinter dem ganzen aber doch noch ein bisschen mehr. Mit einer Waifu ist in der Regel nämlich nicht die eigene Ehefrau gemeint, sondern ein fiktionaler Charakter aus einem Anime. Der Fan hat sich in diesen Charakter verliebt und betrachtet die Beziehung als „echt“, auch wenn den Fans normalerweise klar ist, dass es sich bei der Waifu nicht um eine richtige Person handelt.

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Natürlich gehen nicht alle Waifu-Anhänger dieses Thema gleich an: Für manche ist es nur ein harmloser Spaß, andere nehmen das Ganze ernster und besorgen sich ein Heiratsband, um ihren Bund mit der Waifu zu symbolisieren. Da es nicht nur männliche Anime-Fans gibt, gibt es natürlich auch ein Gegenstück zu dem Waifu - Frauen vergöttern den sogenannten „Husbando“.

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Sehr bekannt sind auch die „Waifu-Pillows“. Dabei handelt es sich um menschengroße, bedruckte Kissen, die mit den Charakteren aus Animes, Mangas und Videospielen bedruckt sind, wobei die Waifus meistens leicht oder gar nicht bekleidet abgebildet sind. Manche Otakus können sich da ganz schön hineinsteigern. Für Außenstehende wirkt das dann oft sehr befremdlich.

Waifu-Material & „Samantha Samsung“

Bei Twitter und anderen sozialen Plattformen liest man immer wieder auch von „Waifu Material“. Dabei handelt es sich um Charaktere, die man gerne als seine „Waifu“ haben würde. Ausdrücke dieser Art werden oft nicht von Japanern, sondern von „Weeaboos“ verwendet.

Im Sommer 2021 hat Samsung für „Waifu“-Aufruhr gesorgt, als die Design-Firma „Lightfarm“ Marketing-Fotos von „Samantha Samsung“ ins Netz gestellt hat. Hierbei handelt es sich um eine animierte Frau, die mit einem Samsung-Smartphone durch die Gegend zieht. Gerüchten zufolge sollte „Samantha“ eine Verbildlichung und Weiterentwicklung des hauseigenen Sprachassistenten „Bixby“ werden. Samsung hat die Figur jedoch nie offiziell eingeführt. Dennoch haben einige „findige“ Anime-Fans, die in der animierten Figur „Waifu-Material“ sahen, ihrer „Kreativität“ freien Lauf gelassen und neben diversen Liebesbekundungen im Netz aus den wenigen veröffentlichten Motiven auch einige „Rule34“-Inhalte geschaffen.

Habt ihr euch schon mal in einen Charakter aus einem Anime oder Manga verguckt? Oder findet ihr die Sache mit der Waifu doch etwas übertrieben und nur etwas für echte Otakus? Schreibt uns eure Meinung in den Kommentaren!

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