Selbstfahrende BVG-Busse in Berlin: Test auf Klinikgelände gestartet

Johann Philipp

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Charité testen in einem Pilotprojekt selbstfahrende Kleinbusse. Letzten Sommer wurde das Projekt vorgestellt, ab heute fahren die ersten Busse auf dem Klinikgelände der Charité, weitere Strecken sollen folgen.

Update vom 26.03.2018:
Nach einem halben Jahr im Testbetrieb fahren ab heute die ersten autonomen Busse regelmäßig über das Klinikgelände der Charité in Berlin. Die BVG dämpfte allerdings die Erwartungen an das Projekt. Das autonome Fahren stecke noch in den Kinderschuhen und sei derzeit auf „Grundschulniveau“, sagte Vorstandsmitglied Henrik Haenecke. Die Sicherheit geht vor: Die Busse fahren daher nur mit maximal 12 km/h, anstatt wie vorher angekündigt 20 km/h und werden von einer Begleitperson kontrolliert. Sie muss eingreifen, wenn das Fahrzeug wegen eines Hindernisses nicht mehr weiterfahren kann und bei jeder Kreuzung die Weiterfahrt bestätigen.
Erst Anfang 2019 sollen die Busse vollkommen autonom über den Campus fahren. Bis April 2020 will die BVG erste Erfahrungen mit autonomen Bussen sammeln. Das Projekt kostet 4,1 Millionen Euro. 3,2 Millionen Euro steuert das Bundesumweltministerium bei.

Originalartikel:
Auf drei Routen werden die Busse laut Plan innerhalb des Klink-Geländes feste Haltestellen anfahren und mit maximal 20 km/h unterwegs sein. Ziel des Projekts mit dem Namen „Stimulate“ ist es, herauszufinden, ob die autonomen Busse in Zukunft auch auf wenig ausgelasteten öffentlichen Straßen fahren könnten.

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Charité-Campus als perfekte Teststrecke

Die zwei Standorte der Charité bieten ausreichend Platz zum Testen: „Mit ihren Gehwegen, Kreuzungen und Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern, Radfahrern sowie Pkw, Lkw und Bussen bilden sie den Berliner Verkehrsalltag nahezu vollständig im Kleinen ab“, heißt es in der Pressemitteilung zum Projekt. Daher werden sie auch vorerst nur auf dem Campus-Gelände fahren.

Vier Busse zum Start

Die Charité möchte zum Start vier Fahrzeuge einsetzten. Welches Unternehmen sie liefern werden, steht noch nicht fest, denn die Ausschreibung läuft noch. Viel Auswahl gibt es allerdings eh nicht: Die zwei französischen Herstellern Navya und Easy Mile waren zum Pressetermin am Montag zusammen mit dem regierenden Bürgermeister Michael Müller und Vertretern der BVG und Charité zur Vorstellung des Projekt in Berlin. Ihre Fahrzeuge waren bereits in mehreren europäischen Städten im Einsatz. Europaweit gibt es nur insgesamt vier Hersteller von autonomen Kleinbussen. Auch die Deutsche Bahn hatte bereits ein Modell vorgestellt:

DB testet autonom fahrenden Busverkehr.

GPS, Sensoren und Lidar-Technik zur Orientierung

Die Fahrzeuge der beiden französischen Hersteller kosten rund 250.000 Euro pro Stück. Allein die Hälfte davon gehen auf die Batterietechnik und die Sensoren zurück. Die Busse sind mit GPS, Kameras und Radarsensoren ausgestattet, um Hindernisse zu erkennen. Ein Problem gibt es allerdings noch: Auf dem Gelände fahren natürlich auch viele Rettungswagen mit Blaulicht, die immer Vorfahrt haben. Doch das wissen die Roboterbusse noch nicht so wirklich. Die Hersteller haben also auch noch einige Hausaufgaben zu erledigen, bevor der reguläre Einsatz starten kann.

Zu Beginn soll noch ein Mitarbeiter an Bord sein, der den Fahrgästen die Funktionsweise des Busses erläutert. Später wird der Betrieb dann nur noch von einer zentralen Leitstelle überwacht.

Quelle: Charité

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