Domainabfrage – Wem gehört's? Was ist frei?

Marco Kratzenberg

Bei einer Domainabfrage interessieren meist zwei Fakten: Wem gehört die Domain oder ist die Domain noch frei? Aber eine richtig durchgeführte Domainabfrage verrät noch mehr. Wir erklären euch, wo ihr die Recherche starten könnt.

Da hat man eine gute Idee für eine Domain aber weiß nicht, ob die Domain noch zu haben ist. Zuerst kann man sie ja einfach mal im Browser eingeben und gucken, ob eine Seite lädt. Da das aber nicht hundertprozentig sicher ist, führt besser eine Domainabfrage durch. Dabei erfahrt ihr nicht nur, ob eine Domain frei ist und wem sie gehört, sondern vielleicht auch, wann sie abläuft. Für eine Domainabfrage, auch Whois-Abfrage genannt, gibt es verschiedene Webseiten – und sogar Freewaretools für Windows.

Vollständige Domainabfrage - Domain suchen und registrieren*

Domainabfrage bei DE-Domains – Der Sonderfall

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Für die meisten Toplevel-Domains liegen die Eigentümerdaten frei im Internet und sind für verschiedene Tools und Webseiten erreichbar. Bei DE-Domains ist die Domainabfrage komplizierter. Hier ist jede einzelne Nachfrage nach dem Domainbesitzer durch ein Captcha geschützt. Ihr müsst also einen angezeigten Code nachtippen, bevor die Domaindaten gezeigt werden.

Die Domainabfrage für deutsche Domains erreicht ihr unter denic.de. Dort gebt ihr den Domainnamen ohne die Endung .de ein und müsst dann das Captcha lösen. Danach listet euch die Seite den Domaininhaber auf, den administrativen Ansprechpartner (admin-c) sowie den technischen Ansprechpartner (tech-c) und den Zonenverwalter. Wichtig sind hier die Angaben zu Domaininhaber und Admin-C. Einer von beiden muss in Deutschland ansässig sein. Das ist die Voraussetzung für die Registrierung einer DE-Domain. Beide sind berechtigt, Änderungen am Domaineintrag vorzunehmen oder sie zu verkaufen.

Domainabfrage für internationale Domains

Es gibt eine Fülle von Domainendungen, die man sich als Deutscher, Österreicher oder Schweizer registrieren lassen kann. Aber nicht bei jedem Webspace-Anbieter könnt ihr auch jede Toplevel-Domain registrieren. Eine Domainabfrage bei eurem Provider ist da die cleverste Methode. Jeder Anbieter von Webspace, wie 1&1, Strato, United Domains oder Hetzner bietet euch seine eigene Domainabfrage.

Habt ihr also bereits eine Webseite irgendwo und kommt plötzlich auf die Idee, euch die Domain google.xyz zu besorgen, dann solltet ihr erst mal gucken, ob euer Anbieter diese Domainendung überhaupt unterstützt.

Ist man auf Domainsuche, dann hilft so eine Domainabfrage, weil euch einen schnellen Überblick gibt, was noch zu haben ist. Gleichzeitig könnt ihr auch gleich nachsehen, wem eine Domain gehört. Manchmal lohnt es sich, dem Besitzer ein Kaufangebot zu machen. Doch in den meisten Fällen ist es besser, wenn ihr euch einen neuen Domainnamen ausdenkt und über die Domainabfrage prüft, ob er noch frei ist.

Domainabfrage bei versteckten Besitzern

Es ist gar nicht so selten, dass man bei einer Domainabfrage plötzlich statt eines Namens einen seltsamen Eintrag auf eine Firma wie WhoisGuard Protected findet. Diese und andere Firmen bieten ihren Kunden eine Art Treuhandservice an, hinter dem sie sich bei der Domainregistrierung verstecken können. Oft genug haben solche Firmen ihren Firmensitz in Panama oder anderen Staaten, in denen man nicht an sie herankommt.

Man kann durchaus davon ausgehen, dass die Inhaber solcher Domains nicht vertrauenswürdig sind. Außer illegalen gibt es eigentlich kaum plausible Gründe, wenn sich der Besitzer einer Domain hinter einer Postfachadresse in Taiwan versteckt.

Was das Ganze noch ärgerlicher macht: Wird man auf solch einer Domain betrogen oder gehen von dieser Domain Beleidigungen aus, dann habt ihr so gut wie keine rechtliche Handhabe, dagegen vorzugehen. Zwar bekommt man bei der Domainabfrage auch heraus, wo so eine Domain gehostet wird, aber das macht es nicht einfacher. Eine Domain mit verstecktem Besitzer, die auf irgendeinem russischen, chinesischen oder bulgarischen Server liegt, ist für die deutsche Gerichtsbarkeit fast unerreichbar. Zumal alle Rechtshilfeersuchen in dem entsprechenden Land und der Landessprache geführt werden müssen.

Aber auch deutsche Anwälte geben sich für so etwas her und man hört immer wieder von kleinen Providern, die ihre betrügerische Kundschaft in vollem Wissen bei ihren Machenschaften unterstützen. Aber auch deutsche Großprovider, wie etwa 1&1, bieten ihren Kunden mittlerweile so einen Versteckservice an.

Registriert ihr dort eine Domain mit einer anderen Endung als DE, so könnt ihr einen Privacy Service in Anspruch nehmen. In diesem Fall seid und bleibt ihr die Besitzer, aber eine Domainabfrage weist die „1&1 Internet Limited“ in England als Eigner aus. Da diese Domains in Deutschland gehostet werden, muss 1&1 auf Nachfrage einer Staatsanwaltschaft die Adresse des wahren Besitzers schließlich doch irgendwann rausrücken. Aber das Ganze ermöglicht euch zumindest, eine Domain zu registrieren, ohne dass bei einer Domainabfrage gleich eure ganze Adresse herauskommt.

Domainabfrage unter Windows

Ihr könnt die Domainabfragen auch gleich unter Windows durchführen. Das Programm WhoisThisDomain erlaubt euch die Domainabfrage über die gängigsten Domains. Ihr könnt dabei sogar Domainlisten nutzen und so auf einen Rutsch gleich eine ganze Liste von Domains überprüfen.

Das Freewareprogramm ist portable und kann demnach auch auf einem USB-Stick genutzt werden. Außerdem lassen sich die Ergebnisse auch als HTML-Datei exportieren. Die wichtigsten Kerndaten zu jeder Domain bekommt ihr mit der Tastenkombination Strg + Eingabetaste angezeigt.

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