Die siebente Folge von „Game of Thrones“-Staffel 5 läutet die finale Phase der Season ein und macht klar, dass uns noch schockierende Dinge erwarten werden. Wer „The Gift“ gesehen hat, wird sicherlich schon seine Karten auf den ein oder anderen Charaktertod gesetzt haben. Mehr dazu erfahrt ihr in unserer Review zu Folge 7 – „The Gift“.

 

Game of Thrones

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Game of Thrones Staffel 5, Folge 7 Review

Es ist der Blick von Ramsay Bolton (Iwan Rheon), der die zukünftigen Ereignisse im Norden von Westeros vorwegnimmt, als er in Winterfell auf der Mauer steht und in die Ferne schaut. Er weiß um seinen zukünftigen Gegner: Stannis Baratheon (Stephen Dillane) steht mit seinen Truppen zwar noch nicht in Sichtweise von Winterfell, doch es würde mit unglaubwürdigen Dingen hergehen, wenn die Boltons nicht über die Armee-Präsenz in Kenntnis gesetzt worden wären. Denn wie wir in der siebenten Folge von „Game of Thrones“-Staffel 5 mit Schrecken gelernt haben, weiß Ramsay über alle Dinge ziemlich gut Bescheid. Und so fuhr es mir eiskalt den Rücken runter, als der mögliche Ausweg für Sansa (Sophie Turner) mit einem Schlag zunichte gemacht wird.

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Game of Thrones: Die besten Momente aus Westeros & Co.

Nach der kontroversen Vergewaltigungsszene in der Folge „Unbowed, Unbent, Unbroken“ scheint das grausame Schicksal von Sansa in Winterfell besiegelt: Jeden Abend wird sie von Ramsay gedemütigt und ihrer Selbstsicherheit beraubt. Da nimmt sie den Vorschlag der älteren Dame, eine Kerze in das Fenster des hohen Turms zu stellen und auf Hilfe zu warten, doch gerne an. Sie schafft es sogar, Theon (Alfie Allen) um diese Handlung zu bitten, doch der trifft im Turmzimmer, wo einst Cersei (Lena Headey) und Jaime (Nikolaj Coster-Waldau) ihren sexuellen Gelüsten nachgingen, auf Ramsay, der dort Stellung bezogen hat. Sansa wird mit dieser Realität konfrontiert, als jene Dame gehäutet, angenagelt und dementsprechend tot in Winterfell aufgestellt wird. Theon ist einmal mehr an Ramsays Einfluss gebrochen.

Winter is coming...

... Those aren't just the Stark words, that's a fact„. – Mit diesem Ausspruch brachte mich Stannis sehr zum Schmunzeln, greift der Satz doch nicht nur das wohl bekannteste Zitat aus „Game of Thrones“ auf, sondern weist auch augenzwinkernd daraufhin, dass es nun nach fünf Staffeln mit dem Winter auch mal zur Sache geht. Diese Jahreszeit ist es nämlich, die Stannis und seinen Truppen, so kurz vor Winterfell, zu schaffen macht. Melisandre (Carice van Houten) schlägt ein Opfer vor, um den Lord of Light weiterhin auf der Seite zu haben: Stannis Tochter Shireen (Kerry Ingram). Einmal mehr zeigt sich die in „Game of Thrones“-Staffel 5 etablierte Menschlichkeit von Stannis, die dem Charakter viele Sympathien der Zuschauer in den letzten Folgen gebracht haben dürften.

Den geplanten Rückzug nach Castle Black, den Davos (Liam Cunningham) vorschlägt, zieht Stannis nicht in Betracht. Dabei würde das doch dem guten Sam (John Bradley) zugutekommen, der in Castle Black nach dem Dahinscheiden von Altmeister Aemon (Peter Vaughan) und der Abreise von Jon Snow (Kit Harrington) ziemlich allein dasteht. Kaum wird ihm dies gesagt – und hierbei erwartet man schnell die erste Auseinandersetzung – bedrängen auch schon zwei Wächter der Night's Watch seine geliebte Gilly (Hannah Murray). Sam muss einiges einstecken, doch durch sein Wiederaufstehen etabliert er erneut seine Rolle als ein Fan-Liebling.

Der Puppenspieler

Schon in unserer Review zu Folge 6 habe ich die Rolle von Lord Baelish und das Schauspiel seines Darstellers Aidan Gillen angepriesen. „The Gift“ legt in diesen Belangen noch eine Schippe drauf. Doch vorab: Die dramatischen Ereignisse in King's Landing nehmen zu und die schauspielerischen Leistungen der Darsteller ebenfalls. Denn im Hin und Her um die Einkerkerung von Margaery (Natalie Dormer) und Loras (Finn Jones) blühen nicht nur das Intrigenspiel, sondern auch die drei Beteiligten Cersei (Lena Headey), Olenna Tyrell (Diana Rigg) und der High Sparrow (Jonathan Pryce) auf. Es werden Unterredungen gehalten und ehe sich das Lächeln, welches sich Cersei angesichts ihres kleinen Erfolgs gegenüber Margaery nicht verkneifen kann, in ihrem Gesicht etabliert, ist es auch schon wieder weg.

Der High Sparrow konfrontiert mit starrem, eindringlichen Blick Cersei mit ihren eigenen Sünden und lässt sie daraufhin ebenfalls einsperren. Abgesehen von Tommen (Dean-Charles Chapman) befindet sich damit die Führungsebene von King's Landing im Kerker und das Tabula Rasa der Faith Militant geht weiter. Plötzlich wird klar, welches Geschenk Littlefinger Olenna Tyrell damit gemacht hat: Er konnte durch Geschehnisse, die schon in einer vorherigen Staffel etabliert wurden, Cersei ausliefern, ohne dass irgendjemand von seiner Rolle weiß. Littlefinger ist DER Strippenzieher in Westeros – gemeingefährlich, gewieft und ein absoluter Kenner im Spiel der Throne.

Ein Spiel der Landmassen

Bleibt die Frage, ob seine Einflüsse auch außerhalb von Westeros wirken. Die unterschiedlichen Handlungsstränge in Westeros und Essos wurden schon des Öfteren miteinander verknüpft. Niemals aber so direkt und entscheidend wie in dieser Folge von „Game of Thrones“-Staffel 5. Tyrion Lannister (Peter Dinklage) trifft auf Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) – eine Begebenheit, die für die gesamte Serie schon bedeutend ist. Tyrion stellt sich – auch um Ser Jorah (Iain Glen) beizustehen – Daenerys als „Geschenk“ vor. Ihr sich daraufhin ändernder Blick verrät, dass sie sich um die Bedeutung dieser Gegebenheit bewusst ist. Doch was sie nun damit anstellt und ob Ser Jorah nun auch die erhoffte Belohnung erhält, werden wir wohl bald erfahren.

Da verhält es sich mit den Ereignissen in Dorne noch recht unspektakulär, wenn nicht gar enttäuschend. Eine kurze Unterredung zwischen Jaime und seiner Nichte/Tochter Myrcella (Nell Tiger Free) und eine Beinah-Todeserfahrung von Bronn (Jerome Flynn) später und schon war es das schon wieder. Die Sandschlangen verbleiben blass, auch wenn zumindest eine nicht nur nackte Tatsachen präsentiert, sondern durch ihr Verhalten etwas charakterisiert wird. Ein Aufatmen bleibt dennoch bestehen: Die Vergiftung von Bronn führt (erst einmal?) nicht zu dessen Ableben. Damit hätte „Game of Thrones“ nämlich einen heiteren Charakter in all dem Chaos verloren.

GIGA auf der Game of Thrones Ausstellung

Fazit

Es wird Tote geben in King's Landing. Wen es trifft, wann, wodurch und wer doch noch den klügeren Schachzug tätigt – all das wissen wir jetzt noch nicht. Doch in „Game of Thrones“-Staffel 5 gibt es noch drei Folgen. Obacht!

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