Es tut sich was am deutschen Mobilfunkmarkt: Der Anbieter 1&1 hat sich bisher weitgehend auf Festnetz-Internet und Telefonie beschränkt. Nun stellt man den ersten eigenen Mobilfunkmast auf, der für Kooperation statt Konkurrenz zu Telekom und Co. sorgt.

Update vom 20.7.2021: 1&1 betrachtet den ersten Sendemast nicht als Startschuss des eigenen Mobilfunknetzes. Dieser sei „planmäßiger Teil des kooperativen Weiße-Flecken-Programms, welches Ende 2019 als Zusammenarbeit aller Mobilfunknetzbetreiber zur besseren Versorgung ländlicher Regionen ins Leben gerufen wurde“, so Unternehmenssprecher Wolfgang Wölfle (Quelle: Golem). Eigene Mobilfunktechnik will demnach dort auch nicht anbringen.

Trotzdem ist es der erste Mast, den die 1&1 Versatel Deutschland GmbH aufgestellt hat. Im Gegenzug kann auch 1&1 Masten nutzen, die von anderen Betreibern im Rahmen des Programms aufgestellt werden. „Den Startschuss für den Aufbau der eigenen Mobilfunkinfrastruktur plant 1&1 noch in diesem Jahr“, so Wölfle.

Originalartikel:

1&1 startet eigenes Mobilfunknetz: Erster Mast kommt nach Bayern

Schauplatz der möglichen Revolution am deutschen Mobilfunkmarkt ist ein kleines Örtchen in Bayern: In Hesselbach, Ortsteil der Gemeinde Üchtelhausen bei Schweinfurt, soll ein neuer Mobilfunkmast entstehen. Kaum der Rede wert, könnte man meinen, die Masten für Mobilfunkanlagen stehen und entstehen überall. Doch der Hesselbacher Mast wird besonders sein: Es ist der erste, den der neue Netzanbieter 1&1 Versatel Deutschland GmbH hochzieht (Quelle: Mainpost).

1&1 markiert damit einen Wendepunkt: Vorbei sind die Zeiten, in denen es für deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher hieß: Telekom, Vodafone oder o2. Jetzt startet ein vierter Mobilfunk-Netzbetreiber mit seinem Ausbau und bringt – hoffentlich – frischen Wind mit. Bisherige Angebote von 1&1 waren auf die Netze anderer Betreiber angewiesen.

Die Wahl des Standorts ist dabei bezeichnend: Keine prestigeträchtige Lage in der Hauptstadt etwa oder in Großstädten wie München, Köln oder Hamburg hat man gewählt. Auch nicht die unmittelbare Nähe des eigenen Fimensitzes in Düsseldorf. Stattdessen geht es aufs Land, genauer gesagt ins Funkloch. Eine strategische Entscheidung, die vor Ort gut ankommt: Johannes Grebner, Bürgermeister von Üchtelhausen, sieht im verbesserten Mobilfunknetz eine große Chance für örtliche Unternehmen, mobiles Arbeiten und das Lernen zu Hause (Quelle: Gemeinde Üchtelhausen).

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Was bedeutet das für Telekom, Vodafone und o2?

Was aber bedeutet das für den deutschen Mobilfunkmarkt, wie gehen die großen Anbieter Telekom, Vodafone und o2 mit der frischen Konkurrenz um? Laut Mainpost will die Telekom den neuen Mast für das eigene Netz nutzen, offen ist die Technik für alle Betreiber. Auch von o2 erwarte man eine Anfrage, heißt es weiter, denn die LTE-Abdeckung des Betreibers sei vor Ort ausbaufähig.

Man will die neue Infrastruktur also nutzen. Zunächst ist die Konkurrenz also mehr Chance für alle, denn auch für 1&1 dürfte sich ein Deal mit den anderen Betreibern lohnen. Langfristig sorgt ein zusätzliches Mobilfunknetz in Deutschland hoffentlich auch für einen Preiskampf zwischen den Anbietern, der dann den Kunden zugutekommt.