Im Sommer 2021 soll es so weit sein: Die Deutsche Bahn hat im Rahmen der Digitalisierungsstrategie einen Schritt angekündigt, der seit Jahren überfällig war und dessen Unmöglichkeit für viel Unmut sorgte. Nun geht der Konzern dafür gleich mehrere Schritte auf die Kunden zu.

Geld zurück bald digital möglich: Deutsche Bahn holt endlich auf

Hand aufs Herz: Wer macht sich die Mühe, nach einer langen Zugverspätung einen Antrag auf Kostenerstattung bei der Deutschen Bahn (DB) zu stellen? Dass dies theoretisch möglich ist, werden viele wissen. Aber wer stellt sich in die Schlange beim Kundenservice, wenn man eh schon Stunden zu spät dran ist? Oder macht sich die Mühe, das Formular per Post zu schicken? Sicher nur ein Bruchteil derer, die wissen, dass es möglich wäre.

Doch damit soll bald Schluss sein: „In diesem Juni werden wir unseren Kunden digitale Erstattungsmöglichkeiten anbieten“, kündigte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber gegenüber der dpa an. Dann könnte das Angebot tatsächlich auch praktisch nutzbar werden. Das vorsintflutliche Herangehen der DB steht laut Tagesschau seit Jahren in der Kritik, sowohl von Kunden als auch von Fahrgastverbänden. Nun will der Konzern auch in anderen Bereichen das digitale Angebot ausbauen und damit Kunden besseren Service bieten.

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Digitale Transformation soll 2023 abgeschlossen sein

Künftig sollen etwa bei einem außerplanmäßigen Zugwechsel Sitzplatzreservierungen automatisch übertragen werden. Seit Herbst ist das in bestimmten Fällen bereits möglich, es gibt aber Einschränkungen: So wird es diese Möglichkeit nur für Online-Tickets geben. Außerdem muss der Zugwechsel mindestens eine Stunde vor Abfahrt bekannt sein. Trifft all das zu, soll eine kurze Nachricht auf dem Smartphone über die Umbuchung informieren.

Bis 2023 will die DB den digitalen Umbau abschließen. „Wir bauen das Vertriebssystem komplett neu. Wir bauen auch den Navigator komplett neu“, erklärt Huber etwa im Bezug auf die App „DB Navigator“. Teil der Kampagne ist auch die Umstellung auf digitale Fahrkarten an Board der DB-Fernzüge, die ab Januar 2022 gelten soll.