Bei Huawei liegen die Nerven zunehmend blank. Jetzt hat ein Manager des Konzerns verraten, wie Huawei nach dem US-Embargo ums Überleben kämpft. Eine Bunkerstrategie soll dabei helfen, trotz der Sanktionen der USA weiter Smartphones produzieren zu können.

 

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Huawei: Lager voll mit Smartphone-Chips

Einer der führenden Manager des chinesischen Herstellers Huawei hat überraschend verraten, wie intern mit dem weitreichenden Handelsembargo der US-Regierung umgegangen wird. Demnach hat man sich bereits im vergangenen Jahr mit Smartphone-Komponenten eingedeckt und die Lager quasi bis unter die Decke gefüllt. Ware im Wert von 21,2 Milliarden Euro sollen im Jahr 2019 gebunkert worden sein, um für die Sanktionen der USA gerüstet zu sein und weiter Handys produzieren zu können. Im Vergleich mit dem Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von satten 73,4 Prozent, wie heise online ausgerechnet hat. Ein Fünftel des Jahresumsatzes hat Huawei in seine Bunkerstrategie investiert.

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Auch vor dem US-Embargo hatte Huawei anscheinend schon die Zeichen der Zeit erkannt und die Lager gefüllt. Bereits im Dezember 2018 hat man damit begonnen, sehr viel mehr Chips bei Zulieferern zu bestellen als zu diesem Zeitpunkt benötigt wurden. Hintergrund ist wohl die Festnahme der Finanzchefin Meng Wanzhou in Kanada. Der Tochter von Huawei-Gründer Ren Zhengfei wird vorgeworfen, das US-Embargo gegen den Iran verletzt zu haben.

Von Huaweis Einkaufstour hat vor allem der Chipfertiger TSMC profitiert. Hier soll Huawei einen „Notfallauftrag“ über 633 Millionen Euro eingereicht haben, um vor Inkrafttreten der US-Sanktionen noch so viele Prozessoren wie nur möglich zu bekommen. TSMC soll daraufhin sogar mit AMD, MediaTek, Nvidia und Qualcomm kooperiert haben, um das Volumen überhaupt bewältigen zu können. Huawei habe dafür einen deutlich höheren Preis als üblich bezahlt, heißt es.

Das leistet die Kamera des Huawei P40 Pro:

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Huawei P40 Pro im Kamera-Test: Viel Licht, wenig Schatten

Huawei: Handy-Chips reichen für zwei Jahre

Sollten die zuletzt erneut verschärften Sanktionen der USA nicht zurückgenommen werden, dann kann Huawei wohl anderthalb bis zwei Jahre autonom überleben und weiter Handys für seine Kunden produzieren. Erst dann wären die Lager leergefegt.

Von Huawei haben wir uns zuletzt das P40 Pro angesehen. Alle Infos dazu gibt es hier im Video:

Huawei P40 Pro im Test: Macht das so noch Sinn?

Unternehmen aus den USA ist es derzeit untersagt, mit Huawei Geschäfte zu betreiben. Das betrifft auch Google, die Android als Betriebssystem bereitstellen. Nach einer Übergangsfrist soll es nach Vorstellung der USA auch Zulieferern verboten sein, US-Technologien an Huawei zu verkaufen.