Mit CheckNow sollen Menschen mit negativem Schufa-Eintrag ihre Kreditwürdigkeit aufbessern können – gegen Einblick in ihre Kontodaten. Gemeinsam mit der Schufa hatte o2 das Projekt seit Anfang November getestet. Jetzt ist für den Mobilfunkanbieter Schluss, Telefónica/o2 hat die Kooperation beendet.

 

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o2 bricht Schufa-Projekt ab – nach Bedenken wegen Datenschutz

Das Projekt CheckNow der Schufa stand in den letzten Tagen teils heftig in der Kritik. Gegen die Aussicht auf eine verbesserte Schufa-Bewertung können Bürger mit einem negativen Eintrag bei der Auskunftei ihre Kontoauszüge der letzten 12 Monate preisgeben. Sind diese ausgewertet, besteht die Chance, den Schufa-Score aufzubessern. Damit wiederum lassen sich eher Kredite ergattern oder Verträge abschließen – etwa für einen Mobilfunktarif.

Gegenüber der dpa hat Telefónica inzwischen sein Ausscheiden aus dem gemeinsamen Projekt verkündet. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge habe die Testphase seit dem 4. November die Erwartungen des Münchner Telekommunikationsdienstleisters nicht erfüllt. Vonseiten Telefónicas bedeutet es das Aus für CheckNow. Ob auch die Bedenken von Datenschützern gegen das Projekt zu der Entscheidung beigetragen haben, ist unklar. Die Schufa ist etwa wegen undurchsichtiger Bewertungskriterien schon zuvor kritisiert worden.

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Kunden müssen entscheiden, wem und wie viel Einblick sie gewähren

Der frühere Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar sprach der ARD gegenüber von „sehr vielen, auch höchstpersönlichen Informationen“, die für CheckNow preisgegeben würden. Telefónica/o2 gab bekannt, man habe zunächst die Nachfrage und Akzeptanz testen wollen. Angaben gegenüber der Schufa für das neue Check-Now-Verfahren hätten weniger als 100 Kunden freiwillig gemacht, erklärte o2 der Tagesschau.

Für potenzielle Check-Now-Kunden mögen diese Nachrichten bitter sein. Dann gilt es zu bedenken, dass die Entscheidung des Mobilfunkanbieters nicht das Aus für CheckNow bedeuten muss. Zunächst steht nur fest, dass o2 abgesprungen ist. Trotzdem sollte jeder wohl überlegen, ob man alle Kontobewegungen eines Jahres Dritten zugänglich machen will, sollte CheckNow an den Start gehen. Für o2-Kunden gibt es jedoch auch erfreuliche Neuigkeiten.