Mobiles Bezahlen per App auf dem Smartphone geht schnell, soll einfach sein, unkompliziert und dabei sicher. Aus diesen Gründen werden die Dienste auch hierzulande immer beliebter, vor allem während Corona. Die Stiftung Warentest wirft einem bekannten Hersteller jetzt vor, mit seiner Bezahl-App weitreichende Zugriffsrechte auf die Smartphones seiner Nutzer zu erlangen. Sie könnte Apps installieren oder eure Daten vernichten.

 

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Stiftung Warentest stellt Samsung Pay ein mieses Urteil aus

Ende Oktober hat der südkoreanische Tech-Riese seine Smartphone-App für mobiles Bezahlen in Deutschland auf den Markt gebracht. Das war eigentlich seit Jahren erwartet worden, nun dürfte sich die Freude jedoch legen. In einem Schnelltest hat die Stiftung Warentest ermittelt, dass Samsung Pay erhebliche Zugriffsrechte erhält, wenn ihr sie auf euren Smartphones installiert. Aus diesem Grund raten die Tester, andere Anwendungen zu nutzen.

Was sich Samsung mit seiner Mobile-Pay-App leistet, ist ein starkes Stück: Einmal installiert, erhält Samsung Pay jede Menge Nutzungsrechte: Sie könnte Daten anderer Apps löschen oder Anwendungen gleich ganz abschalten. Auch auf eigene Faust neue Apps installieren scheint kein Problem zu sein, wird im Test bemängelt. Doch das ist noch nicht alles: Samsung Pay erhält Zugriff auf eure Kontakte, kann SMS empfangen und verschicken, wechselt eigenständig zwischen verfügbaren WLAN-Netzen und kann den Arbeitsspeicher eures Smartphones auslesen.

Was da kaum noch verwundert: All das geschieht im Hintergrund unbemerkt vom Nutzer. Man bewerte „die Prüfpunkte Datensendeverhalten und Datenschutz äußerst kritisch“, schreibt darum Stiftung Warentest.

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Test stellt Rechtsverstoß bei Samsungs AGBs fest

Praktisch als Kirsche auf dem Sahnehäubchen der Unverschämtheiten gibt es die AGBs zu Samsung Pay nicht als Download, sondern müssen per Screenshot gespeichert werden. Laut Stiftung Warentest ist das sogar ein Rechtsverstoß, auch wenn die Geschäftsbedingungen inhaltlich in Ordnung scheinen.

Samsung Pay ist im Samsung Galaxy Store und bei Googles Play Store erhältlich und läuft nur auf Samsung-Smartphones. Die App selbst ist kostenfrei. Da Nutzer jedoch ein Konto bei der Solarisbank benötigen und deren Visa-Debitkarte mit Samsung Pay verknüpfen müssen, können zusätzliche Kosten anfallen. Es gibt wohl deutlich sicherere und auch nutzerfreundlichere Alternativen. Samsung muss nachliefern, andernfalls wird Samsung Pay langfristig keine Konkurrenz für andere Dienste wie Apple Pay oder Google Pay.