Bitcoin ist die erste und bisher erfolgreichste Kryptowährung weltweit. Was ihn ausmacht, hat den Begriff von Kryptos erst geprägt: dezentral, verschlüsselt, sicher, unabhängig. Doch was jetzt rund um den Globus geschieht, zeigt, dass es in Wahrheit anders aussieht.

 

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Mit Bitcoin zu Reichtum: Das geht schon, aber ...

Ja, es gibt sie, die Menschen, die früh nach den Anfängen ab 2009 in Bitcoin investierten und darum heute Millionäre sind. Manch einer, der beim digitalen Goldrausch nicht rechtzeitig mit von der Partie war, fragt sich darum: Kann mir das auch passieren, wenn ich in Bitcoin oder andere Kryptowährungen investiere? Die kurze Antwort: Ja. Bloß ist die Wahrscheinlichkeit ausgesprochen gering. Nicht umsonst wird oft der Vergleich zwischen Kryptowährungen und Glücksspiel bemüht, wie das Finanzportal Onvista erläutert.

Im zurückliegenden Jahr kannte die Euphorie der Kryptoinvestoren kaum Grenzen, der Kurs des Bitcoins machte vielleicht hin und wieder ein Päuschen, stieg aber unaufhaltsam an. Auf dem vorläufigen Höchststand notierte der Bitcoin dann am 14. April 2021 bei 64.895,22 US-Dollar, so das Handelsblatt. Mehr als die Hälfte an Wert hat er seitdem zum tiefsten Punkt eingebüßt. Nur eins von vielen Beispielen, warum der Bitcoin als besonders volatil – also schwankungsanfällig – gilt. So kann jemand, der oder die zum richtigen Zeitpunkt einsteigt – und auch wieder verkauft –, in kurzer Zeit viel Geld machen. Enorme Verluste sind jedoch auch möglich.

Warum an der Unabhängigkeit des Bitcoins nichts dran ist

Warum also überhaupt in Krypto investieren? Ein von Bitcoin-Fans oft beschworener Grund ist die Unabhängigkeit vom althergebrachten Finanzsystem, von Bankenstrukturen und Nationalwährungen. Von Beginn an ist der Bitcoin angetreten, ein neues Zeitalter der Finanzwelt einzuleiten. Und sein Einfluss ist nicht von der Hand zu weisen: In China und der EU arbeitet man an eigenen digitalen Währungen, in El Salvador will das Parlament den Bitcoin sogar als offizielles Zahlungsmittel anerkennen. Nicht zu vergessen die Schwemme an Coins, die der Bitcoin nach sich gezogen hat. Doch zuletzt hat sich deutlich gezeigt: Mit der angedachten Unabhängigkeit ist es gar nicht so weit her.

In den vergangenen Wochen hat die chinesische Regierung Kryptowährungen den Kampf angesagt. Erst wurde das Mining eingeschränkt, dann hagelte es Handelsverbote für Finanzinstitute mit Krypto-Coins, später durften sie auch Kunden keinerlei Dienstleistungen oder Geschäfte in Verbindung mit Bitcoin und Co. mehr anbieten. Inzwischen geht man rigoros gegen Mining-Firmen vor, spürt Server-Farmen auf, dreht ihnen den Strom ab. Mehr als die Hälfte aller Bitcoins weltweit wurde zuvor in China geschürft. Dem Kurs hat das nicht gut getan.

Dazu kommt, dass das „alte“ Finanzsystem aufbegehrt, auch außerhalb Chinas. In der EU wird ebenfalls bereits an weitgehenden Regulierungen von Kryptowährungen gearbeitet. China gleichgetan hat es etwa der Iran, wo wegen des enormen Energiebedarfs ebenfalls kein Mining mehr betrieben werden darf, wenn auch zunächst zeitlich befristet.

Elon Musks Marktmacht muss jedem Krypto-Fan Sorgen machen

Als gäbe es damit nicht genug Abhängigkeiten, an die der Bitcoin und sein Kurs gebunden sind, kommt noch ein weiterer Unsicherheitsfaktor hinzu: Elon Musk. Ein schlecht gelaunter Tweet vom Tesla-Chef am Morgen kann von jetzt auf gleich euer halbes Kryptovermögen vernichten. Zwar sind Musk und seine Ankündigungen rund um Bitcoin auch für manch einen Höhenflug des Kurses zumindest mitverantwortlich, aber wenn man sein Geld einer einzelnen Person anvertrauen will, kann man genau so gut zum unabhängigen Finanzberater gehen.

Wie Elon Musks Äußerungen und der Bitcoin-Kurs zusammenhängen, lässt sich leicht nachverfolgen: Als er beispielsweise ankündigte, den Bitcoin bei Tesla als Zahlungsmittel zu akzeptieren, gab es kurz darauf ein ordentliches Plus für Bitcoin-Besitzer zu verzeichnen. Kaum kassierte er das Versprechen wenige Wochen später wieder, ging es bergab. Im Januar reichte sogar allein der Hashtag #bitcoin in einem Musk-Tweet für rund 20 Prozent extra in 24 Stunden.

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Wer bei Elon Musk altruistische Tendenzen zu erkennen glaubt, kann natürlich in Bitcoin investieren. Apps wie Trade Republic ermöglichen das inzwischen auch in Deutschland ohne großen Aufwand. Wer sich darauf einlässt, muss sich aber des immer großen, mitunter sogar enormen Risikos bewusst sein.

Der Glaube, der Bitcoin existiere unabhängig von politischen Systemen und dem restlichen internationalen Finanzmarkt, ist ein Trugschluss, wie die Beispiele China und Elon Musk eindrucksvoll beweisen. Eine bekannte Binsenweisheit gilt für klassische Investments, Kryptowährungen und einarmige Banditen gleichermaßen: Man sollte immer nur so viel Geld (ein-)setzen, wie man auch problemlos verlieren kann.

Wer sich in seiner Hoffnung auf Krypto-Coins und Elon Musk enttäuscht sieht, kann dafür leider auch niemand anderen verantwortlich machen: Wer mit Bitcoin reich werden will, ist auch selbst Schuld, wenn es nicht klappt.

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