A+++ bei Kühlschrank, Fernseher und Co: Leicht erklärt

Selim Baykara

Die Energieeffizienz-Klasse A+++ findet man relativ häufig bei Fernsehern, Waschmaschinen, Kühlschränken und anderen Elektrogeräten im Haushalt. Das Label soll es Verbrauchern ermöglichen, auf einen Blick den Energieverbrauch eines Gerätes einzuschätzen. Aber für was steht das Energielabel A+++ eigentlich genau? Wo liegen die Unterschiede zu A++, A+ und den anderen Kennzeichnungen? Und wie wird der Energieverbrauch berechnet? In diesem Ratgeber erklären wir es euch und zeigen zudem, worauf ihr beim Kauf eines Neugerätes achten müsst.

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Jedes Haushalt-Gerät, das ihr euch bei Media Markt, Amazon und anderen Händlern kauft, besitzt ein bestimmtes Energielabel. Diese genormten Angaben sind EU-weit vorgeschrieben und sollen den Vergleich zwischen verschiedenen Geräten ermöglichen. Anhand der sogenannten Energieeffizienzklasse können Verbraucher sehen, wie hoch der zu erwartende Strom-Verbrauch eines Gerätes ist.

A+++, A++ und A+: Was heißt das? Leicht erklärt

Die Energielabels A+++, A++ und A+ wurden 2010 eingeführt - sie ersetzen die alte Energieeffizienz-Klasse A . Generell werden in dem Energielabel wichtige umweltrelevante Daten zusammengefasst, z.B. Energie- und Wasserverbrauch, aber auch Angaben zum Nutzinhalt, Fassungsvermögen oder der Waschwirkung.

  • Durch die EU-weit einheitliche Kennzeichnung können Verbraucher schnell und unkompliziert verschiedene Geräte vergleichen.
  • Laut gesetzlicher Vorschrift müssen alle in Verkaufsräumen ausgestellten Geräte ein solches Etikett tragen.
  • Auch in Katalogen oder Online-Shops müssen die Gerätedaten einheitlich in Form eines Energielabels dargestellt werden
  • Die häufigsten Energieeffizienzklassen, die heute verwendet werden sind A+++, A++ und A+. Theoretisch reicht die Skala aber von A+++ bis G.

A+++ steht dabei für einen extrem effizienten Stromverbrauch, G für den ungünstigsten Wert, d.h. das Gerät verbraucht extrem viel Strom.

In der Praxis ist die alte Unterteilung A bis G aber nicht mehr zeitgemäß: Neue Geschirrspülmaschinen müssen heute beispielsweise mindestens das Energielabel A+aufweisen. Auch Kühlschränke und Gefrierboxen gibt es nur noch in A+, A++ und A+++ und gleiches gilt für Flachbildfernseher und andere Home-Entertainment-Produkte - Geräte mit dem Energielabel B sieht man hier schon lange nicht mehr.

Etwas anders sieht es derzeit noch bei Backöfen aus - diese dürfen noch mit den Energielabels A, B und C auf den Markt kommen, sprich: mit einem höheren Energieverbrauch. Und noch eine Ausnahme: Für Dunstabzugshauben gilt die Kennzeichnungspflicht der EU erst seit 2015. Hier sind Geräte der Energieeffizienz-Klassen F bis A erlaubt.

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Das bedeuten die Buchstaben A+++, A++ und A+konkret

Ein Kühlschrank der Klasse A+++ verbraucht also deutlich weniger Strom als ein Gerät mit A+. Bleibt die Frage: Wie berechnet sich das genau? Und welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit ein bestimmtes Haushaltsgerät eine höhere Energieeffizienzklasse bekommt? Hierzu bedient man sich des sogenannten Energie-Effizienz-Index (EEI): Der tatsächliche Verbrauch eines bestimmten Gerätes, z.B. einer Waschmaschine, wird mit einem fiktiven Referenzgerät verglichen, das über einen Energieverbrauch von 100% verfügt. Je weniger Energie in Prozent die „echte“ Waschmaschine im Vergleich mit dem Modell verbraucht, eine desto bessere Energieeffizienz-Klasse bekommt sie.

Energie-Effizienz-Index: So berechnet sich der Verbrauch
Noch nicht ganz verstanden? Hier nochmal eine etwas ausführlichere Erklärung: Ein fiktiver „Standard-Kühlschrank“ verbraucht 100% Energie - dieser „Normal-Verbrauch“ wird von der EU für jede Geräteklasse, z.B. Waschmaschinen, Fernseher etc. festgelegt und richtet sich nach verschiedenen Faktoren, z.B. Größe der Bildschirmdiagonale bei Fernsehern und Rauminhalt bei Kühlschränken. Jedes echte Haushaltsgerät wird jetzt mit dem Norm-Modell hinsichtlich seines Energieverbrauchs verglichen - je weniger Energie es prozentual verbraucht desto besser die Energieeffizienz-Klasse. Da man einen Kühlschrank nicht mit Fernsehern oder Waschmaschinen vergleichen kann, gibt es für jede Geräteklasse eigene Normwerte als Richtwert für den Vergleich.

Für Kühlschränke gelten z.B. die folgenden Vorgaben:

  • 22% oder weniger Energieverbrauch als das Referenz-Modell: Energieeffizienz-Klasse A+++
  • 33% des Energieverbrauchs eines Referenz-Modells: Energieeffizienz-Klasse A++
  • 44% des Energieverbrauchs eines Referenz-Modells: Energieeffizienz-Klasse A+

Den vollständigen Überblick über die Energieeffizienzklassen der verschiedenen Geräte-Klassen entnehmt ihr dieser Tabelle - auf der linken Seite seht ihr die jeweiligen Geräte daneben die Verbrauchswerte in Prozent und die entsprechende Energieeffizienzklasse.

Energieeffizienz-Klasse A+++ A++ A+ A B C D E F G
Haushaltskühlgeräte <22 <33 <44 <55 <75 <95 <110 <125 <150 ≥150
Lampen (ungebündelt) ≤11 ≤17 ≤24 ≤60 ≤80 ≤95 >95
Fernseher <10 <16 <23 <30 <42 <60 <80 <90 <100 ≥100
Haushaltswaschmaschinen <46 <52 <59 <68 <77 <87 ≥87
Haushaltsgeschirrspüler <50 <56 <63 <71 <80 <90 ≥90
Autos <45 <54 <63 <72 <81 <90 <99 <108 <117 ≥117

Kühlschrank, Waschmaschine und Co mit A+++ kaufen: Darauf müsst ihr achten

Beim Kauf eines neuen Haushaltsgerätes solltet ihr in jedem Fall auf die oben beschriebene Energieeffizienz-Klasse achten und wenn möglich und wenn es nicht zu teuer ist, ein Gerät mit dem Energielabel A+++ kaufen. Grund: Ein Gerät dieser Klasse hat im Vergleich einen wesentlich niedrigeren Stromverbrauch. Über einen längeren Zeitraum, kann es sich daher auch lohnen, ein Gerät mit einem eigentlich höheren Anschaffungspreis zu kaufen, anstatt ein Modell, das zwar zunächst billiger ist, sich aber als Stromfresser entpuppt.

Hierzu ein weiteres Rechenbeispiel anhand eines Kühlschranks - wir gehen dabei von einem Strompreis von  26,5 Cent/kWh aus. Wie ihr der Tabelle entnehmen könnt, verbraucht das alte Modell über viermal weniger Strom als ein aktueller Kühlschrank - das wirkt sich natürlich auch auf den Endpreis aus.

Jährlicher Verbrauch Jährliche Kosten Ersparnis pro Jahr
A+++ ca. 166 kWh 44 € 116 €
A ca. 270 kWh 72 € 88 €
15 Jahre altes Gerät ca. 600 kWh 160 €

 Quelle: Kühlschrank.com

Der Vergleich macht deutlich: Bereits innerhalb eines Jahres kann sich ein zunächst teureres Gerät lohnen, da der Anschaffungspreis durch den geringen Verbrauch in kurzer Zeit amortisiert wird. Deutlich wird aber auch, dass der Verbrauch zwischen A und A+++ nicht ganz so stark ausfällt - der Unterschied zwischen A+++ und A++ ist demnach noch geringer. Überlegt euch also auch, wie oft ihr das entsprechende Gerät benutzt. Als generelle Regel gilt: Je häufiger ihr ein Haushaltsgerät verwendet, desto besser sollte die Energieeffizienz-Klasse sein.

Einige weitere Überlegungen, bevor ihr euch einen neuen Kühlschrank, Fernseher, Waschmaschine etc. kauft:

  • Die Effizienzklassen sind relativ breit gefasst - daher kann der Energiebedarf auch bei Geräten derselben Klasse teilweise deutlich abweichen.
  • Prüft daher immer auch den tatsächlichen Energieverbrauch eines Geräts - ihr findet die Angabe ebenfalls auf dem Energielabel direkt unter der Effizienzklasse.
  • Um zu brauchbaren Ergebnissen zu gelangen, solltet ihr nur Geräte vergleichen, die sich in Größe und Ausstattung ähneln.
  • Ein großer Kühlschrank kann also trotz eines höheren Verbrauchs in einer besseren Effizienzklasse liegen als ein kleines Modell, das zwar weniger verbraucht, den Strom aber ineffizienter nutzt.
  • Wenn ihr euch zwischen sich zwischen zwei Geräten entscheiden müsst, lohnt es sich, das Gerät mit der besseren Energieeffizienz-Klasse zu wählen, wenn sich die Kaufpreise nicht allzu stark unterscheiden.

Bei uns findet ihr außerdem noch zahlreiche nützliche Tipps, mit denen ihr effizient Strom sparen könnt.

Bildquellen: Wikipedia, Amazon, TanyaRozhnovskaya

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