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Xiaomi 13 Pro im Test: Xiaomal an, was die Kamera kann

Steht ganz gut da: das Xiaomi 13 Pro. (© GIGA)
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Xiaomi liefert ein neues Smartphone-Flaggschiff für die erste Jahreshälfte 2023. Das Xiaomi 13 Pro erbt die Stärken der Vorgänger und kann bei der Kamera aufholen, ein Kritikpunkt bleibt aber bestehen: die Software.

 
Xiaomi
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Xiaomi ist besonders stark in der Smartphone-Mittelklasse, als Zugpferd braucht der chinesische Megakonzern aber auch High-End-Geräte, die eine große Strahlkraft besitzen und eine Alternative zu den Flaggschiffen von, vor allem, Samsung bieten sollen.

Das im Frühjahr 2023 lancierte Xiaomi 13 Pro ist das neueste Modell aus dieser Reihe. Ein Gerät, das gegenüber den Top-Geräten des letzten Jahres, Xiaomi 12 Pro und 12T Pro, vor allem an der Kamera-Front nachbessert. Neben dem Pro-Modell gibt es derweil auch noch das spezifikationsseitig etwas zusammengedampfte Xiaomi 13 (ohne Pro) und den Mittelklassler Xiaomi 13 Lite – hier geht es aber um das Flaggschiff-Modell.

Xiaomi 13 Pro: Test-Wertung und Fazit

GIGA-Wertung: 7,8 / 10 (Einzelwertung am Ende des Artikels.)

Das Xiaomi 13 Pro ist ein großes, schweres und kompetentes Smartphone, das bei Akkulaufzeit und der Ladegeschwindigkeit glänzt, hinreichend Performance für die nächsten Jahre hat und, einmal eingerichtet, auch Spaß in der Nutzung bringt. Mit der Kamera hat Xiaomi beim 13 Pro sichtlich Boden gut gemacht, bei der Software steht der Prozess noch bevor. Hoffentlich.

Vorteile

  • hohe Leistung
  • rasantes Akkuladen
  • hervorragendes Display
  • gute Kamera

Nachteile

  • groß und schwer
  • überfrachtete Software
Xiaomi 13 Pro (12/256 GB)
Xiaomi 13 Pro (12/256 GB)
Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 24.04.2024 08:05 Uhr

Display sehr gut, Design solide

Das Xiaomi 13 Pro ist mit knapp 230 Gramm ziemlich schwer, immerhin etwas schmaler und somit handlicher als die direkten Konkurrenten Samsung Galaxy S23 Ultra und iPhone 14 Pro Max. Groß ist es dennoch, wie es die Regel für Spitzen-Smartphones in dieser Zeit eben ist. Verwundern tut das nicht – die exorbitante Technik und der große Akku fordern eben ihren Tribut.

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Deutlich gesprochen: Wir befinden uns hier in einem Territorium, das die Nutzung schwierig macht, wenn man kleine Hände hat und/oder das Smartphone in einer schmalen Hosentasche verstauen möchte. Der Tester kam zwar gut damit klar, ein Familienmitglied mit kleineren Händen beklagte sich aber über die Wuchtigkeit und fehlende Balance aufgrund der „Kopflastigkeit“ des Gerätes. Etwas ärgerlich ist dazu noch die fehlende Symmetrie auf der Rückseite: Weil die Kamerapartie links oben liegt, wackelt das Gerät, wenn man es auf dem Tisch liegend bedient und zu stark auf den Touchscreen drückt. Google macht das bei seinen Pixel-Geräten beispielsweise besser.

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Das Design ist, um hier mal ein Werturteil einzuwerfen, zweckmäßig und „in Ordnung“. Eine Schönheit ist das Xiaomi 13 Pro nicht, aber auch kein hässliches Entlein.

Das Xiaomi 13 Pro im Bewegtbild zeigt mein Hands-On vom MWC 2023:

Xiaomi 13 Pro im Hands-On
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Mit dem 6,73 Zoll in der Diagonale messenden Display bekommt man einen Bildschirm, auf dem Multimediainhalte und Games hervorragend zur Geltung kommen. Das OLED-Display weiß in praktisch jeder Hinsicht zu gefallen: Hohe Maximalhelligkeit, intensive Farben, tiefstes Schwarz, Unterstützung gängiger HDR-Algorithmen (HDR10+ und Dolby Vision) und eine dynamische Bildwiederholrate mit bis zu 120 Hz – das ist flüssig und stromsparend zugleich. Die Auflösung liegt bei WQHD+, genauer 3.200 × 1.440, wodurch das Display gestochen scharf ist. Überdies wurde laut Xiaomi die PWM-Modulation verbessert, wodurch das Gerät augenschonender sein soll, wenn es bei niedriger Umgebungshelligkeit betrachtet wird. Im hellen Sonnenlicht ist das Display mit 1.900 Nits Peak-Helligkeit hervorragend ablesbar.

Hell, scharf, flüssig: Das Display des Xiaomi 13 Pro kann im Test überzeugen. (Bildquelle: GIGA.DE)

Das Display hält seine Versprechen ein und kann sich am oberen Ende der Ranglisten einsortieren. Mag sein, dass bei Labortests herauskommen könnte, dass die Displays in den Top-Geräten der Konkurrenz ein µ besser sind – im Alltag merkt man den Unterschied jedoch nicht.

Kritisierbar ist, dass das Display sich an den Seiten links und rechts im dünner werdenden Gehäuse verjüngt. Ein „Edge-Display“ zu verbauen ist eine Designentscheidung, die schick aussieht und aus der Perspektive manches Nutzenden gar einen ergonomischen Vorteil bieten mag, aber eben auch für störende Seitenreflektionen sorgt und das Gerät fragiler gegenüber Stürzen macht. Gelegentlich sorgte die Form des Touchscreens im Test auch für Fehleingaben, wenn der Handballen den Touchscreen berührte – wer arg darunter leidet, kann aber in den Einstellungen die Empfindlichkeit an den Rändern feinjustieren.

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Stört kaum: die Punchhole-Kamera im Xiaomi 13 Pro. (Bildquelle: GIGA.DE)

Die im Display eingelassene Frontkamera nach Punchhole-Art stört weniger als die überbordende Notch eines aktuellen iPhone, der im Display integrierte optische Fingerabdrucksensor ist auf einer angenehmen Höhe und reagiert größtenteils schnell und zuverlässig.

Verarbeitungsqualität und Materialien lassen keinen Grund zur Beanstandung: IP68-Zertifizierung (staubdicht, wasserdicht bis 1,5 m für 30 Minuten), Gorilla Glass Victus vorne und hinten, der stabil wirkende Metallrahmen sowie das mitgelieferte Case (transparent, Slim, elastisches Plastik) schaffen Vertrauen in die Robustheit des Xiaomi 13 Pro. Die im Gehäuse rechterhand eingelassenen Tasten sind „clicky“, haben gute Druckpunkte. Power liegt auf einer für den Daumen gut erreichbaren Höhe, auch die darüberliegende Lautstärkewippe ist für große Hände noch gut erreichbar.

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Wackelt auf dem Tisch: das Xiaomi 13 Pro. (Bildquelle: GIGA.DE)

Leistung auf Spitzenniveau

Ich habe keine Kritik an der Leistung des Xiaomi. Wie könnte ich auch? Der Hersteller integriert alles, was derzeit in ein modernes Android-Smartphone verbaut werden kann, um Spitzen-Performance zu liefern. Neben dem Qualcomm-SoC Snapdragon 8 Gen 2, der nicht nur bei Bedarf ein hohes Leistungsniveau bereitstellt, sondern in normalen Situationen auch besonders stromsparend arbeitet, sind auch üppige 12 GB des besonders schnellen LPDDR5X-Arbeitsspeichers verbaut.

Unterstützung aller WLAN-Standards inklusive Wi-Fi 6e, dazu Bluetooth 5.3 und natürlich 5G sorgen dafür, dass bei der Datenübertragung keine Flaschenhälse entstehen. Die Möglichkeit der Speichererweiterung gibt es leider nicht, außerdem ist das Gerät in Deutschland nur mit 256 GB an internem Speicher ausgestattet – warum eigentlich so knickrig, Xiaomi? Das Testgerät hatte hingegen 512 GB des schnellen UFS-4.0-Speichers – eine Menge, die angesichts eines Gerätepreises über 1.000 Euro auch für die deutschen Serienmodelle angemessen wäre.

Die Leistung stimmt. Das zeigt sich in Benchmarks wie in Spielen. Die dezente Hitzeentwicklung bei längeren Game-Sessions ist wahrnehmbar, störte im Test aber nicht sonderlich.

Eine Verbesserung gegenüber dem Xiaomi 12T Pro: Im Energiesparmodus „Ausgeglichen“ stürzt das Gerät im 3Dmark-Stresstest nicht mehr ab. Lediglich im Modus „Leistung“ trat dieses Verhalten wieder auf, was darauf hindeutet, dass darin der Chip nicht oder kaum heruntergedrosselt wird. Mit „Ausgeglichen“ war die gemessene Performance fast an der des Leistungsmodus und konnte lange gehalten werden – ich empfehle also mit Nachdruck, die Voreinstellung „ausgeglichen“ aktiv zu lassen.

Software vom Xiaomi 13 Pro: Immer noch nicht gut

Ein solch gutes Urteil kann ich der Software freilich nicht ausstellen. Fangen wir aber mal bei den Vorteilen an: Xiaomi liefert das Gerät mit einem aktuellen Android 13 und der hauseigenen MIUI-Oberfläche in Version 14. Aktuell ist immer gut und Xiaomi verbürgt sich auch dafür, dass sein Smartphone länger auf einem aktuellen Stand bleibt: 3 große OS-Updates und 5 Jahre Sicherheitsupdates sind gut, wenn auch nicht ganz so lang wie es Samsung mittlerweile garantiert (4 OS- und 5 Jahre Sicherheitsupdates). Dennoch eine Nachricht in Sachen Langlebigkeit und Wiederverkaufswert, die man gern hört.

Die Software im Xiaomi 13 Pro hat uns im Test nicht begeistert. (Bildquelle: GIGA.DE)

Vielleicht heißt diese längere Update-Versorgung ja auch, dass die Geräte noch ein paar Verbesserungen an der grundsätzlichen Software erhalten – die hat Xiaomi nämlich seit dem 12T Pro (Test) leider kaum verbessert, obwohl sie doch dringend nötig wären. Bugs in der Software fielen schon bei der Ersteinrichtung auf (Anpassungen der Schriftgröße ohne Auswirkungen). Das frisch eingerichtete Smartphone ist dann auch weiterhin, Verzeihung für die drastische Formulierung, ein Bild des Jammers. Leider hat sich hier gegenüber unserem Test von MIUI 13 beim Xiaomi 12T Pro nichts Wesentliches getan – mehr Details gibt es im Testbericht aus dem vergangenen Jahr. Hier nur in Kürze die wichtigsten Kritikpunkte:

  • Auch wenn vieles konfiguriert werden kann, sind die Standards oft schlecht gewählt: Kein App-Drawer, nervige Soundeffekte, der unnötige RAM-Booster und eine Steuerung, die ohne Not den sinnvollen Android-Standards zuwiderhandelt. Im Auslieferungszustand ist die Software überbordend und chaotisch. Gerade weniger bewanderte User dürften sich anfangs mit dem Xiaomi 13 Pro überfordert fühlen.
  • Bloatware: diverse Anwendungen fürs Shopping, Buchung von Mietwagen und Urlauben, 3 verschiedene Browser, zahllose Apps für Social Networks, Casual-Spiele und mehr sind vorinstalliert. Die lassen sich zwar deinstallieren, für viele System-Apps gilt das jedoch nicht.
  • Ein Smartphone ist ein Gerät, auf dem persönlichste Daten liegen. Als Käufer möchte und muss ich dem Hersteller vertrauen, damit verantwortungsvoll umzugehen. Dass System-Apps wie der Dateimanager, die Theme- und Hintergrundauswahl, der Musikplayer und weitere Apps fragwürdige Personalisierungsmechaniken enthalten und nach dem Gusto des Herstellers sogar Werbung eingespielt bekommen könnten, ist in diesem Zusammenhang inakzeptabel.
  • Auch das Einstellungsmenü mit seinen tief verschachtelten und inkohärenten Untermenüs sowie teils schlechten Übersetzungen nervt. Beispiele: Schon auf der obersten Ebene findet sich einerseits der Menüpunkt „Sicherheit und Notfälle“, andererseits „Sicherheit und Datenschutz“, andererseits noch einmal „Datenschutz“. Wichtige Akkuoptionen finden sich im Untermenü „Akku“ des Obermenüs „Akku“. Manche Optionen sind wiederum extrem gut versteckt – den Game Boost kann man zum Beispiel nur über die App „Sicherheit“ – nicht zu verwechseln mit den beiden Einstellungsmenüs zu „Sicherheit“ – ausschalten. Bei diversen Menüpunkten ist unklar, was sie bewirken. Das frustriert, dabei ist die tiefe Anpassbarkeit des Systems eigentlich ein Vorteil von MIUI.

Entscheidend sind solche Nachlässigkeiten nicht, aber durchaus ein Nerv-Faktor. Wer zum Beispiel unserem Video-Ratgeber folgt, sich eine halbe Stunde Zeit nimmt, das Xiaomi 13 Pro „gesund“ zu konfigurieren und dazu vielleicht sogar einen anderen Launcher wie Nova installiert, bekommt ein gut nutzbares Smartphone. Trotzdem möchte ich meine Kritik auf folgende Formel herunterbrechen: MIUI ist einsteigerfeindlich, am Nutzenden vorbeigedacht und muss endlich besser werden.

In diesem Video erfahrt ihr, wie ihr ein Xiaomi-Smartphone „gesund“ konfiguriert:

Diese Einstellungen solltet ihr bei eurem Xiaomi-Smartphone unbedingt ändern
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Kamera des Xiaomi 13 Pro im Test: Ein großer Schritt nach vorn

Erneut hat Xiaomi bei der Kamera mit Leica zusammengearbeitet. Diese Kooperation ist kein reiner Marketing-Schachzug: Sowohl auf Hardware-Details wie die Linsenkonfiguration als auch auf den Look der Fotos hat das Traditionsunternehmen aus Wetzlar Einfluss. In der Software zeigt sich das etwa bei der Auswahl des Farbmodus. Hier hat man die Wahl zwischen einem natürlichen „Leica Authentisch“-Modus und dem gesättigteren, kontrastreichen „Leica Lebendig“-Modus, der etwas an Samsung erinnert. Dies ist ein Faktor, der die Fotografie flexibler als bei den meisten Konkurrenten macht, das gefällt mir gut.

Der Leica-Schriftzug ist nicht nur Zierde: Die Kamerapartie des Xiaomi 13 Pro (Bildquelle: GIGA.DE)

In der Hauptkamera verbaut Xiaomi „Sonys besten“ – den 1-Zoll-Äquivalent-Sensor IMX989, welchen Xiaomi zuvor nur im China-exklusive Xiaomi 12S Ultra integriert hatte. Der riesige Sensor mit 50 MP soll hervorragende Low-Light-Eigenschaften mitbringen. Schon allein auf dem Papier ist das aus meiner Sicht die deutlich bessere Wahl als der enttäuschende 200-MP-Sensor im 12T Pro. Auch ein Ultra-Weitwinkel-Objektiv mit 50 MP ist mit an Bord, ein stabilisierter 3,2-facher Tele-Zoom wiederum mit 50 MP und eine Selfie-Kamera mit 32 MP. Das ist sehr flexibel und lädt zum Herumprobieren ein. Die Qualität ist auf allen Linsen über Durchschnitt, zuweilen sehr gut, beim Wechsel zwischen den Objektiven fallen aber schon unterschiedliche Farbbilder auf.

Lowlight, Zoomfaktor 0.6 / Ultra-Weitwinkel
Lowlight, Zoomfaktor 0.6 / Ultra-Weitwinkel
Lowlight, Zoomfaktor 1x / Hauptsensor
Lowlight, Zoomfaktor 1x / Hauptsensor
Lowlight, Zoomfaktor 2x, digitaler Crop / Hauptsensor
Lowlight, Zoomfaktor 2x, digitaler Crop / Hauptsensor
Lowlight, Zoomfaktor 3,2, Tele
Lowlight, Zoomfaktor 3,2, Tele
Lowlight, Nachtmodus, Hauptkamera
Lowlight, Nachtmodus, Hauptkamera
Porträt, starkes natürliches Licht von der Seite, Tele
Porträt, starkes natürliches Licht von der Seite, Tele
Abenddämmerung, Hauptkamera
Abenddämmerung, Hauptkamera
Hoher Dynamikumfang, Hauptkamera
Hoher Dynamikumfang, Hauptkamera
Hoher Dynamikumfang, Hauptkamera
Hoher Dynamikumfang, Hauptkamera
Makro (Sellerie in der Nahaufnahme)
Makro (Sellerie in der Nahaufnahme)
Zoomfaktor 0.6 / Ultraweit
Zoomfaktor 0.6 / Ultraweit
Zoomfaktor 1x / Hauptsensor
Zoomfaktor 1x / Hauptsensor
Lowlight, Zoomfaktor 2x, digitaler Crop / Hauptsensor
Lowlight, Zoomfaktor 2x, digitaler Crop / Hauptsensor
Lowlight, Zoomfaktor 3,2, Tele
Lowlight, Zoomfaktor 3,2, Tele
Hoher Dynamikumfang, Tele
Hoher Dynamikumfang, Tele
Porträtmodus, Hauptkamera
Porträtmodus, Hauptkamera
Straßenfoto, Hauptkamera
Straßenfoto, Hauptkamera
Straßenfoto, Hauptkamera
Straßenfoto, Hauptkamera
Makro
Makro

Die standardmäßig auf 12 MP heruntergebinnten Resultate können sich zumeist sehen lassen. Auch wenn sie nicht in jedem Szenario mit den Spitzengeräten von Apple, Huawei, Vivo und Google mithalten kann, konnten die Ergebnisse in Lowlight-Situationen und auch in der Porträtfotografie doch mitunter glänzen. Die Bilder sind überwiegend rauscharm, detailreich, beeindruckend schnell ist auch der Autofokus. Die aufgenommenen Bilder wirken größtenteils harmonisch, überschärft nur selten. Selbst Lichtsituationen mit einem hohen Dynamikumfang, an denen das Xiaomi 12T Pro noch krachend gescheitert war, bringen das 13 Pro kaum ins Schwitzen.

Auch gut zu gefallen wissen die Flexibilität und Übersichtlichkeit der App. Videos in 4K60 gelingen, der Klang weiß zu überzeugen. Die Stabilisierung ist gut, nur die digitale Zusatz-Stabilisierung produzierte in einem unter schlechten Lichtbedingungen aufgenommenen Clip leichte visuelle Artefakte.

Gute Akku-Laufzeit, Laden ohne Kompromisse

Mit etwas über 4.800 mAh Akku-Kapazität ist das Xiaomi 13 Pro für ein Smartphone dieser Größe ausreichend bestückt. Die Akku-Kalibrierung wirkt auf mich allerdings etwas suspekt, so hat der Akku auch nach einer Stunde recht intensiver Nutzung nach dem Abstöpseln oft – laut Anzeige – noch 100 % Ladung.

Ungeachtet dessen hat sich das Xiaomi 13 Pro in der Kerndisziplin bewährt: Es läuft lange, bringt seine Nutzenden zuverlässig und mit Reserven über den Tag. Und ja, auch die eine oder andere Spiele-Session sorgt nicht für Schweißausbrüche: Zwei Stunden meines Guilty Pleasures, Vampire Survivors, sorgten dafür, dass am Samstagabend eben nicht wie sonst 60, sondern nur noch 40 % übrig waren. Lediglich ein einstündiger Benchmark-Marathon mit aufwändig dargestellten 3D-Welten ließ den Ladestand deutlich schneller schmelzen. Im normalen Alltagseinsatz mit einer Screen-on-Time von rund 4 Stunden pro Tag ist problemlos ein ganzer Tag normaler Nutzung drin, auch zwei Tage sind möglich.

Die guten Akkulaufzeiten sind in erster Linie auf den sparsamen Qualcomm-Chip zurückzuführen, aber auch auf das bei Xiaomi traditionell aggressive Akku-Management, das Apps im Hintergrund beendet, wenn für einige Zeit nicht mit ihnen interagiert wird. Auch bei mir kam im Test vor, dass Media-Player wie Spotify und PlexAmp bei ausgeschaltetem Bildschirm nach einigen Minuten beendet wurden – auf App-Basis kann man das Verhalten ausschalten, näheres dazu auf der Website Don’t kill my App.

Die Kamera des Xiaomi 13 Pro nimmt auch optisch einen wichtigen Platz ein. (Bildquelle: GIGA.DE)

Xiaomi hat für Poweruser aber noch einen weiteren Pfeil im Köcher: das mitgelieferte 120‑W-Ladegerät. Trotz neuerer GaN-Technik ist das Netzteil recht wuchtig, bringt aber enorm viel Ladeleistung. Bereits im normalen Modus lädt das Gerät in unter einer halben Stunde von 0 auf 100 % komplett auf. Ein zusätzlich aktivierbarer Boost-Modus verkürzt die Zeit gar noch auf etwa 20 Minuten. In der Realität braucht man diesen schnelleren, aber der Langzeit-Lebensdauer des Akkus wohl abträglichen Lademodus selten: Man startet schließlich selten bei Null beim Laden und schon die reguläre Ladegeschwindigkeit ist erschütternd hoch – beim Duschen, Kaffee trinken, Umziehen und/oder Zähneputzen schnell das Handy angestöpselt und man hat genug Saft für den Tag. Auch wenn wir derlei ja nun auch schon oft bei Handys aus China gesehen haben, bleibt das eine fantastische Eigenschaft. Wer von einem so schnell ladenden Gerät beispielsweise auf ein im Vergleich deutlich langsamer ladendes Samsung- oder Google-Smartphone zurück wechselt, vermisst das schnelle Laden sofort.

Auch aufs Induktionsladen muss man beim Xiaomi 13 Pro natürlich nicht verzichten – ein separat erhältliches Xiaomi-Gerät zum schnellen Laden schafft immerhin 50 W in den Akku zu pumpen, testen konnte ich das aber nicht. Beim kabellosen Laden über ein Qi-Wireless-Gerät von Anker zeigte sich das Xiaomi 13 Pro eher gemütlich. In anderer Richtung kann das Xiaomi 13 Pro ebenfalls Strom übertragen, etwa zum Aufladen von Bluetooth-Kopfhörern.

Wie nachhaltig ist das Xiaomi 13 Pro?

Die Packung ist immer noch groß, schließlich brauchen das Netzteil und das mitgelieferte Case ihren Platz. Das kann man zwiespältig sehen: Aus Sicht vieler Nutzenden sind die Dreingaben gut und sinnvoll, aber nicht jeder braucht sie; Transportkosten und zukünftiger E-Waste werden dadurch erhöht. Immerhin besteht die Packung aus recyceltem Papier und Karton. Im Lieferumfang ist immer noch eine zusätzliche Plastik-Umhüllung zum Schutz des Gerätes enthalten.

Der Hersteller hat mit der Xiaomi-13-Serie begonnen, den CO₂-Fußabdruck der eigenen Geräte über das LCA-System unabhängig messen zu lassen. Dieser liegt nach eigenen Angaben bei 62,8 kg für Xiaomi 13 und 13 Pro. In Deutschland gibt es ein Trade-In-Programm für Altgeräte, durch ein 1:1-Recyclingprogramm will der Hersteller zudem die E-Waste-Bilanz verbessern.

Großes Smartphone, (deutlich) größere Verpackung: das Xiaomi 13 Pro. (Bildquelle: GIGA.DE)

Zum Xiaomi 13 Pro findet sich auf YouTube ein Teardown-Video, das auf einen aufwändig wirkenden Reparatur-Prozess schließen lässt – weitere Datenpunkte zur Reparierbarkeit konnte ich allerdings nicht erheben. Xiaomi bietet eine kostenfreie Hotline für Garantiefälle an und übernimmt die Arbeitskosten für eine Reparatur in den ersten 12 Monaten nach dem Kauf, Ersatzteile und Versand müssen dennoch bezahlt werden.

Dank mehr Transparenz, dem verbesserten Update-Versprechen und sichtlich mehr Bemühungen im Bereich Nachhaltigkeit verbessert sich unsere Einschätzung hier leicht – Xiaomi sollte aber dranbleiben und weitere Verbesserungen vornehmen.

Ergänzungen und Beobachtungen

Zwei SIM-Slots, aber nur USB 2.0: das Xiaomi 13 Pro. (Bildquelle: GIGA.DE)
  • Wie die meisten Smartphones chinesischer Firmen hat das Xiaomi 13 Pro einen Infrarot-Blaster. Das Gerät lässt sich so auch als Universalfernbedienung verwenden.
  • Im Lieferumfang ist neben Netzteil und USB-Kabel auch ein transparentes Case aus Weichplastik enthalten. Eine Displayfolie befindet sich ab Werk auf dem Gerät.
  • Der Vibrationsmotor ist eine zusätzliche Stärke des Xiaomi 13 Pro. Haptisches Feedback bei UI-Interaktionen ist differenziert und doch gut merkbar, bei eingestelltem Vibrationsalarm rüttelt das Gerät aber auch heftig – so muss es sein.
  • Das Xiaomi 13 Pro besitzt zwei SIM-Slots, unterstützt aber auch eSIM. Maximal können zwei „Leitungen“ aktiv sein. Die eSIM einzurichten und zu verwenden hat im Test problemlos geklappt.
  • Ebenfalls gut und vergleichsweise voll klingt der Sound, der aus den Stereo-Speakern schallt.
  • Bei der Konnektivität gibt es wenig zu meckern: WLAN inklusive der neuesten Standards Wi-Fi 6e und 7 ist an Bord, genau wie der noch recht neue Bluetooth‑5.3-Standard, inklusive Unterstützung der wohlklingenderen Übertragung per LDAC, LDHC und AAC-Komprimierung, auf AptX-Support muss man jedoch verzichten.
  • Kritikpunkt: Der USB-C-Port kann Daten nur mit USB-2.0-Geschwindigkeit übertragen. Das ist schade, aber ein verschmerzbarer Kompromiss, da die kabelgebundene Übertragung von Dateien auf einen PC heute ein eher seltenes Vergnügen geworden ist und die Geschwindigkeit dafür noch ausreicht. Im Test habe ich bei der Übertragung eines Ordners mit Fotos und Videos 210 MBit/s (rund 26 MB/s) erreicht.
  • Das GPS-System ist nicht immer akkurat. Fehleinschätzungen bei der Navi-Nutzung per Android Auto um Entfernungen, die schon mal 100 oder 150 m daneben lagen, fielen mehrfach auf. An komplizierten Autobahn-Ausfahrten kann das einen kleinen Umweg nach sich ziehen. Auch der Kompass liegt oft daneben und muss durch Rekalibrierung wieder auf Kurs gebracht werden.

Testwertung zum Xiaomi 13 Pro im Detail

KategorieWertung (max. 10)
Akku und Alltag8
Verarbeitung und Design8
Display9
Kameras8
Software5
Performance9
Telefonie und Audio8
Speicher8
Nachhaltigkeit7
Gesamt7.8

Hinweis: Die Kategorie „Nachhaltigkeit“ wird zu 10 Prozent auf die Gesamtnote gerechnet. Mehr dazu.

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