Multimedia

Frank Ritter

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Filme und Serien, insbesondere Hollywood-Blockbuster im 21:9-Format machen großen Spaß auf dem Acer Predator X34. Wenn die gesamte Bildschirmfläche ausgenutzt wird, hat man einfach mehr vom Film, je nach eigenen Vorlieben kann der Bildschirm sogar ein klassisches Fernsehgerät ersetzen.

An der Stelle empfehlen wir zum Abspielen lokaler Videodateien den MPC-HC. In diesem auch sonst empfehlenswerten Videoplayer kann man einfach über die Numlock-Pfeiltasten den Zoomfaktor ändern, mit dem beliebten VLC ist das in der Einfachheit nicht möglich. Diese Funktion macht unter anderem deswegen Sinn, weil uns im Test immer wieder Videos (soll heißen: Kinofilme) untergekommen sind, die zwar an sich im 21:9-Format vorlagen, aber unnötigerweise mit hartkodierten schwarzen Balken oben und unten ausgeliefert werden, damit das Bildformat nativ auf 16:9-Format ausgerichtet ist – blödsinnig, aber nicht unüblich.

In Fällen, da Videos in einem Webplayer gestreamt statt in einem nativen Player abgespielt werden, können die daraus resultierenden schwarzen Balken oben, unten, links und rechts nicht umgangen werden. Das fiel uns unter anderem im Titel 72 Stunden - The next three Days bei Amazon Prime Instant Video auf und ist einfach ein großes Ärgernis. Einerseits sind hier die Medien-Distributoren in der Pflicht, diese Balken nicht mit zu encoden, andererseits wäre für solche Fälle auch eine Software-Lösung des Monitorherstellers wünschenswert, mit dem in einem solchen Fall (halb-)automatisch ins Bild hineingezoomt werden kann, damit die Balken nicht angezeigt werden.

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Gaming

Im Vorfeld war ich skeptisch, was den Einsatz des Acer Predator X34 zum Zocken angeht. Zum einen hinsichtlich der Kompatibilität meiner Spielebibliothek mit dem immer noch exotischen Seitenverhältnis von 21:9, zum anderen weil durch das größere Sichtfeld und das Mehr an Pixeln natürlich auch mehr Leistung abgerufen werden muss. Zum Vergleich: Während die Grafikkarte bei einem Monitor mit FullHD-Auflösung etwas über 2 Millionen Pixel umherschubsen muss, sind es bei WQHD (2.560 x 1.440) bereits 3,7 Millionen und mit der vom Acer Predator genutzten UWQHD-Auflösung von 3.440 x 1.440 bereits fast 5 Millionen. Das mag nicht ganz auf dem Niveau der typischen UHD-Auflösung von 3.840 x 2.160 (8,3 Millionen) liegen, trotzdem muss die dafür notwendige Leistung erst einmal erreicht werden.

Leider habe ich keine Battlebox zu Hause wie die, mit der wir vor einigen Wochen Rise of The Tomb Raider in 4K zeigten – eine solche Maschine dürfte natürlich keinerlei Probleme mit einem Monitor vom Schlage des Acer Predator X34 haben. Perspektivisch dürften aber auch Nvidias neue Karten GeForce GTX 1080 und 1070 hinreichend Leistung für hohe Details in dieser Auflösung sein.

Mein Gaming-Rig liegt hingegen mit einem Intel Core i5-4690K (nicht übertaktet), 8 GB RAM, und einer GeForce GTX970 etwa in der unteren Oberklasse. Bekanntermaßen taxieren höhere Auflösungen insbesondere den Grafikspeicher und hier ist die GTX970 mit 3,5 GB plus 0,5 GB langsamer angebundenen Speicher im Nachteil. Laut Laboruntersuchungen der PC Games Hardware (nicht online, hier als ePaper) kann man sich mit einer vergleichbaren Hardware-Ausstattung darauf einstellen, dass in den meisten aktuellen Titeln bei gleichen Einstellungen die Framerate gegenüber 1080p etwa halbiert wird. Wie wirkt sich das in der Praxis aus?

Nun, nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Zum einen, weil ich dank der höheren Schärfe und des vergrößerten Sichtfeldes gerne bereit bin, die Settings in anspruchsvollen Titeln herunterzustellen. Ich habe unter Anderem GTA 5, The Witcher 3, Rise of the Tomb Raider, Doom (2016) und The Division mit mittleren bis hohen Settings stets flüssig spielen können, die Framerate lag dabei bei 40 FPS und höher – für meine Ansprüche ausreichend. Zudem macht sich hier Nvidias G-Sync-Technologie bemerkbar: Dank verbesserter Abstimmung von Grafikkarte und Monitor wird erst dann ein neues Bild auf dem Bildschirm dargestellt, wenn die Grafikkarte es berechnet hat. Dementsprechend korrespondiert die Monitor-Bildfrequenz mit der FPS-Zahl, das Bild wird vor allem in niedrigen FPS-Bereichen harmonischer und subjektiv flüssiger, die Eingabeverzögerung verringert sich und Screen Tearing wird unterbunden. Zum anderen muss dank der höheren Pixeldichte auch kein so teurer Anti-Aliasing-Modus eingestellt werden, da Pixeltreppchen bei höherer Auflösung weniger stark wahrnehmbar sind.

Bezüglich der Performance mag ich sicher keine Enthusiastenbrille aufgesetzt haben, aber in der Regel ist der besonders Performance-intensive Sprung von hohe auf sehr hohe Settings der, den man visuell am schwächsten wahrnimmt. Das bin ich für die hohe Auflösung gerne bereit zu opfern. Und wir reden hier von einem Luxusproblem: Abgesehen vom (technisch versaubeutelten) Quantum Break liefen alle getesteten Titel mit der genannten Hardware-Konfiguration auf einem visuell gleichen oder höheren Niveau als es die CurrentGen-Konsolen zu liefern imstande sind. Und das eben in 21:9 und 3.440 x 1.440 Pixeln.

Natürlich habe ich neben AAA-Games auch einige Evergreens ausprobiert, also heißgeliebte Spiele mit geringeren Hardware-Anforderungen. Neben dem ersten Tomb-Raider-Reboot von 2013 liefen auch zwei F2P-Titel, der Shooter Team Fortress 2 und das Action-RPG Path of Exile, in nativer Auflösung mit den vollen 100 FPS. PoE ließ sich dank DSR (Dynamic Super Resolution) sogar mit Downsampling spielen, auch wenn die aus reiner Experimentierfreude eingestellte Auflösung von 6.880 x 2.880 (!) nach rund einer Minute zum Absturz führte. Solange sie lief, lief sie aber flüssig.

Civilization 5 spielte ich zur Abwechslung im Fenstermodus und in Full HD, sodass ich bei Bedarf problemlos in andere Fenster wechseln konnten – eine komfortable Erfahrung, die bei Rundenstrategietiteln Sinn ergibt. Lustig war auch Return to the Roots zu testen – eine Open-Source-Engine für Die Siedler 2 von 1996, mit dem das Spiel auf modernen Betriebssysteme und mit hohen Auflösungen gezockt werden kann. Die veraltete, aber immer noch charmante Grafik auf einem so gigantischen Monitor zu genießen ist irgendwie skurril. Mit Defense Grid 2 zockte ich auch ein aktuelleres Strategiespiel im Tower-Defense-Genre und war von dem Mehr an Bildinformationen fast schon erschlagen. Gerade in Strategietiteln macht das Ultrawide-Format einen riesigen Unterschied an Übersicht aus, aber auch in Shootern bringt das vergrößerte Sichtfeld deutliche Vorteile, vor allem in kompetitiven Matches. Man muss freilich damit leben, dass es in 3D-Titeln an den äußeren Rändern zu perspektivischen Verzerrungen kommt. Besonders deutlich wird das, wenn man in Shootern wie Team Fortress 2 und DOOM den FOV-Wert höher stellt als üblich.

Ein nicht zu unterschätzendes Pro-Argument für Ultrawide-Monitore ist die Renaissance des Splitscreen-Modus: Trackmania Turbo und Rocket League sind Games, die mit Kumpels im lokalen Multiplayer mehr Spaß machen, weil beide Spieler mehr Bildschirmfläche haben. Enttäuscht waren wir derweil von Call of Duty: Black Ops 3 und dem älteren Rennspiel Blur: Bei BlOps3 verblieben nervige Balken auf der oberen und unteren Seite, bei Blur ließ sich der Bildschirm nur horizontal aufteilen.

Unterm Strich kann ich ein überaus positives Fazit zum Zocken in Ultrawide ziehen. Natürlich zehrt die Auflösung an der Leistung, aber wer einen Monitor für mehr als 1.000 Euro kauft, wird tendenziell auch einen PC mit den notwendigen Pferdestärken unter dem Schreibtisch stehen haben. Überrascht war ich, wie gut G-Sync in der Lage ist, das Spielerlebnis in niedrigen FPS-Bereichen zu verbessern. Außerdem positiv zu vermerken ist, dass durch die Bank alle von mir getesteten Games problemlos mit dem 21:9-Bildverhältnis klarkamen. In einigen Spielen, etwa The Witcher 3 und The Walking Dead: Michonne wurde für Cutscenes zwar in den 16:9-Modus gewechselt, das ist aber ein verknusbares Problemchen.

Unser Fazit zum Acer Predator X34

Würde ich wechseln? Nein, denn mir persönlich reicht das klassische 16:9-Format in Sachen Übersicht weiter aus und ich scheue derzeit noch die hohen Investitionen zum Umstieg. Aber: 21:9 taugt als alltagstaugliches Bildformat mittlerweile überraschend gut. Die UWQHD-Auflösung von 3.440 x 1.440 funktioniert sogar als praktikable Alternative zu UHD, die höhere Frequenzen als 60 Hz beziehungsweise höhere Bildraten als 60 FPS zulässt. Weder in Games noch im Office-Betrieb muss man mit technischen Problemen abseits von kleineren Schluckäufen rechnen.

Der Acer Predator X34 ist fürs Kinoformat am Desktop in jedem Fall eine gangbare Option, wenn man dem markant-aggressiven Design etwas abgewinnen kann. Vor allem Gaming-Enthusiasten eröffnen sich dank des gebogenen, erweiterten Blickfeldes, 100-Hz-Support und G-Sync-Kompatibilität tolle Möglichkeiten. Man muss sich dabei freilich auf hohe Kosten einstellen: Mit einem Straßenpreis von 1.000 bis 1.200 Euro ist der Monitor selbst schon nicht ganz billig, zudem empfehlen wir zum Zocken dringend eine High-End-Grafikkarte mit mehr als 4 GB Grafikspeicher. Die von uns eingesetzte Geforce GTX 970 (4 GB, rund 300 Euro) ist definitiv eine Option am untersten Rand des Spektrums. Mehr Freude dank mehr Bilddetails oder höheren Framerates hat man mit teureren Grafikkarten, etwa einer GeForce GTX 980TI (6 GB, rund 600 Euro) oder Titan X (12 GB, ab 1.000 Euro). Wenn Nvidias neue GeForce-Karten der Pascal-Generation, GTX 1070 und 1080, den Markt erreichen, dürfte zumindest dieser Posten aber erheblich günstiger werden. Abseits von diesen Überlegungen macht der Acer Predator X34 mal wieder deutlich, welche Vorteile man durch die Vielfalt an verfügbarer Hardware als PC-Gamer hat: Je nach Geldbeutel und persönlichen Vorlieben kann jeder sich sein optimales Setup zusammenstellen und in nach eigenen Bedürfnissen optimaler Qualität zocken – zum Beispiel auch im Kinoformat.

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