Seit 2013 sind die allgemein als „GEZ-Gebühren“ bekannten Kosten für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkgesellschaften in Deutschland als Rundfunkbeitrag bekannt. Bereits 2020 sollten die Rundfunkgebühren steigen, nun hat das Bundesverfassungsgericht eine Erhöhung angeordnet.

 
Beitragsservice (ehem. GEZ)
Facts 

Schon im vergangenen Jahr haben 15 Bundesländer einen Anstieg beschlossen. Die Durchführung wurde jedoch von Sachsen-Anhalt blockiert. Das Bundesverfassungsgericht sieht hier einen Verstoß gegen die Rundfunkfreiheit aus Artikel 5 Grundgesetz und schafft somit den Weg für die neuen Gebühren. Somit liegen die monatlichen Kosten nun bei 18,36 € statt vorher 17,50 €. Die neuen Gebühren gelten rückwirkend ab dem 20. Juli.

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Höhe der „GEZ“-Gebühren 2021: Rundfunkbeitrag

Inzwischen wird für den Rundfunkbeitrag nicht mehr nach Geräten im Haushalt bemessen. Vielmehr bezahlt jeder Haushalt, sprich jede Wohnung jeden Monat den gleichen Betrag. Dabei ist es unerheblich, wie viele Personen im Haushalt leben oder ob überhaupt kein Radio, Fernseher oder PC in der Wohnung vorhanden ist. Werden zwei Haushalte, die Beiträge zahlen, zusammengeführt, sollte ein Zahlender beim Beitragsservice kündigen. Der Monatsbeitrag erhöht sich monatlich um 86 Cent und liegt ab sofort bei 18,36 €. Dieser muss allerdings nicht monatlich bezahlt werden, vielmehr steht auch eine viertel-, halb- oder jährliche Zahlung zur Auswahl. Pro Jahr verteuern sich der Rundfunkbeitrag demnach um 10,32 €.

GEZ-Gebühr Zeitraum
18,36 € Monatlich
55,08 € 3-Monatlich
110,16 € Halbjährlich
220,32 € jährlich

Anders als zum Beispiel bei Versicherungen kann man beim Rundfunkbeitrag nicht sparen, wenn man den Betrag nicht monatlich, sondern für ein Jahr auf einen Schlag bezahlt.

Noch 2014 wurde der Rundfunkbeitrag von 17,98 € auf 17,50 € gesenkt. Wer selbständig oder Freiberufler ist, muss ebenfalls einen Beitrag entrichten, der sich nach der Anzahl der Mitarbeiter in einem Betrieb richtet. Weitere Informationen hierzu finden sich im Jura-Forum. Menschen mit Behinderung („RF“) bezahlen weniger pro Monat. Sozial Schwache können auf Antrag ganz von der Beitragszahlung entbunden werden.

Quelle: GettyImages / aldorado10

Rundfunkbeitrag: Gebühren 2021

Mit der monatlichen Zahlung ist auch der Rundfunkbeitrag für ein privat geführtes Auto beglichen. Wer einen Zweitwohnsitz bezieht, muss für beide Wohnsitze Gebühren zahlen. Wird eine Wohnung vermietet, muss der Mieter und nicht der Vermieter für den Rundfunkbeitrag aufkommen.

Bis 2013 war es möglich, die Rundfunkgebühren zu umgehen, indem angegeben wurde, dass kein Fernseher oder anderes Empfangsgerät im Haushalt verfügbar sei. Seit der Änderung in den Beitragsservice ist es unerheblich, ob Geräte vorhanden sind oder das Programm von ZDF und Co. genutzt wird, jeder Haushalt bezahlt pauschal die geforderte Gebühr. Auch wenn es regelmäßig Versuche gibt, die GEZ-Gebühren per Barzahlung zu umgehen, ist dies tatsächlich nicht so einfach, wie oft angegeben. Wer Zahlungsbescheide ignoriert, muss mit Mahnungen und sogar einem Vollstreckungsbescheid rechnen, über welchen zum Beispiel der Lohn für die Gebühr gepfändet werden kann.

Versuche, der Rundfunkgebühr gerichtlich zu widersprechen, scheiterten, Gerichte urteilten bislang immer für die Rundfunkanstalten. Die Verfassungsgerichte in Bayern und Rheinland-Pfalz haben den Beitrag für verfassungsmäßig in Ordnung erklärt.

Ausgenommen vom Rundfunkbeitrag sind 2021 unter anderem lediglich:

  • Hartz IV-Bezieher
  • Bafög-Empfänger
  • Taubblinde
  • Arbeitnehmer, deren Einkommen nur knapp über Hartz-IV liegen
  • In Ausnahmefällen Demenz- oder Autismus-Erkrankte

Ganz gleich, ob man per Satellit, Kabel, Internet oder DVB-T2 fernsieht, die Höhe der Rundfunkgebühr bleibt für jedes Gerät gleich und wird je Haushalt bezahlt. Hat man also fünf Fernseher und wohnt mit drei Personen in einem Haushalt, zahlt man genauso viel wie Personen die nur mit einem Radio in ihren eigenen vier Wänden leben.

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