Das sogenannte „Account-Sharing“, also das Teilen der Zugangsdaten unter Freunden und Familie, ist vielen Streamingdiensten ein Dorn im Auge – mittlerweile auch Netflix. Wann ihr euren Netflix-Account teilen dürft und was nicht erlaubt ist, erfahrt ihr hier auf GIGA.

 

Netflix

Facts 

Viele Jahre ist die weltweite Nummer 1 unter den Video-on-Demand-Diensten noch recht flexibel mit dem Thema Account-Sharing umgegangen und hat teilweise selbst Witzchen darüber gemacht. Doch jeder Account, der von mehreren Nutzern verwendet wird, bedeutete für den Anbieter verlorene Abos.

So könnt ihr euren Account aus allen angemeldeten Geräten von überall abmelden:

Ist Account-Sharing bei Netflix erlaubt?

Jein: Es kommt ein wenig darauf an, was ihr persönlich unter Account-Sharing versteht. Netflix bietet euch ja die Möglichkeit an, unterschiedliche Profile anzulegen und den Dienst – je nach Abo-Stufe – gleichzeitig auf mehreren Geräte zu nutzen.

Diese Features sind jedoch nur für einen Haushalt gedacht, wie Netflix schon 2018 in den Nutzungsbedingungen des Streamingdienstes konkretisiert hat. So findet sich unter Punkt 4.2 folgender Passus:

Der Netflix-Dienst und sämtliche Inhalte, die über den Dienst angesehen werden, sind ausschließlich für Ihre persönliche und nicht kommerzielle Nutzung bestimmt und dürfen nicht mit Personen, die nicht im gleichen Haushalt leben, geteilt werden. [...]

Das Teilen des Netflix-Accounts ist daher nur mit Personen möglich, die im gleichen Haushalt leben. Somit könnt ihr beispielsweise das Premium-Abo ideal als Family-Abo nutzen oder eure Zugangsdaten am Fernseher eurer Wohngemeinschaft speichern, sodass alle WG-Mitbewohner darauf Zugriff haben. Den Account jedoch mit Freunden oder Familien-Mitgliedern zu teilen, die nicht gemeinsam mit euch in einem Haushalt wohnen, ist untersagt.

Schon bei der Weitergabe eurer Zugangsdaten wird es problematisch, da ihr laut den Nutzungsbedingungen von Netflix eigentlich jederzeit Zugriff auf die mit eurem Account verknüpften Geräte haben solltet. So heißt es im Abschnitt 5 „Passwörter und Kontozugriff“:

Das Mitglied, das das Netflix-Konto erstellt hat und dessen Zahlungsart mit den Mitgliedsgebühren belastet wird (der „Kontoinhaber“), ist für jegliche mit dem Netflix-Konto in Verbindung stehenden Aktivitäten verantwortlich. Um die Kontrolle über das Konto zu bewahren und den Zugriff durch Unbefugte zu verhindern [...], sollte der Kontoinhaber immer die Kontrolle über die für den Zugriff auf den Dienst genutzten Netflix-kompatiblen Geräte haben und das Passwort beziehungsweise die Kontoangaben zur gewählten Zahlungsart nicht an Dritte weitergeben. [...]

Wird ein Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen nachgewiesen, kann die Mitgliedschaft bei Netflix seitens des Anbieters fristlos gekündigt werden. So heißt es in Abschnitt 5 weiter:

[...] Um Sie, Netflix oder unsere Partner vor Identitätsdiebstahl oder anderen betrügerischen Aktivitäten zu schützen, ist Netflix befugt, Ihre Mitgliedschaft zu beenden oder Ihr Konto vorübergehend stillzulegen.

Theorethisch wären in so einem Fall auch Schadensersatzforderungen seitens Netflix möglich. Bislang sind jedoch keine Fälle bekannt, wonach der Streamingdienst wegen entgangener Abobeiträge durch das Account-Sharing von Nutzern soetwas eingefordert hätte.

Der Streaming-Markt ist groß, was welcher Anbieter leistet, erfahrt ihr in folgendem Video:

Der große Streaming-Vergleich

Erste Maßnahmen gegen Account-Sharing

Auch wenn Netflix das Teilen des Accounts seit mehreren Jahren untersagt, sind den Worten lange Zeit keine Taten gefolgt. Im März 2021 hat sich das geändert: Netflix testet aktuell eine Verifizierung des Accounts. Wie der Dienst hier genau vorgeht, ist nicht bekannt. Sehr wahrscheinlich wird aber anhand der IP-Adresse ermittelt, ob ungewöhnlich oft von unterschiedlichen Standorten gestreamt wird.

Dann muss vor dem Streamen ein Authentifizierungs-Code eingegeben werden, der wahlweise per E-Mail oder SMS an den Account-Inhaber gesendet wird. Das sorgt gerade dann für mehr Aufwand, wenn man nicht im gleichen Haushalt lebt. Gleichzeitig animiert der Streamingdienst dazu, einen eigenen Account anzulegen.

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