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iPhone 6s Plus im Langzeit-Test: Der „große Bruder“ unter der Lupe

Ben Miller
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Das iPhone 6s Plus ist der große Bruder des iPhone 6s. Der größere Formfaktor bringt einige Vorteile mit sich, die das iPhone 6s Plus besonders für Heavy-User interessant machen.

iPhone 6s und iPhone 6s Plus unterscheiden sich nur in wenigen Punkten voneinander. Der offensichtlichste Unterschied ist natürlich die Größe. In diesem Artikel gehen wir hauptsächlich auf die Unterschiede zwischen dem iPhone 6s und dem größeren iPhone 6s Plus ein. Auch finden hier Anmerkungen des Langzeittests Platz. Daher empfehlen wir, auch einen Blick auf unseren kombinierten Test des iPhone 6s zu werfen.

iPhone 6s Plus im Test: Das Display

iPhone 6s Plus
Im Gegensatz zum iPhone 6s mit seinem 4,7-Zoll-Touchscreen misst jener des iPhone 6s Plus 5,5 Zoll in der Diagonalen. Auch die Display-Auflösung ist mit 1.920 x 1.080 Pixel (Full HD) beim Plus-Modell deutlich höher. Zum Vergleich: Die des kleineren iPhone 6s beträgt 1.334 x 750 Pixel – insgesamt weniger als halb so viele Pixel. Beim iPhone 6s Plus ergibt das eine Pixeldichte von 401 ppi, beim iPhone 6s kommt man auf 326 ppi. Beim Kontrastverhältnis hat das kleinere iPhone 6s mit 1400:1 jedoch die Nase vorn. Wenn auch nur marginal, beim iPhone 6s Plus beträgt es 1300:1 – einen Unterschied merkt man im Alltag nicht. Abgesehen von 3D Touch unterscheiden sich die Display im Vergleich zur Vorgängergeneration nur in Nuancen.

iPhone 6s Plus: 3D Touch

iPhone 6s Plus – 3D Touch
iPhone 6s Plus und iPhone 6s bieten beide dieselbe neue 3D-Touch-Technologie, die wir in unserem Test des iPhone 6s ausführlich beschrieben haben. Sie funktioniert auf dem iPhone 6s Plus identisch. 3D Touch erinnert an Force Touch der Apple Watch, ist aber vielmehr eine Weiterentwicklung von Apples Multi-Touch. 3D Touch macht den Touchscreen druckempfindlich. Dadurch lassen sich zusätzliche Gesten ausführen. Nach rund einem Monat sind die 3D-Touch-Gesten in Fleisch und Blut übergegangen, so wie auch Pinch-to-Zoom und andere (alte) Wischgesten. Langsam, aber stetig kommen immer mehr Apps und Updates in den App Store, die sich die Möglichkeiten von 3D Touch zu Nutze machen. Bei den meisten Apps beschränkt sich die Integration von 3D Touch noch auf die „Quick Actions“, also den Schnellzugriff auf wichtige App-Funktionen direkt vom Homescreen aus. Dieses Quick-Actions-Feature ist aber auch einfacher integriert als eine komplette 3D-Touch-Bedienung innerhalb einer App.

iPhone 6s Plus: Design

Das iPhone 6s Plus ist ein großes Smartphone. Eine handelsübliche Tafel Milka-Schokolade ist fast genauso groß wie ein iPhone 6s Plus. Mit einem Gewicht von 192 Gramm ist das iPhone 6s Plus deutlich schwerer als das kleinere iPhone 6s mit 143 Gramm. Das neue Plus-Modell ist 20 Gramm schwerer als sein Vorgänger. Die Gewichtszunahme spürt man als Nutzer der Vorgängergeneration, sie fällt aber nicht negativ auf. Kleine Hände haben mit dem iPhone 6s Plus deutlich mehr zu kämpfen. Eine einhändige Bedienung ist nur bedingt möglich, das Phablet passt auch nicht unbedingt in jede Hosentasche. Zudem ist aufgrund der breiten Ränder auch merklich größer als diverse 5,5-Zoller aus dem Android-Lager, etwa das LG G4 und das Huawei Mate S. Bequem ist ein iPhone 6s Plus in engeren Jacken- und Jeans-Taschen nicht unbedingt, erst recht nicht wenn man sich mit dem Plus in der Hosentasche hinsetzen möchte. Dank der neuen Aluminium-Legierung wird es sich aber nicht mehr verbiegen – eher reißt die Hose oder man holt sich blaue Flecke. Dafür machen das Surfen im Web, Gaming und das Betrachten von Fotos, Videos und Filmen auf dem größeren 5,5-Zoll-Display sehr viel mehr Freude. Das Gehäuse der neuen iPhones besteht aus einer neuen Aluminium-Legierung der 7000er Serie, die es um einiges robuster als jene der Vorgänger-Generation macht. Auch hat es zumindest in den knapp vier Wochen in Benutzung Kratz-Attacken besser Stand gehalten, als das weichere Aluminium der Vorgänger-Generation. Auch rund um die Lightning-Buchse sind noch keine Kratzer zu sehen.

iPhone 6s Plus: Performance

iPhone 6s Plus – Performance
Angetrieben werden beide iPhone-Modelle jeweils von einem Apple A9 Dual-Core-Chip mit integriertem M9 Motion-Co-Prozessor. In beiden Geräten taktet der A9 mit maximal 1,85 GHz. Auch hat Apple erstmals in einem iPhone einen NAND-Speicher-Kontrollchip verbaut, der aus dem verbauten Flash-Speicher (16, 64 oder 128 GB) noch höhere Schreib- und Lese-Geschwindigkeiten herausholt – derselbe Chip in etwas anderer Form findet sich auch in den neuen MacBooks. Der Controller ermöglicht rund doppelt so schnelle sequentielle Lesezugriffe im Vergleich zum Galaxy S6 von Samsung, wie Anandtech notiert, in zufälligen Lesezugriffen sind die Geräte zumindest gleichauf. Diese von Apple kaum beworbene Tatsache macht die Bedienung flüssiger, das Bearbeiten und Exportieren von Fotos und besonders 4K-Videos deutlich schneller. iPhone 6s und iPhone 6s Plus sind die ersten iPhones, die mit zwei GB LPDDR4-Arbeitsspeicher ausgestattet sind – auch das hat Apple verschwiegen. Die Kombination aus dem größeren Arbeitsspeicher, dem Zwei-Kern-A9 und dem sehr schnellen NAND-Speicher macht die neuen iPhones zu den leistungsstärksten Smartphones auf dem Markt. Im Alltag zeigt sich diese Leistung durch kürzere Ladezeiten, eine flüssigere Bedienung und schnelleres Wechseln zwischen Apps. Der größere Arbeitsspeicher sorgt jetzt zudem dafür, dass geöffnete Apps und besonders Webseiten weniger oft nachgeladen werden müssen. Außerdem bringen iPhone 6s und iPhone 6s Plus jeweils den derzeit schnellsten und vielseitigsten Mobilfunkchip mit, der mehr LTE-Frequenzen bzw. -Netze und höhere Übertragungsgeschwindigkeiten unterstützt. Auch das WLAN-Modul wurde verbessert. Es surft sich also auch schneller im Netz. Da der A9-Chip beim iPhone 6s Plus aber etwas mehr Pixel befeuern muss, liegt das kleinere iPhone 6s in den Benchmarks meist um Haaresbreite vorn. Die Leistungsunterschiede sind jedoch so klein, dass sie im Alltag nicht bemerkbar sind. Insgesamt ist der Dual-Core-Chip hochperformant. 3D-Spiele können in hoher Qualität genossen werden, sogar 4K-Videos kann man auf den neuen iPhones in Echtzeit schneiden.

iPhone 6s Plus: Spezifikationen im Überblick

Display 5,5-Zoll-Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel, 401 ppi) IPS-Display mit 3D Touch
Prozessor Apple A9 1,85 GHz Dual-Core
Arbeitsspeicher 2 GB LPDDR4
Interner Speicher 16/64/128 GB (nicht erweiterbar)
Kamera 12 Megapixel mit Laserautofokus, OIS, 4K-Video f/2.2-Blende, 5 MP-Frontkamera
Akku 2750 mA·h
Betriebssystem iOS 9
Abmessungen & Gewicht 158,2 x 77,9 x 7,3 Millimeter, 192 Gramm
Sonstiges 3D Touch, Touch ID 2.0, Live Photos, 23 LTE-Bänder
Preis 849 Euro 16 GB/959 Euro 64 GB/1069 Euro 128GB

iPhone 6s Plus: Akkulaufzeit

iPhone 6s Plus
Im Gehäuse des iPhone 6s Plus findet ein 2.750-mAh-Akku Platz, der um 165 mAh kleiner ist als jener im Vorgänger-Phablet. Da die anderen Komponenten wie der Apple A9 etwas stromsparender sind, erreicht man aber mindestens dieselbe Akkulaufzeit wie beim Vorgänger. Selbst mit Gaming, 4K-Videoaufnahme und Surfen über LTE habe ich das iPhone 6s Plus an einem normalen Tag nicht in die Knie zwingen können. Dank dieses größeren Akkus hält das iPhone 6s Plus trotz des auch größeren Displays deutlich länger durch als das kleinere iPhone 6s mit seinem 1.715-mAh-Akku. Heavy-User dürften, sofern sie kein Problem mit der größeren Geräteform haben, mit dem iPhone 6s Plus-Akku und seiner besseren Akkulaufzeit zufriedener sein als mit dem iPhone 6s. Wie groß der Unterschied bei den Akkulaufzeiten zwischen den zwei Geräten im Alltag ist, lässt sich schwer verallgemeinern. Es kommt natürlich immer auf das persönliche Nutzungsverhalten und die örtlichen Gegebenheiten an. Eine schlechte Mobilfunkverbindung mit andauerndem Wechseln zwischen Edge, 3G und LTE ist schlecht für die Akkulaufzeit eines jeden Smartphones. An einem normalen Arbeitstag mit für mich normaler (intensiver) Nutzung meines iPhone 6s Plus komme ich spätabends mit rund 30-40 Prozent Rest-Akkulaufzeit nach Hause.

iPhone 6s Plus: Neue Kameras, 4K-Video

iPhone 6s Plus mit 4K-Videoaunfahme
iPhone 6s und iPhone 6s Plus verfügen über komplett neue Kameras, die jetzt beide höhere Auflösungen und noch realistischere Aufnahmen liefern.

iPhone 6s Plus: Facetime HD Kamera

Die Facetime-HD-Frontkamera besitzt einen 5-MP-Sensor, der von einem neuen „Retina-Flash“ Front-LED-Blitz unterstützt wird. Gemeint ist das Display, welches so optimiert wurde, dass es jetzt für kurze Zeit dreimal heller leuchten kann als normalerweise maximal möglich. Dieses Feature gibt es in dieser Form und Leistung (aufgrund optimierter Display-Hardware) nur bei den neuen iPhones.

Bildergalerie iPhone 6s Plus Frontkamera

Die Optik der Facetime-HD-Kamera ist nicht so übertrieben weitwinklig wie bei Smartphones anderer Hersteller. Für Gruppen-Selfies muss man daher zwar etwas näher zusammenrücken, dafür wirken Personen an den Außenrändern des Bildes nicht verzerrt.

iPhone 6s Plus: iSight-Kamera

Die neue iSight-Hauptkamera löst jetzt mit 12 MP auf und ermöglicht erstmals Videoaufnahme in 4K-Auflösung. Dank des neuen Sensors kann man jetzt auch während Video-Aufnahmen Fotos mit einer Auflösung 8 Megapixeln bei einem Seitenverhältnis von 16:9 aufnehmen.

Beide iPhone-Modelle verfügen über eine digitale Bildstabilisierung, die bessere Aufnahmen mit weniger Wacklern ermöglicht. Nur das Plus-Modell besitzt jedoch zusätzlich eine optische Bildstabilisierung, auch OIS genannt. Beim iPhone 6s Plus wird also doppelt stabilisiert, was besonders bei 4K-Video-Aufnahmen auffällt. Filmt man „nur“ in Full-HD, hat die digitale Bildstabilisierung genügend Spielraum, um auch auf dem iPhone 6s den einen oder anderen Wackler auszugleichen. Schaltet man jedoch in den optionalen 4K-Modus, werden die Unterschiede zwischen iPhone 6s und iPhone 6s Plus besonders deutlich. Die Video-Qualität, die die neue iSight-Kamera bei guten Lichtverhältnissen liefert, ist beeindruckend. Den 4K-Videos sieht man nicht unbedingt an, dass sie mit einem Smartphone aufgenommen wurden. Es sei denn man filmt in der Abenddämmerung oder in der Nacht, dann stößt auch die neue iSight schnell an ihre Grenzen. Es gibt aber deutlich teurere Kameras, die die neue iSight des iPhone 6s Plus trotzdem hinter sich lässt. Wer mit seinem iPhone auch anspruchsvollere Videoprojekte realisieren will, sollte aufgrund der optischen Bildstabilisierung (OIS) zum iPhone 6s Plus greifen. Videoaufnahmen wirken dank der OIS fast wie mit einer Steadicam aufgenommen. Man sollte jedoch auch bedenken, dass sich die OIS-Funktion nicht deaktivieren oder vermindern lässt.

Youtube-Link

Abgesehen von der zusätzlichen optischen Bildstabilisierung verfügen beide iPhone-Modelle über identische Front- und Haupt- bzw. Facetime-HD- und iSight-Kameras. Besonders die Aufnahmen der iSight-Kamera wirken gegenüber dem Vorgänger noch realistischer, nicht nur weil jetzt dank des größeren Sensors mehr Details auf den Aufnahmen zu erkennen sind. Die Farben sind auch näher an der Realität und allgemein etwas wärmer als beim Vorgänger-Plus. Ab und an jedoch kommt der automatische Weißabgleich der Standard-Kamera-App ins Trudeln. Das ist aber keine spezifische Schwäche der 6s-Modelle, sondern ein Problem, das sich mit iOS 9 eingeschlichen hat. Denn auch unser Kontrollgerät, das iPhone 6 Plus mit iOS 9, zeigt ab und zu dieselben Schwächen beim Weißabgleich, die unter iOS 8 nicht auftraten. In so einem Fall hilft es den Aufnahme-Modus kurz zu wechseln. Natürlich kann man auch eine der vielen ausgezeichneten Kamera-Apps aus dem App Store verwenden, die teilweise auch einen manuellen Weißabgleich und eine Farbtemperatureinstellung ermöglichen.

Bildergalerie iPhone 6s Plus vs iPhone 6 Plus

Die neuen Kameras liefern schärfere und detailreichere Fotos – auch bei schlechten Lichtverhältnissen – als die Vorgänger-Generation. Wird es aber zu dunkel, bemerkt man je nach Situation deutliches Bildrauschen. Die Standard-Kamera-App priorisiert immer die Belichtungszeit gegenüber der ISO-Empfindlichkeit. Das bedeutet, dass die ISO auf teilweise über 2000 hochgeschraubt wird, um dafür eine kurze Belichtungszeit zu ermöglichen. Sich bewegende Motive werden so bei dunklen Lichtverhältnissen zwar scharf abgelichtet, dafür rauscht es aber etwas mehr. Einige Smartphones anderer Hersteller belichten bei kleinerer ISO standardmäßig länger, fangen Motive deswegen aber nicht immer scharf ein. Diese Priorisierung lässt sich in der Standard-Kamera-App von iOS 9 nicht ändern. Dementsprechend empfiehlt es sich eine alternative (und bessere) Kamera-App wie beispielsweise die deutsche zu verwenden. In ihrem Halbautomatik-Modus kann man selbst auswählen, ob ISO-Empfindlichkeit oder Belichtungszeit priorisiert werden sollen, ohne jedoch den gesamten Fotografie-Prozess unnötig zu verkomplizieren. Abgesehen davon sind Videoaufnahmen bei Nacht mit der neuen iPhone-Generation deutlich heller und detailreicher. Im direkten Vergleich mit Fotos anderer Top-Smartphones fällt auf, dass die neuen iPhones Fotos und Videos nur sehr dezent nachbearbeiten. Apple will realistischere Aufnahmen liefern, die näher an dem dran sind, was der Nutzer tatsächlich sieht. Wenn man seine Aufnahmen nachbearbeiten will, kann man dies mit einer der zahlreichen Foto- und Video-Apps im App Store oder am Mac und PC. Als jemand, der täglich mit Foto- und Videobearbeitung zu tun hat, bevorzuge ich Apples Strategie gegenüber jener von beispielsweise Samsung. Ich bevorzuge „Rohmaterial“, das so wenig wie möglich nachbearbeitet wurde. Das Samsung Galaxy S6 besitzt eine ausgezeichnete Kamera, wie wir auch hier gezeigt haben. Wenn das Rohmaterial aber bereits stark scharfgezeichnet, weichgezeichnet oder mit einem Entrauschen-Filter etc. belegt wurde – auf Kosten der Bildinformationen und -details –, kann ich in der Postproduktion da nicht mehr viel retten oder angleichen. Hier zum Vergleich zwei Fotos, direkt nacheinander mit einem iPhone 6s Plus und einem Galaxy S6 edge aufgenommen, jeweils im Automatik-Modus mit aktivem HDR. Smartphone hochhalten, Kamera auslösen, fertig. Wir konzentrieren uns jetzt bei diesen Aufnahmen nicht auf die unterschiedliche Leistung der Kamera-Automatik, welche beim iPhone 6s Plus sichtbar besser ist, sondern auf die nachträgliche Scharfzeichnung, die das S6 edge automatisch anwendet. So verschwinden Konturen und Strukturen, Details wirken beinahe wie in Aquarell gemalt.

Bildergalerie iPhone 6s Plus vs Galaxy S6 Edge

Bei allen Vergleichsfotos und -videos in diesem Artikel (und wohl auch bei den meisten Tests anderer Publikationen) darf man auch nicht vergessen, dass diese mit der Standard-Kamera-App von iOS 9 gemacht wurden. Die Kamera-App wurde geöffnet, automatisch oder per Tap-to-Focus fokussiert und der Auslöser angetippt. Fertig. Mit Apps wie FiLMiC Pro oder  kann man noch mehr aus den iPhone-Kameras herausholen und wenn man will beispielsweise auch deutlich hellere Nachtaufnahmen knipsen. Apple bietet den App-Entwicklern alle Schnittstellen an, um jeden Aspekt wie Belichtungszeit und ISO-Werte der Kameras manuell anzusteuern. Die Standard-Kamera-App von iOS 9 hingegen ist für den Otto-Normal-Verbraucher auf Automatik getrimmt. Jeder, der sich schon mal etwas intensiver mit Kameras beschäftigt hat, weiß, dass der Automatik-Modus nicht immer die besten Ergebnisse liefern kann, besonders wenn die Umgebungsbedienungen kritisch sind.
FiLMiC Pro
Entwickler:
Preis: 9,99 €
ProCamera.
Entwickler:
Preis: 4,99 €

iPhone 6s Plus: Touch ID 2.0 mit „Adieu, Sperrbildschirm“-Effekt

Die neuen iPhones bringen die neueste Generation des Touch ID-Fingerabdrucksensors mit. Touch ID 2.0 erkennt Fingerabdrücke laut Apple „doppelt so schnell“. Im Alltag bedeutet das, dass man den Sperrbildschirm nicht mehr zu Gesicht bekommt, mitsamt aller darauf angezeigten Benachrichtigungen. Der neue Sensor ist so schnell, dass das iPhone bereits entsperrt ist, bevor man den Finger vom Sensor genommen hat. Für meinen Geschmack ist Touch ID 2.0 fast schon zu schnell. Auch die erste Generation von Touch ID war nicht langsam, nur die mit der Zeit ansteigende Fehlerrate beim Erkennen des Fingerabdrucks empfand ich als etwas störend. Ein erneutes Hinterlegen der Fingerabdrücke konnte diese Fehlerrate wieder senken. In rund vier Wochen mit dem iPhone 6s Plus hat das neue Touch ID 2.0 immer anstandslos und blitzschnell funktioniert, auch mit etwas schwitzigeren Fingern – ohne dass ich meine Finger erneut einscannen musste. Touch ID 2.0 ist also nicht nur schneller, sondern auch verlässlicher.

iPhone 6s Plus im Test: iOS 9

iOS 9 ist ein Stabilitäts- und Optimierungs-Update, das viele Neuerungen und Verbesserungen mitbringt, von denen auch ältere iPhone-Generationen profitieren. Abgesehen von Funktionen, die auf 3D Touch aufbauen, finden sich auf den neuen iPhones gegenüber den Vorgängern keine exklusiven Software-Features. Beim Einspielen eines iCloud-Backups von einem alten iPhone auf ein neues iPhone kann es bei so großen Versionssprüngen und gleichzeitigem Gerätewechsel aber immer zu Problemen kommen. So hat bei mir beispielsweise ein über iCloud eingespieltes Backup meines iPhone 6 Plus auf dem iPhone 6s Plus die 3D-Touch-Funktion „Quick Actions (Schnellzugriff)“ teilweise deaktiviert. Nach einem erneuten Einspielen desselben iCloud-Backups war dieser Fehler verschwunden.

Auf dem iPhone 6s Plus stellt iOS 9 einen Querformat-Modus zur Verfügung, der auf dem Homescreen und auch in angepassten Apps genutzt werden kann. Über ein Jahr nach der Einführung des ersten Plus-iPhones nutzen aber immer noch zu wenige Apps die Möglichkeiten dieses erweiterten Querformat-Moduses aus. Ein positives Beispiel (mit Beigeschmack) ist Tweetbot 4 (siehe Screenshot). Die neueste Version dieses Twitter-Clients unterstützt jetzt, ein Jahr nach der Einführung dieses Features mit dem iPhone 6 Plus, den Querformat-Modus. Apropos Querformat: Im Vergangenen Monat hat das iPhone 6s Plus zu oft die Geräteausrichtung nicht korrekt erkannt und den Querformat selbst dann angezeigt, wenn es gar nicht quer gehalten wurde. Man holt also das iPhone 6s Plus aus der Hosentasche und muss erst einmal durch mehrmaliges Drehen des Gerätes die verbauten Sensoren davon überzeugen die Bedienoberfläche in den regulären Hochkant-Modus zu drehen. Das ist sehr nervig.

Abgesehen davon ist iOS 9 auf den Plus-Modellen so optimiert, dass Inhalte auf dem größeren Display nicht einfach nur größer dargestellt werden, sondern mehr Inhalte gleichzeitig angezeigt werden können. Man kann aber natürlich iOS 9 mitsamt aller Apps, Buttons und Icons auch größer Darstellen lassen.

iPhone 6s oder iPhone 6s Plus?

Die Wahl fällt schwer. Das iPhone 6s ist ein kompaktes Highend-Smartphone, das – mit Ausnahme der optischen Bildstabilisierung – alle Features des großen iPhone 6s Plus aufweist. Das iPhone 6s Plus ist aufgrund seines größeren und höher auflösenden Displays hingegen ein besseres Smartphone zum Genießen von Multimedia-Inhalten und für das Surfen im Web. Die wahren Stärken des iPhone 6s Plus gegenüber dem kleineren iPhone 6s liegen aber in der Erstellung von Inhalten. Fotografien und Filmen macht mit dem iPhone 6s Plus mehr Spaß. Videoschnitt mit iMovie und Fotobearbeitung und Bearbeiten von Fotos geht auf dem größeren und schärferen Touchscreen-Display einfacher von der Hand. Es besitzt zusätzlich auch eine optische Bildstabilisierung, die sich besonders bei Videoaufnahmen bemerkbar macht. Überdies hält der Akku auch länger durch. Wenn man also anspruchsvollere Foto- und Video-Projekte realisieren will, sollte man zum Plus-Modell greifen. Eine wichtige Rolle spielt natürlich auch der Preis. Ein iPhone 6s Plus ist in jeder Konfiguration 110 Euro teurer als ein iPhone 6s. Für den höheren Preis bekommt man ein größeres Display, einen größeren Akku und die optische Bildstabilisierung, die aber eigentlich nur bei 4K-Videoaufnahmen deutlich zum Tragen kommt.

iPhone 6s Plus oder iPhone 6 Plus?

Nutzer des iPhone 6 Plus aus dem vergangenen Jahr stellen sich natürlich die Frage, ob ein Upgrade auf das neue iPhone 6s Plus sinnvoll ist. Kurz und knapp, wo liegen die Unterschiede zwischen den zwei iPhone-Generationen? Das iPhone 6s bietet

  • einen deutlich schnellerer A9-Chip mit mehr Leistung
  • höher auflösende Kameras mit verbesserter Stabilisierung und 4K-Video
  • 3D Touch Display
  • den schnelleren Touch ID 2.0-Fingerabdrucksensor

Lohnt das Upgrade von einem iPhone 6 Plus?

Angenommen, man findet einen knebelfreien Mobilfunkvertrag oder man kann es sich leisten, mindestens 959 Euro für ein vertragsfreies iPhone 6s Plus mit 64 GB auszugeben (mit der 16-GB-Variante kommt man nicht weit, diese sollte man meiden) und angenommen, man fotografiert und filmt wirklich viel mit seinem iPhone – und damit meine ich nicht für Instagram, sondern für durchaus anspruchsvollere Projekte – dann lohnt sich auch ein Upgrade von einem iPhone 6 Plus auf das neue iPhone 6s Plus.

Fazit

Aufgrund seiner Größe ist das iPhone 6s Plus sicherlich nicht für jeden das ideale Smartphone. Sein 5,5-Zoll-Display, der größere Akku und die optische Bildstabilisierung der iSight machen das iPhone 6s Plus zu einem Smartphone für Heavy-User, die mit ihrem iPhone auch anspruchsvollere Foto- und Videoprojekte realisieren wollen, viel unterwegs sind und unterwegs auch mehr erledigt bekommen wollen. Die Preise fangen bei 739 Euro für das iPhone 6s und 849 Euro für das iPhone 6s Plus an, jeweils mit 16 GB. Mehr Speicher gibt es gegen Aufpreis.

Unsere Test-Wertung zum iPhone 6s Plus

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 5/5
  • Display: 5/5
  • Software: 5/5
  • Performance: 5/5
  • Telefonie und Audio: 4/5
  • Kamera: 5/5
  • Konnektivität und Speicher: 4/5
  • Akku und Alltag: 5/5

Gesamt: 95 %

Apple iPhone 6s Plus Wertung

Pro

  • Top-Performance
  • Ausgezeichnetes IPS-Display
  • 3D Touch

Kontra

  • 16-GB-Version mit zu wenig Speicher, allgemein teuer
  • Mono-Lautsprecher, der leicht verdeckt werden kann
  • Etwas unhandlich wegen breiter Display-Ränder

Weitere Themen: iPhone 6s Plus, iPhone 6s, Apple Event am 9. September 2015: iPhone 6s, Apple TV und Co. (Live-Ticker & Live-Stream), Apple

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