Laptops gibt es in jeder erdenklichen Form und Farbe. Umso wichtiger ist allerdings das Innenleben bestehend aus Prozessor, Arbeitsspeicher und vielem mehr. GIGA erklärt euch alles, was ihr vor dem Kauf eines neuen Laptops für produktive Zwecke oder Gaming wissen müsst.

Auf dem Markt gibt es heutzutage ein riesiges Angebot an Laptop-Modellen: Convertibles – also 2-in-1-Geräte – Ultrabooks oder auch mobile Gaming-Rechner. Der erste Schritt sollte deshalb immer darin bestehen, dass ihr euch Gedanken darüber macht, wofür ihr euer Gerät hauptsächlich nutzen möchtet. Je nach Einsatzgebiet können die technischen Anforderungen außerdem völlig unterschiedlich ausfallen: leistungsstarker Prozessor, möglichst kompakte Bauweise oder ausdauernder Akku.

So gerne wir euch hier eine pauschale Antwort geben würden – es kommt immer darauf an. Die wichtigsten Faktoren sind einerseits euer Budget und andererseits die Art von Anwendungen oder Spielen, die auf dem Laptop laufen sollen. Im folgenden Artikel informieren wir euch deshalb darüber, worauf ihr beim Kauf eines Laptops achten solltet, damit ihr am Ende die richtige Wahl trefft.

Laptop kaufen: Das müsst ihr vorher wissen

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Die richtige Displaygröße finden

Ungeachtet der ganzen technischen Daten müsst ihr erst mal wissen, wie groß der Laptop – genauer gesagt das Display – sein soll:

  • Auf einem großen Display mit 15,6 Zoll und mehr ist das Arbeiten und Spielen insgesamt angenehmer. Der Nachteil ist dafür das höhere Gewicht des Geräts.
  • Mit einem kleinen Display bis 14 Zoll wiegt das Gerät deutlich weniger und ist um einiges handlicher. Das Arbeiten und Spielen kann auf Dauer jedoch anstrengen.

Wir empfehlen je nach Einsatzgebiet einen Bildschirm zwischen 14 und 17 Zoll. Wenn ihr unterwegs viel Büroarbeit macht, sind 14 oder 15 Zoll sinnvoll. Wer den Laptop primär als Spielerechner nutzt oder regelmäßig Programme wie Photoshop oder Premiere verwendet, könnte ein Gerät mit 17 Zoll in Erwägung ziehen. Bedenkt aber auch, dass ein Laptop mit 14 Zoll meist deutlich leichter zu handhaben ist hier müsst ihr also abwägen.

Kleine Laptops sind praktisch, können aber auf Dauer auch anstrengend zum Arbeiten sein. Bild: Karolina Grabowska auf Pixabay
Kleine Laptops sind praktisch, können aber auf Dauer auch anstrengend zum Arbeiten sein. (Bildquelle: Pixabay, Karolina Grabowska)

Mattes oder spiegelndes Display? Laptop-Displays gibt es matt oder spiegelnd. Grundsätzlich sind matte Displays zu bevorzugen, weil sich in ihnen nicht die Umgebung spiegelt, was sehr stören kann. Wenn es aber ein Laptop mit spiegelndem Display sein muss, weil die anderen technischen Daten zusagen, gibt es auch matte Folien, die ihr auf das Laptop-Display kleben könnt. In der Regel funktioniert die Touch-Eingabe (falls vorhanden) danach auch weiterhin. Achtet beim Kauf auf die richtige Größe eures Displays und der Folie (Zoll-Angabe).

Wie leistungsfähig sollte der Laptop sein?

Hier geht es in erster Linie um den eingebauten Prozessor (CPU), der maßgeblich die Leistung des Laptops bestimmt. Diese Information ist mitunter etwas versteckt. Schaut euch dann am besten Datenblätter oder herunterladbare PDF-Anleitungen an, um den Prozessor-Typen herauszufinden. Wir empfehlen mindestens einen Intel Core i5-Prozessor oder entsprechend AMD Ryzen 5. Wer mit dem Laptop grafikaufwendige Spiele oder Programme verwendet, sollte außerdem ein Modell mit dedizierter Grafikkarte wählen. Ebenfalls ist ein leistungsfähiger Prozessor hier maßgeblich.

Bedenkt aber auch, dass ein leistungsfähigerer Laptop unter Last mehr Energie verbraucht, was sich unmittelbar auf die Akkulaufzeit auswirkt. Sowohl Intel als auch AMD haben daher spezielle CPU-Reihen im Sortiment, die besonders sparsam und auf lange Laufzeiten optimiert sind:

  • Intel P-Series: Reduzierter Energieverbrauch, relativ gute Leistung.
  • Intel U-Series: Noch geringerer Energieverbrauch, weniger Leistung bei Dauerbelastung.
  • AMD U-Series: Reduzierter Energieverbrauch, relativ gute Leistung.

Wie viel Arbeitsspeicher (RAM) ist sinnvoll?

Laptops lassen sich meist nicht so einfach aufrüsten wie ausgewachsene PCs. Wer zu wenig RAM kauft, kann daran später unter Umständen nichts mehr ändern. Um zukunftssicher zu sein, ist daher ein Laptop mit aufrüstbarem RAM-Speicher lohnenswert. Wir empfehlen mindestens 8 GB RAM für neue Laptops. Wer auch Spiele mit maximalen Grafikeinstellungen zocken möchte oder rechenintensive Anwendungen wie Photoshop oder Schnittprogramme nutzt, sollte mindestens 16 GB haben. Für reine Büro-Laptops, die ab und an im Internet surfen, genügen notfalls auch 4 GB. Allerdings ist das nicht sonderlich zukunftssicher.

Wie groß soll die Festplatte sein?

Für moderne Laptops empfehlen wir auf jeden Fall eine Solid State Disk (SSD) statt einer Hard Drive Disk (HDD). Mittlerweile ist diese Art von Speicher deutlich erschwinglicher als noch vor einigen Jahren und außerdem sind sie deutlich schneller. Ideal ist das M.2-Format mit schnellem PCI-Express-Anschluss. Um später nicht in Speichernot zu geraten, sollte die SSD mindestens 256 GB Speicher fassen. Noch besser sind 512 GB oder gar 1 TB. Eine SSD mit weniger Speicher tut es notfalls auch, wenn keine speicherhungrigen Programme, Spiele oder ähnliche Software installiert werden. Wenn man doch einen Laptop mit 128 GB SSD kauft, sollte man darauf achten, dass man später eine größere SSD einbauen kann, falls nötig.

Unser Video verrät euch die wichtigsten Fakten zu SSDs:

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Welche Anschlüsse sind wichtig?

Hat der Laptop genügend Anschlüsse für meine Arbeitsweise? Gibt es moderne USB-C-Anschlüsse oder die älteren USB-A-Anschlüsse? Wird der Laptop per USB-C-Kabel geladen oder mit eigenem Netzteil? Gibt es einen Kartenleser für (micro)SD-Karten? Brauche ich einen HDMI-Anschluss, um den Bildschirm schnell auf einen Fernseher oder Beamer zu übertragen? Ist ein aktueller Thunderbolt-Anschluss vorhanden?

Wer während seiner Arbeit viel Peripherie an den Rechner anschließt und kaum Anschlüsse hat, muss später auf USB-Adapter oder Dongles ausweichen. Unterwegs macht das nicht besonders viel Spaß. All das solltet ihr vor dem Kauf entsprechend berücksichtigen, damit der Laptop im Idealfall eure Produktivität steigert und nicht umgekehrt.

Reparatur, Aufrüsten und Garantie: Darauf solltet ihr achten

Euer Laptop hat einen Defekt oder eine Komponente soll ersetzt werden? Spätestens dann heißt es Klappe auf und durch. (Bildquelle: Getty Images, Poike)

Zwei wichtige Punkte, die viele beim Kauf eines neuen Laptops oftmals außer Acht lassen: Die Reparierbarkeit sowie die Garantiebedingungen eines Laptops. Geräte dieser Art werden in ihrer Bauweise immer kompakter und oftmals ist die Konsequenz, dass wichtige Komponenten wie der Akku, der Arbeitsspeicher oder die Festplatte zunehmend schwieriger zugänglich sind. Etwaige Reparaturen werden somit von Jahr zu Jahr komplizierter oder für Laien gar unmöglich.

Daher wäre es ratsam, sich vor dem Kauf darüber zu informieren, ob der Laptop fest verbaute oder verlötete Komponenten beinhaltet. Ebenso wichtig ist die Frage, ob er über eine Wartungsklappe verfügt – diese ermöglicht in den meisten Fällen den unkomplizierten Austausch der Festplatte sowie des Arbeitsspeichers. In manchen Fällen kommt aber jede Reparatur zu spät und dann greift im Idealfall die Garantie. Diese gewähren die Hersteller aber unterschiedlich lange. Auch hier solltet ihr euch vorher informieren und bei Bedarf die Garantie vorab verlängern.

Manchmal ist nichts mehr zu retten und dann hilft nur noch wegwerfen. In unserem Video erfahrt ihr, wie ihr dabei am besten vorgeht:

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Bekannte Probleme mit dem ausgewählten Laptop-Modell? Wenn ihr euch für einen Laptop entschieden habt, solltet ihr vor dem Kauf im Internet gezielt nach Problemen im Zusammenhang mit diesem Modell suchen. Schaut euch dazu vor allem negative Kundenbewertungen an, sofern vorhanden. Unter Umständen hat genau euer ausgewählter Laptop beispielsweise häufig Probleme mit dem WLAN- oder Bluetooth-Modul – und das wäre sehr ärgerlich. Findet ihr keinerlei große Beanstandungen, ist das in der Regel ein gutes Zeichen.

Geld sparen beim Laptop-Kauf: So geht ihr am besten vor

Wenn ihr ein Schnäppchen beim Kaufen eines Gaming-Laptops machen wollt, solltet ihr euch nicht auf ein einziges Modell beschränken. Haltet Ausschau nach Geräten anderer Hersteller, die eine ähnliche oder im besten Fall sogar die gleiche Hardware-Ausstattung besitzen. Wenn ihr einen kleinen Pool aus unterschiedlichen Modellen auf dem Schirm habt, ist es viel wahrscheinlicher, dass eines davon zeitnah reduziert wird.

Überlegt euch außerdem, ob es sich für euch lohnen könnte, einen preiswerteren Laptop ohne schnelle SSD oder mit weniger RAM zu kaufen, die ihr im Nachhinein nachrüsten könnt. Einige Geräte bieten eine Wartungsklappe, über die ihr einfachen Zugriff auf die entsprechenden Slots erhaltet. Ansonsten findet ihr online in den meisten Fällen ein entsprechendes Tutorial, das euch Demontage und den Einbau im Detail schildert.

Ähnliches gilt für das Betriebssystem. Viele Hersteller bieten ihre Laptops mit oder ohne vorinstalliertes OS an. Wer sowieso noch eine Windows-Lizenz übrig hat oder von seinem alten auf den neuen Rechner umzieht, kann auf diese Weise ordentlich Geld sparen. Sogar der nachträgliche Kauf einer Lizenz bietet sich inzwischen an, da diese oftmals schon für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises zu haben sind.

Gaming-Laptop: Mehr Power beim Zocken

Darauf kommt es bei Gaming-Laptops an

Aktuelle Modelle bieten dank immer effizienterer Komponenten mittlerweile mehr als genug Leistung, um die meisten AAA-Spiele mit ausreichend hohen Frameraten zu genießen. Dafür zählen Mobilität und Akkulaufzeit nicht unbedingt zu ihren Stärken: Ein Gaming-Laptop ist zwangsläufig immer ein Kompromiss. Zudem sind derartige Geräte im Vergleich zu stationären Gaming-PCs oder Konsolen deutlich teurer. Wer sich darüber im Klaren ist und dennoch einen Gaming-Laptop erwerben möchte, sollte insbesondere auf die folgenden Punkte achten:

  • Ein ausreichend großes Display ist gerade beim Zocken wichtiger denn je. Am besten eignet sich hierfür ein Modell mit 15,6 oder besser noch 17 Zoll.
  • Beim Arbeitsspeicher seid ihr mit 16 GB gut beraten. Mehr ist nur dann wirklich sinnvoll, wenn ihr den Laptop neben dem Zocken auch noch für andere rechenintensive Anwendungen wie etwa Videoschnitt oder Rendering nutzt.
  • Da moderne Titel gut und gerne mal 50 GB oder mehr an Speicher verschlingen, solltet ihr mindestens zu einer Festplatte mit 1 TB greifen. Außerdem empfiehlt sich eine flotte NVMe-SSD, weil ihr so von deutlich kürzeren Ladezeiten profitiert.
  • Zuletzt benötigt ihr eine leistungsstarke CPU sowie eine dedizierte Grafikkarte. Hier wäre es ratsam, sich vorher Benchmarks der jeweiligen Komponenten anzusehen, damit ihr besser einschätzen könnt, wie viel Leistung ihr tatsächlich benötigt.
  • Schließlich sollte der Laptop über eine ausreichende Kühlung verfügen. Ein Gaming-Laptop, der wegen zu starker Wärmeentwicklung die Leistung drosseln muss, ist gewiss nicht Sinn der Sache.

Alternativen zum Gaming-Laptop

Wenn ihr ausschließlich zu Hause spielen möchtet, seid ihr mit einem leistungsfähigen Desktop-PC oder einer Konsole wahrscheinlich besser beraten, ergänzt um einen Nicht-Gaming-Laptop. Klar, Desktop-Rechner brauchen Platz und ihr müsst euch noch um zusätzliche Peripherie wie Bildschirm, Maus und Tastatur kümmern. Dafür bekommt ihr mit einem Gaming-PC meistens mehr Leistung fürs Geld und könnt ihn in Zukunft auch leichter aufrüsten.

Wer zwar einen Laptop braucht, aber nur gelegentlich weniger anspruchsvolle oder ältere Games spielen möchte, kann auch zu einem Laptop ohne separaten Grafikchip greifen. Beim Zocken können es Geräte mit im Prozessor integrierter Grafikeinheit (iGPU) zwar nicht mit ihren großen Brüdern aufnehmen, dafür geht deren Akku aber auch nicht ansatzweise so schnell leer. Weiterer Vorteil: Geräte ohne dedizierten Grafikchip sind meist kompakter, leichter, kühler und auch preisgünstiger. Mit Cloud-Gaming-Services wie Google Stadia und Geforce Now kann man übrigens auch auf schwachen Notebooks vernünftig spielen – zumindest wenn die Internetverbindung es hergibt.

Bei den Konsolen bekommt ihr preiswerte Maschinen, die komplett aufs Spielen optimiert sind. Die Nintendo Switch ist beispielsweise nicht nur wesentlich mobiler als jeder Gaming-Laptop, sondern auch um ein Vielfaches günstiger.

Vergesst außerdem nicht, dass euer Budget auch die Kosten für entsprechendes Zubehör wie eine passende Tasche, eine Gaming-Maus oder ein Gaming-Headset beinhalten sollte. So gut wie alle Gaming-Laptops entwickeln sich unter Volllast im Netzbetrieb nämlich zu echten Jetturbinen. Wer in diesem Zustand noch die Audiokulisse des Spiels genießen will, sollte sich nicht auf die eingebauten Lautsprecher verlassen.

Eine weitere Alternative wäre ein Tablet – es ist deutlich leichter, vielseitig in der Anwendung und lässt sich mit Tastaturdock zumindest eingeschränkt wie ein herkömmlicher Notebook nutzen. An Spielen mangelt es dank Gaming-Abos wie dem Google Play Pass oder Apple Arcade ebenso wenig. Zudem unterstützten diverse Tablets mittlerweile auch Controller. Auf grafisch eindrucksvolle AAA-Spiele müsst ihr auf dem Tablet in der Regel aber dennoch verzichten.

Ansonsten gilt: Probieren geht über Studieren – vor allem was die Verarbeitungsqualität des Gehäuses, das taktile Feedback der Tastatur, die Gleiteigenschaften des Touchpads und die Darstellungsqualität des Displays angeht. Hier hat jeder andere Vorlieben. Schaut vor dem Kauf also mal, ob ihr euer Wunschmodell im örtlichen Elektronikmarkt als Ausstellungsobjekt findet und spielt ein bisschen damit herum. Wer diese Möglichkeit nicht hat, der kann sich den Laptop auch einfach nach Hause bestellen und bei Nichtgefallen binnen 14 Tagen ohne Angabe von Gründen vom Kaufvertrag zurücktreten.