Alexa: So richtet ihr den Google-Skill auf Amazon Echo ein

Selim Baykara

Ihr könnt Alexa das Googeln beibringen, obwohl die Sprachassistentin den Skill von Haus aus eigentlich nicht beherrscht. Wenn ihr ein paar Minuten Zeit mitbringt, ist es es aber möglich den Google-Skill inoffiziell auf dem Echo-Lautsprecher zu installieren. Wir zeigen euch, wie das geht.

Was ist besser – Echo Dot oder Google Home Mini? Im Video findet ihr es raus:

Amazon Echo Dot und Google Home Mini im Vergleich.

Alexa ist nicht blöd und beherrscht eine Menge Sprachbefehle. Googeln kann die smarte Assistentin aber leider nicht. Vermutlich liegt das daran, dass sich die beiden Unternehmen Amazon und Google nicht sonderlich gut verstehen.

Kürzlich verbannte Amazon die zu Google gehörende YouTube-App von seinen Fire-TV-Geräten, für die Suche nutzt Alexa die Suchmaschine Bing von Microsoft. Und die ist – man muss es ganz ehrlich sagen – längst nicht so gut wie die Konkurrenz aus Mountain View. Mit einem cleveren Hack könnt ihr diesen Umstand aber beheben und Alexa fit für Google machen.

Inhaltsverzeichnis

Alexa: Google-Skill nur inoffiziell erhältlich

Den Amazon Echo Lautsprecher könnt ihr bekanntlich mit zahlreichen Skills erweitern. Einen Google-Skill sucht man auf der Webseite von Amazon aber vergeblich. Damit fällt leider auch die vergleichsweise einfache Installation über euren Amazon-Account weg. Ihr müsst den Skill also inoffiziell installieren, ähnlich wie beim Installieren von APK-Dateien auf einem Android-Smartphone.

Daher an dieser Stelle auch eine kurze Warnung: Achtet bei solchen inoffiziellen Skills immer darauf, aus welcher Quelle sie stammen. Der Google-Skill, den wir euch hier zeigen, ist sauber – generell besteht bei inoffizieller Software aber immer die Gefahr, dass ihr euch einen Schädling einfangt. Grund: Bei der Installation solcher Hacks umgeht ihr im Prinzip die Überprüfung, die Amazon von jedem offiziellen Skill verlangt. Im Idealfall sind die inoffiziellen Skills open source, also quelloffene Dateien, die von jedem eingesehen werden können. Damit ist die Chance recht groß, dass sie bereits von anderen Nutzern getestet und auf Unbedenklichkeit geprüft wurden.

Das benötigt ihr zur Installation des Google-Skills

Um Google mit Alexa zu nutzen benötigt ihr:

  • Amazon-Echo-Lautsprecher (jedes Modell möglich)
  • Alexa-App auf dem Smartphone
  • Kostenloses Konto bei dem Cloud-Anbieter Amazon Web Services
  • Kreditkarte
  • Inoffizieller Skill „Alexa Assistant“ bei GitHub

Was ihr ebenfalls benötigt: Ein bisschen Geduld und Ausdauer. Das Verfahren ist nicht ganz unkompliziert und ihr müsst euch durch verschiedene Menüs auf Webseiten klicken, die ihr eventuell noch nie gesehen habt. Dafür werdet ihr dann aber auch mit einem wirklich coolen Feature belohnt, auf das ihr noch oft zurückkommen werdet. Dafür lohnen sich die 30 Minuten investierte Zeit allemal.

Account bei Amazon Web Services erforderlich

Den Skill Alexa Assistant ladet ihr euch auf der Webseite GitGhub herunter. Es gibt auch schon einen Nachfolger, allerdings hat dieser noch keine die deutsche Sprachunterstützung. Daher verlinken wir zur älteren Version, die einwandfrei mit deutschen Sprachbefehlen funktioniert. Nachdem ihr die Datei heruntergeladen habt, entpackt ihr sie an einem beliebigen Ort.

Das Konto bei Amazon Web Services (AWS) könnt ihr kostenlos erstellen. Bei Amazon Web Services handelt es sich um eine Webseite für Entwickler. Ihr könnt dort unter anderem eigene Skills für Amazon Alexa zusammenbasteln – und genau das werden wir im Folgenden machen.

Um euch zu registrieren, benötigt ihr allerdings zwingend eine Kreditkarte für die Zahlungsinformationen. Diese Daten sind nur zur Anmeldung erforderlich, eure Kredikarte wird in der Basis-Version des Accounts nicht belastet. Folgekosten können erst dann entstehen, wenn ihr den Skill mehr als eine bestimmte Anzahl im Jahr verwendet. Lest euch auf jeden Fall die Nutzungsbestimmungen durch – selbst bei äußerst intensiver Nutzung wird der Spaß in der Regel aber nicht mehr als 3 bis 4 Euro im Jahr kosten.

Später müsst ihr euch nochmal in der Developer-Konsole von AWS anmelden und den Alexa-Skill mit eurer Alexa-App. Auch dazu verwendet ihr das Konto, das ihr euch kostenlos erstellt habt.

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Google-Skill für Alexa erstellen und verknüpfen – so geht’s

Um euch den Google-Skill zu basteln, erstellt ihr mit AWS eine sogenannte Lambda-Funktion. Im Prinzip handelt es sich dabei um einen Alexa-Skill, dessen Parameter und Funktionen ihr selbst definiert. Dafür verwendet ihr die Dateien, die ihr euch vom GitHub heruntergeladen habt. Habt ihr die Lambda-Funktion erstellt, verknüpft ihr sie anschließend mit eurer Alexa-App und aktiviert dort den Skill.

Der Vorgang ist im Prinzip nicht sonderlich kompliziert, aber ein wenig zeitaufwändig. Eine sehr gute Erläuterung der einzelnen Schritte findet ihr in dem folgenden deutschen YouTube-Tutorial vom User Venix:

Erklärt wird der Vorgang dort anhand der neuesten Version der AWS-Webseite und der Developer-Konsole. Einige Anleitungen im Netz basieren noch auf älteren Versionen und funktionieren deshalb nicht mehr genau wie beschrieben. Wenn alles gut geht und ihr den Schritten folgt, dauert das Ganze wie erwähnt knapp 30 Minuten. Anschließend könnt ihr die gesamte Google-Suche auf eurem Amazon-Echo-Lautsprecher nutzen. Um den Skill zu verwenden, sagt ihr einfach: „Alexa, frage Google…“ und stellt dann eure Frage.

Amazon Echo: Wie sind eure Erfahrungen?

Ihr findet die Idee, Haushaltsgeräte per Sprachbefehl zu steuern abgefahren oder alternativ total bescheuert? Amazon Echo ist die Zukunft oder doch nur eine Technik-Spielerei, an die man sich in kurzer Zeit nur noch mit einem müden Lächeln erinnern wird? Egal, was ihr über das neue Gadget von Amazon denkt: In unserer Umfrage zum Thema könnt ihr eure Meinung zum Besten geben und mit dem Rest der Welt teilen!

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