Nicht nur in Zeiten von Corona ist die Nachfrage da, die neusten Blockbuster-Filme nicht in einem Kino-Saal, sondern daheim im Stream anzuschauen. Im Netz finden sich dabei zahlreiche Anlaufstellen, bei denen man die neuesten Kino-Highlights sowie Klassiker der Film-Geschichte auch gratis ansehen kann. Doch wie sieht das aus, sind Dienste wie KKiste.to (oder Kinokiste, wie es früher hieß) legal? Wo ist der Haken bei solchen Anbietern?

 
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KKiste und Co. sehen auf den ersten Blick verlockend aus. Einmal aufgerufen, kann man hier alle aktuellen Kino-Stars durchscrollen. Nach einem Klick öffnet sich schon der Video-Player und das Gratis-Kinovergnügen kann beginnen. Oder?

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Der gesunde Menschenverstand sollte diese Frage bereits beantworten, wir tun es aber gerne ausführlich mit Angabe einiger interessanter Fakten: KKiste.to (ehemals Kinokiste.to) als Anbieter von Streams zu nicht öffentlich zugänglich gemachten Kinofilmen und Serien ist nicht legal. Auch die vielen Ableger, die unter ähnlichen Adressen wie KKiste.io, KKiste.rest, KKiste.club und Co. auftauchen, sind keine Dienste, bei denen ihr bedenken- und kostenlos Kinofilme schauen könnt.

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KKiste.to: Legal oder illegal?

Die Frage in Bezug auf KKiste.to konnte lange nicht ganz eindeutig geklärt werden. Während sich Streaming-Portale, die lediglich Serien anbieten, strafbar machen, weil sie urheberrechtlich geschützte Inhalte anbieten, die Nutzer aber im Zuge des Rechts auf Privatkopie (§ 53 Abs. 1 Satz 1 UrhG) in einer schwammigen rechtlichen Grauzone treiben, haben Kinostreams einen anderen Knackpunkt.

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KKiste.to: Gebt GingerGrey bloß nicht eure Handynummer, sie ruft zu unmöglichen Zeiten an...

Auch hier werden unrechtmäßig angefertigte Vervielfältigungen (§ 16 Abs. 1 UrhG), die nicht vom Urheber selbst stammen, an Nutzer weitergegeben. Der Unterschied hier ist aber, dass KKiste oder Kinokiste selbst keine Streams, sondern lediglich Links zu den Streams selbst anbietet. Lange galt die Annahme, dass man sich beim Ansehen solcher Inhalte zumindest in einer rechtlichen Grauzone und somit in Sicherheit wähnen konnte. Spätestens mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom 26. April 2017 ist aber klar, dass das Aufrufen von rechtswidrig angebotenen Streams eine Urheberrechtsverletzung darstellt. Beim Ansehen drohen teure Abmahnungen und möglicherweise sogar Haftstrafen.

Die hier verfügbaren Portale machen sich strafbar dadurch, dass sie die Kinofilme und Serien vervielfältigen und zum Download anbieten. Denn, was ihr eventuell noch nicht wusstet, ist, dass beim Streamen großartig komprimierte Versionen der jeweiligen Inhalte im Zwischenspeicher oder Cache eures PCs gespeichert werden. Diese zwischengespeicherten Inhalte könnten euch vor Gericht als illegale Kopie angelastet werden.

KKiste ist unter verschiedenen Adressen abrufbar, da entsprechende Seiten immer wieder offline genommen werden. Die Anbieter versuchen so, ihr Portal stets erreichbar zu halten.

KKiste.to und Co.: Legale Alternativen

Der Besuch solcher Seiten ist erst einmal nicht strafbar. Ihr dürft die Seite also öffnen und müsst nicht Angst haben, dass die Polizei sofort vor eurer Tür steht. Anders sieht es jedoch ab dem Zeitpunkt aus, wo ihr einen Film-Stream startet. Da ihr euch wissentlich urheberrechtlich geschützte und unrechtmässig vervielfältigte Filme und Serien auf KKiste.to anschaut, ist eine Abmahnung möglich. Rechtsanwalt Christian Solmecke erklärt im Video, warum ihr die Finger von Anbietern wie KKiste lassen solltet:

Wir raten persönlich davon ab, Kinokiste zu nutzen, da sich hier nicht nur kostenlos Kinofilme reinziehen lassen, sondern außerdem auch an jeder Ecke Abofallen und andere zwielichtige Links finden, die bei unbedachtem Klicken nachhaltige Folgen für die Sicherheit eures PCs haben können. Zudem gibt es im Netz zahlreiche Alternativen, die euch für einen schmalen Taler Top-Filme und neue Serien-Highlights auf den Bildschirm bringen. Allen voran zu erwähnen sind:

Die meisten dieser Anbieter lassen sich 30 Tage lang gratis testen. So habt ihr genügend Zeit, den Inhalt zu durchforsten und euch schon umsonst durch das spannende Streaming-Material zu schauen. Natürlich spricht auch nichts gegen einen gemütlichen Blu-ray-Abend auf dem Sofa zu Hause. Um nicht zu tief in die Tasche zugreifen, könnt ihr hier zu den aktuellen Blu-ray-Bestsellern greifen:

Neben KKiste.to gibt es natürlich viele weitere Streaming-Plattformen, von denen man Abstand nehmen sollte. Nach dem EuGH-Urteil von Ende April 2017 ist auch das Ansehen solcher alternativer Streams rechtswidrig, wenn die Quelle offensichtlich rechtswidrig scheint.

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