Wie in Deutschland gilt auch für Apples Mitarbeiter in der Heimat die Arbeit von zuhause. Aufgrund der strikten Geheimhaltung des Unternehmens aus Cupertino kann dies für Probleme sorgen, da die Mitarbeiter nun nicht mehr in abgesperrten Büro, sondern in den eigenen vier Wänden an zukünftigen Produkten arbeiten müssen.

Apple zu Zeiten von Covid-19: (Heim-)arbeit an der Zukunft geht weiter

Die Notwendigkeit zur Arbeit aus der eigenen Wohnung sorgte bei Apple für einigen Umstellungsbedarf. Wie Bloomberg in einem aktuellen Bericht beschreibt, war diese Umgewöhnung für einige Mitarbeiter schwer zu verkraften. Während sie im Büro ihre Arbeit und die geheimen Produkte nach dem Feierabend hinter sich lassen konnten, fällt es ihnen jetzt noch schwerer, kein Wort über ihre Aufgaben oder Projekte mit der Familie teilen zu dürfen. Entsprechende Vorgaben von Apple besagen, dass es keinen Unterschied mache, ob sie zuhause oder im Büro arbeiten. Vertrauliche Angelegenheiten müssen in allen Fällen entsprechend behandelt werden.

Während unter anderem in Deutschland ein striktes Verbot für den Zugang zu den Apple-Büros herrscht, dürfen einige Hardware-Ingenieure im Silicon Valley mit der notwendigen Erlaubnis weiterhin im Büro arbeiten. Dies gilt für die Projekte, die einen direkten Zugriff auf geheime Hardware notwendig machen. Erste Bezirke in der Bay Area hatten bereits am vergangenen Montag angekündigt, dass sie ihre Anweisungen zur Arbeit von Zuhause bis zum 1. Mai verlängern würden.

Apple hat die Beschränkungen zum Umgang mit Vorserienhardware aber gleichzeitig auch ein wenig entspannt. So dürfen ausgewählte Mitarbeiter nun auch frühe Geräte mit nach Hause nehmen. Es erinnert also an die Zeiten, zu denen Steve Jobs und Steve Wozniak gemeinsam in ihrer Garage an zukünftiger Hardware gefeilt haben; mit dem Unterschied, dass es jetzt nicht mehr nur zwei Personen sind. Zuvor durften nur Geräte in der realen Welt getestet werden, wenn diese sehr nah an der finalen Version waren.

Die Genehmigung für das Entfernen der geheimen Hardware erhalten die Mitarbeiter beim jeweiligen Vice President der Abteilung. In manchen Fällen werfen laut Bloomberg auch die Senior Vice Presidents von Apple – das enge Management-Team rund um Tim Cook – einen Blick auf die Liste dieser Mitarbeiter.

Durch diese Schritte sollen die Störungen am Zeitplan für die neue Hardware auf ein Minimum reduziert werden. So schreibt Bloomberg weiter, dass neue Versionen des HomePod, Apple TV, MacBook Pro, Apple Watch, iMac und günstigen iPads schon Ende des Jahres erscheinen könnten. Auch am Zeitplan für die Vorstellung der neuen iPhones im kommenden Herbst will man derzeit festhalten.

Die jüngste Hardwareneuvorstellung erreichte uns erst vor einigen Tagen mit dem iPad Pro (2020):

iPad Pro 2020: Apples Informationsvideo.

Unter Apples Kontrolle: Strengere Regeln für die Arbeit an neuer Software

Während man die Regeln für die Hardware ein wenig entspannt hat, gelten für die Arbeit an der Software nun jedoch striktere Regeln. So habe man als Teil der Anweisungen für die Heimarbeit, den Zugriff auf zukünftige Software-Versionen eingeschränkt. Dies beinhaltet auch das Update auf iOS 14. Die Angestellten müssen sich hierzu das grüne Licht vom Management-Team einholen.

Was die Retail-Mitarbeiter und Apple Stores angeht, wiederholte Bloomberg frühere Berichte, laut denen erste Geschäfte von Fall zu Fall bereits in der ersten April-Hälfte wieder öffnen könnten. Außerhalb von China, Taiwan und Hongkong, sind derzeit alle Apple Stores geschlossen.