Apples erster Mac mit einem eigenen ARM-Prozessor landet in diesen Stunden bei den Entwicklern. Einige von ihnen brechen jedoch die Regeln – das hätte so nicht passieren dürfen. Allerdings uns kann es nur freuen.

 

Mac Mini (2018)

Facts 

Diesen Mac kann man nicht kaufen, sondern nur mieten. Die Rede ist vom DTK – dem Developer Transition Kit. Ein spezieller Mac mini mit dem Apple A12Z des aktuellen iPad Pro. Entwickler können den Rechner für knapp 500 US-Dollar bekommen, müssen ihn aber in absehbarer Zeit auch wieder zurückgeben. Eigentlich sollen die Spezialisten damit nur ihre Apps an die neue Hardware-Architektur des Macs anpassen, doch einige Entwickler halten sich nicht daran.

So schaut das DTK nun aus, das bei den Entwicklern landet:

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Apples erster ARM-Mac: Erste verbotene Benchmarks

Was machen die? Lassen gleich mal einen Benchmark verbotenerweise laufen und veröffentlichen die Ergebnisse. Apple schließt dies ja in den Vertragsbedingungen aus, will keine Leistungsvergleiche oder ähnliches in der Öffentlichkeit sehen. Warum ist klar: Der DTK-Rechner ist nie für die Kunden gedacht, auch wird der Apple A12Z nie in einem ARM-Mac zu sehen sein, den man kaufen wird können. Gerüchten nach wird Apple nämlich eine Abart des Apple A14 als erstes verwenden, einen Chip, den man zuerst im kommenden iPhone 12 einsetzen wird.

Doch sei es drum, wie schnell ist denn nun die Entwicklermaschine im Geekbench-Vergleich? Im Single-Core-Ergebnis gibt's über 800 Punkte, im Multi-Core erreicht der Rechner fast zwischen 2.500 und 3.000 Punkten, wie mehrere Tests dokumentieren. Anzumerken ist: Geekbench läuft aktuell nur unter Rosetta 2, also in einer x86-Emulation. Hinzu kommt, dass der A12Z noch mit „Handbremse“ läuft und etwas geringer als im iPad Pro getaktet ist. Doch selbst damit schlägt der erste ARM-Mac ein aktuelles Surface Pro X von Microsoft (bei Amazon zu bekommen) – sehr beeindruckend.

Warum und wie wird Apple eigene Prozessoren verwenden? Das Video liefert Antworten: 

Apple erklärt den Wechsel weg von Intel hin zu eigenen Chips

ARM vs. Intel: Das eigentliche Duell

Jetzt kann man sich gut vorstellen, wie erst ein potentieller Apple A14X nativ in Geekbench auftrumpfen würde. Allerdings muss Apple auch ordentlich liefern. Denn sind wir mal ehrlich: Nicht der schwachbrüstige Qualcomm-Prozessor im Surface ist die Messlatte, sondern die aktuellen und zukünftigen Core-Prozessoren von Intel. Immerhin hat Apple denen ja einen Korb gegeben. Apple muss also schon heute mächtig Leistung in der Hinterhand haben, andernfalls hätte man Intel nicht einfach so vor die Tür gestellt.

Erwartet wir der erste, richtige ARM-Mac dann Ende des Jahres. Vermutlich dürfte es sich um ein MacBook Pro im 13-Zoll-Formfaktor oder einen komplett neugestalteten iMac handeln, so die letzten Gerüchte, über die wir erst kürzlich berichteten.

Sven Kaulfuss
Sven Kaulfuss, GIGA-Experte für Apple, Antiquitäten und altkluge Sprüche.

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