Die ungewisse Plattform-Zukunft von Activision-Franchises wie Call of Duty bereitet vielen PlayStation-Fans Sorge. Nun hat Microsoft ein neues offizielles Statement zu den Plänen veröffentlicht – und glättet die Wogen.

 
Call of Duty: Warzone
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Call of Duty: Warzone

Update vom 10. Februar 2022:

Bisher hatte Xbox-Chef Phil Spencer nur die Absicht bekundet, Call of Duty auch weiterhin auf PlayStation-Konsolen verfügbar zu machen. Nun versichert Microsoft in einem neuen Blog-Post, dass die bestehenden Verträge eingehalten werden sollen – und signalisiert deutlich, dass auch darüber hinaus die Zukunft auf der Sony-Plattform gesichert ist. Im Wortlaut bezieht Microsoft klar Stellung:

„Um es klarzustellen: Microsoft wird entsprechend bestehender Vereinbarungen mit Activision Call of Duty und andere beliebte Activision-Blizzard-Spiele weiterhin auf PlayStation verfügbar machen. Und wir haben uns Sony gegenüber verpflichtet, dass wir sie auf PlayStation auch in Zukunft über die bestehenden Vereinbarungen hinweg verfügbar machen werden, sodass Sony-Fans weiterhin die Spiele genießen können, die sie lieben.“

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8 Dinge, die Call of Duty: Warzone noch besser machen würden

(Quelle: Microsoft)

Update vom 21. Januar 2022:

Absichten und Wünsche: Call of Duty bleibt erstmal auch bei PlayStation

Call of Duty ist eine der erfolgreichsten Videospielreihen der Welt und begeistert Shooter-Fans sowohl auf der Xbox als auch auf der PlayStation. Die Community der Letzteren bangt nun um die Zukunft von CoD. Xbox-Chef Phil Spencer gibt allerdings erstmal Entwarnung. Via Twitter teilte er mit, er habe mit den Verantwortlichen bei Sony „gute Gespräche“ gehabt, in denen er noch mal die Absicht bekräftigt habe, bestehende Absprachen zwischen Sony und Activision beizubehalten. Microsoft habe den Wunsch, dass Call of Duty auch auf der PlayStation bleiben soll.

Durch die Worte „intent“ (Absicht) und „desire“ (Wunsch) bleiben diese Aussagen jedoch äußerst vage und sind letztendlich eben nur gute Absichten und fromme Wünsche. Mit dem Kauf von Activision Blizzard werden bereits existierende Verträge nicht einfach ungültig. Das beste Beispiel ist dafür der Kauf von Bethesda, ebenfalls durch Microsoft. Das PlayStation-exklusive Deathloop erschien auch nach dem Kauf von Bethesda nur bei Sony. Zukünftige Veröffentlichungen wie Starfield oder The Elder Scrolls 6 erschienen allerdings nur bei Microsoft.

Je nachdem wie die Verträge zwischen Sony und Activision aussehen, verbleibt Warzone demnach auf der PlayStation und vielleicht gilt das auch nur für das dieses Jahr erscheinende Hauptspiel. Wie es dann in Zukunft mit Call of Duty weitergeht, ist aktuell noch ungewiss.

Sony trifft der Übernahme schon jetzt da, wo es wehtut:

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Originalmeldung vom 20. Januar 2022:

Call of Duty und Xbox-Exklusivität: Darf Microsoft das überhaupt?

Nach der Ankündigung, dass Microsoft den Publisher Activision Blizzard kaufen möchte, gibt es Fragen über Fragen. Gerade PlayStation-Spieler und -Spielerinnen fragen sich, was aus Spielen wie Call of Duty wird. Gibt es die beliebte Shooter-Reihe bald nur auf der Xbox und dem PC?

Xbox-Chef Phil Spencer betonte bereits, dass man nicht die Communitys von der PlayStation wegzerren möchte. (Quelle: Bloomberg). Dennoch hat Microsoft nicht 70 Milliarden US-Dollar investiert, um nicht von Activisions größtem Franchise, Call of Duty, zu profitieren. Die Reihe genießt allerdings mittlerweile eine lange Tradition als Verkaufshit auf Sonys Konsolen und hat nicht zuletzt durch Warzone auf der PlayStation eine große Community. Brauchen die alle jetzt eine Xbox?

Vermutlich nicht laut den Branchen-Experten, mit denen Gamesindustry.biz gesprochen hat. David Cole, Gründer des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens DFC Intelligence, hält eine Xbox-Exklusivität für Call of Duty für unwahrscheinlich. Laut Cole würde der Deal gar nicht zustande kommen, da die Behörden eine solche Monopolstellung kaum erlauben würden. (Quelle: Gamesindustry). Der gesamte Kauf dürfte unter kartellrechtlichen Gesichtspunkten genau überprüft werden. DFC Intelligence bekräftige diese Aussage nochmals via Twitter:

George Jijiashvili vom Marktforschungsunternehmen Omida geht eher davon aus, dass Call of Duty als eine Trumpfkarte im Kampf um die CoD-Fans dienen wird. Call of Duty beispielsweise als Teil des Game Pass könnte zukünftig Kunden und Kundinnen die Entscheidung zwischen Xbox und PlayStation leichter machen und sie eher zur Konsole von Microsoft greifen lassen. (Quelle: Gamesindustry).

Der Game Pass wird auch im Januar wieder um einige Top-Spiele erweitert:

CoD-Fans, die eine PlayStation ihr Zuhause nennen, können also erst mal durchatmen. Es bleibt abzuwarten, was Microsoft nun konkret mit den Spielen von Activision Blizzard vorhat und wie sich das auf Sonys Konsolen auswirken wird.