Während einige das neue Design der PS5 als „mutig“ oder „revolutionär“ bezeichnen, kann ich der Optik von Sonys neuer Konsole nichts abgewinnen. Würde das Aussehen von PlayStation 5 und Xbox Series X den Konsolenkrieg entscheiden, hätte aus meiner Sicht Sony jetzt schon verloren. Das „moderne Kunstwerk“ findet seinen Weg aber trotzdem in mein Wohnzimmer – und zwar aus gutem Grund. 

 

PlayStation 5

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PlayStation 5: Ist das Kunst – oder kann das weg?

Die große Enthüllung der PS5 liegt inzwischen ein paar Monate zurück. Die Präsentation der Konsole spaltete die Meinung der Fans. Einige fanden die Optik elegant und innovativ, andere hingegen einfach nur hässlich. Ich gehöre zu Letzteren.

Aber das ist ja alles Schnee von gestern, oder? Der große Reveal ist ja schon ewig her. Genug Zeit also, um den ersten „Schock“ zu verdauen und sich langsam, aber sicher an das neue Design zu gewöhnen, es zu akzeptieren und in mein Herz zu schließen. Oder auch nicht. Denn selbst jetzt muss ich immer wieder mit dem Kopf schütteln, wenn ich mir Produktbilder der PlayStation 5 anschaue. Was haben sich die Designer dabei nur gedacht?

Sonys neues „Raumschiff“ mag in einer teuren Designer-Wohnung mit Marmorwohnwand echt viele Bonuspunkte auf Feng Shui geben – in meine eher klassische IKEA-Bude passt das Teil aber so überhaupt nicht. Die Optik wirkt regelrecht abgehoben und monumental – so als wollte Sony lieber eine Trophäe als eine Spielekonsole bauen.

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Design, Aussehen und Bilder der PlayStation 5: Fan-Designs versus Realität

So wie ich über das Design der PS5 herziehe, könnte man meinen, dass ich der Konsole nichts abgewinnen kann – jedoch ist das Gegenteil der Fall. Denn trotz der gewöhnungsbedürftigen Optik wird am Ende nicht die Xbox Series X sondern die PlayStation 5 einen Platz in meinem Wohnzimmer finden. Aber warum?

Xbox Series X, PS5 oder doch lieber PC? Welche Plattform steht euch am besten? Wir verraten es euch im Video:

Next-Gen ist da! Aber welche Konsole ist für euch?

Einmal PlayStation, immer PlayStation!

Es klingt absurd, aber ich habe das Gefühl, dass die Wahl der Konsole ein bisschen wie die Fraktionswahl in einem Rollenspiel oder der Abschluss eines Jamba-Sparabos ausfällt: Bist du einmal drin, kommst du nicht mehr raus. Meine erste Konsole war die PlayStation 2. Hunderte Stunden schwang ich mich in Spider-Man 2 durch Manhattan, machte mit CJ in GTA: San Andreas die Städte unsicher und kassierte in FIFA gegen meine Freunde eine Packung nach der anderen. Ich war begeistert!

Viel wichtiger jedoch: Viele meiner Freunde hatten ebenfalls eine PS2, was uns allen bares Geld sparte. Statt sich selbst ein Spiel zu kaufen, fragte man erstmal im Freundeskreis nach, ob das nicht zufällig schon einer im Regal stehen hat. Teilen macht Freude! Danach wurde das Ganze zum Selbstläufer. Da mir die PS2 gefallen hat, habe ich mir die PS3 geholt. Auch die hat ordentlich gebockt, also habe ich mir anschließend die PS4 gekauft. Und wer hätte es gedacht? Dieses Spiel wird sich nun bald mit der PS5 wiederholen. Wer einen Volkswagen fährt, und mit dem zufrieden ist, greift beim nächsten Autokauf wahrscheinlich auch wieder zu einem Modell von VW.

Xbox vs. PlayStation – mit den neuen Modellen geht der Konsolenkrieg in die nächste Runde:

Alles über Xbox Series X und PlayStation 5

PS5 vs Xbox Series X: Eine Konsole ist nur so gut, wie ihre Spiele

Doch noch viel wichtiger als die „Fahnentreue“ oder die verbaute Hardware der Konsole sind meiner Meinung nach die darauf angebotenen Spiele. Denn was bringt mir die beste Hardware, wenn ich darauf nur das Remake von E.T. the Extra-Terrestrial spielen kann? Und genau hier hat Sony auch nach Microsofts Einkauf von Bethesda immer noch die Nase vorne.

Auf der Xbox bekomme ich kein Uncharted, kein The Last of Us, kein God of War, kein Horizon: Zero Dawn, kein Bloodborne, kein Ghost of Tsushima und kein Spider-Man. Und jetzt können die Xbox-Fans gerne versuchen, dagegen Halo, Gears of War oder die Forza-Reihe in den Kampf zu schicken – doch unter uns: Die kann ich auch auf dem PC spielen, wenn ich will. Übrigens: Ein wirklich guter Schachzug seitens Microsoft, dürfte jedoch den Konsolenverkäufen der Xbox Series X nicht gerade zuträglich sein.

PlayStation 5: Man soll eine Konsole nicht nach seiner Optik beurteilen

Was ich damit sagen will: Am Ende des Tages ist es mir eigentlich vollkommen Latte, wie meine Konsole aussieht. Von mir aus hätte Sony sogar das Design des Dev-Kits beibehalten können. Letzten Endes spielen für mich zwei Faktoren eine besondere Rolle beim Konsolenkauf:

  • Auf welcher Plattform sind die meisten meiner Freunde unterwegs?
  • Welche Konsole bietet wahrscheinlich in den kommenden sechs bis acht Jahren die interessanteren Exklusivspiele?

Auf beide Fragen lautet meine Antwort: die PlayStation 5. Und wie sieht das bei euch aus? Habt ihr ähnliche Kriterien, nach denen ihr eure Konsole auswählt? Oder sehen die vollkommen anders aus? Diskutiert mit uns in den Kommentaren.

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen stellen ausschließlich die Ansichten des Autors dar und sind nicht notwendigerweise Standpunkt der gesamten GIGA-Redaktion.

Robert Kohlick
Robert Kohlick, GIGA-Experte für Gaming-Hardware, -PCs und -Laptops.

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