macOS Catalina in der Kritik: Neue Funktion von Apple nicht durchdacht

Holger Eilhard

Bereits mit iOS 12 führte Apple für iPhone und iPad die sogenannte Bildschirmzeit ein, das eine Übersicht zur Nutzung der mobilen Begleiter ermöglicht. Mit macOS Catalina ist diese im Englischen als Screen Time bekannte Funktion auch auf dem Mac vorhanden. Genau diese Integration sorgt nun aber für Kritik.

macOS Catalina: Bildschirmzeit-Statistiken auf dem Mac nur mit geringem Nutzen

Kirk McElhearn, der unter anderem für Macworld tätig ist, hat sich in einem aktuellen Beitrag die Details zur Bildschirmzeit unter macOS Catalina genauer angesehen. Die Statistiken können wie beim iPhone in den Systemeinstellungen eingesehen werden. Zur Erinnerung: Bildschirmzeit in iOS loggt unter anderem, wie lange ihr welche Apps genutzt habt, wie viele Benachrichtigungen eingegangen sind und wie häufig ihr iPhone oder iPad „aktiviert“ habt. Letzteres beschreibt, wie häufig ihr etwa euer Smartphone in die Hände genommen und entsperrt habt.

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Ähnliche Funktionen sind auch in der Bildschirmzeit von macOS Catalina enthalten und sind dort – wie am Beispiel der Aktivierungen schnell zu sehen ist – häufig nicht wirklich hilfreich. Beim Mac bedeuten die Aktivierungen, wie oft ihr euren Mac am Tag aufgeweckt oder durchgestartet habt. Ist dies beim iPhone oder iPad eine hilfreiche Statistik, ist der Nutzen dieser Zahl beim Mac nur schwer zu erkennen.

Dieselbe Übersicht soll beim Mac auch die App anzeigen, die beim Aufwachen zuerst genutzt wurde. McElhearn sieht hier jedoch lediglich die Apps, die geöffnet waren. Schickt er also seinen Mac mit einem geöffneten Safari-Fenster im Vordergrund in den Schlaf, wird Safari als App beim nächsten Aufwachen geloggt. Des Weiteren werden laut McElhearn nicht alle Aktivierungen aus unbekannten Gründen mitgezählt.

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macOS Catalina: App-Nutzung beinhaltet alle offenen Apps

Die interessanteste Statistik sollte aber die App-Nutzung sein. Auch hier hat Apple das Feature auf dem iPhone oder iPad besser durchdacht, was unter anderem daran liegen dürfte, dass selbst auf einem aktuellen iPad nur wenige Apps wirklich gleichzeitig geöffnet sein können. Ein Blick in die Übersicht auf dem Mac zeigt aber, dass die Bildschirmzeit schlichtweg angibt, wie lange eine App geöffnet war und nicht etwa, wie lange sie wirklich im Vordergrund genutzt wurde.

Laufen also beispielsweise im Hintergrund die Musik-App, Mail und Nachrichten, während man im Vordergrund an einem Text-Dokument arbeitet, werden alle Apps mit derselben Nutzungszeit versehen. Hinzu kommt in den Statistiken außerdem auch der Finder, der immer geöffnet ist.

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Ein ähnliches Bild ist bei der Übersicht der eingegangenen Benachrichtigungen zu sehen. Kann eine Benachrichtigung unter iOS eine Störung darstellen, sind die kleinen Hinweise in macOS nur ein kleiner Teil des sichtbaren Bereichs. Des Weiteren sind sie im Falle eines Macs nicht sichtbar, wenn das Gerät im Schlafzustand ist. McElhearn stellt sich hier etwa die Frage, wie sinnvoll beispielsweise das Loggen der Benachrichtigungen der Musik-App ist, die erscheinen, wenn sich der gerade laufende Song geändert hat.

McElhearn weist auf die App Time Sink hin, die einen deutlich genaueren Überblick darüber bietet, welche Apps aktiv genutzt wurden. Time Sink erlaubt auch das Tracking einzelner Fenster innerhalb einer Anwendung, sodass man hier genauer unterscheiden kann, was man wie lange gemacht hat.

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