Wenn Autos, LKW und Co. erstmal ohne menschliche Fahrer unterwegs sind, steht ein enormer Umbruch an. Ein Umbruch, der viele Millionen Arbeitnehmer ihren Job kosten könnte. Wie das aussehen kann, zeigt jetzt ein Beispiel des Logistikers FedEx.

FedEx und Nuro testen autonomen Lieferwagen

Autonomes Fahren ist nicht nur für Tesla interessant, andere Hersteller arbeiten auch an der Technik, beispielsweise VW. Doch sie bietet nicht nur für private PKW ungeheure Möglichkeiten, wenn sie erst einmal ausgereift ist. Auch und gerade im Warenverkehr birgt sie aus wirtschaftlicher Sicht enormes Potenzial. Doch das geht mit einem nicht geringen Risiko einher, das in erster Linie die jetzigen Fahrer tragen: den Verlust ihrer Arbeit.

Noch ist autonomes Fahren, das nicht mehr auf Menschen angewiesen ist, nicht in großem Stil möglich. Doch es wird längst auch für den Güterverkehr getestet. Aktuell unternimmt FedEx mit dem Fahrzeughersteller Nuro gemeinsam Testfahrten in den USA. Dabei kommt ein verhältnismäßig kleines Lieferfahrzeug zum Einsatz. Einmal beladen soll es seine Route eigenständig abfahren. Mittels Lidar- und Radar-Sensoren sowie Kameras orientiert sich der Nuro R2 dabei. Ausgestattet ist das rund 2,7 m lange und nur 1,1 m hohe Fahrzeug mit mehreren Fächern für Pakete.

Einen potenziellen Nachteil hat die Idee: Der R2 (ein Schelm, wer Böses dabei denkt) bleibt auf der Straße vor der Lieferadresse stehen. Kunden müssen dann ihr Paket selbst abholen, per zugesandtem Code lässt sich das entsprechende Fach öffnen. In Großstädten mit Hochhäusern dürfte dieses System recht schnell an seine Grenzen stoßen.

Mit Amazon geht auch das größte Logistikunternehmen der Welt schon den Weg zum Lieferroboter. Wie das aussieht, erfahrt ihr im Video:

Amazon Scout: Autonomer Roboter liefert Pakete aus

Millionen von Jobs in der Logistikbranche bedroht

Was aber bedeutet so eine Technik für die Fahrer von FedEx und anderen Logistikunternehmen? Auf die Spitze getrieben, wird der klassische Lieferfahrer dadurch obsolet. In Deutschland allein sind laut Statista aktuell rund 22 Millionen Führerscheine für Lastkraftwagen ausgestellt. Wenn auch nicht jeder davon beruflich genutzt wird, wenn das autonome Fahren zur Massenreife gelangt, stehen Millionen von Jobs auf der Kippe.

Bis das allerdings soweit ist, wird wohl noch einige Zeit vergehen. Tesla etwa musste kürzlich einige voreilige Versprechen über die Fähigkeiten seiner Autos wieder kassieren. FedEx und Nuro haben eine Ausnahmegenehmigung für ihre Tests in Houston, Texas erhalten. Auf dem Weg zum eigenständig fahrenden LKW wird es zudem viele Fahrer geben, die weiterhin die teilautonomen Fahrzeuge überwachen müssen. Sorgen um den Job des Berufsfahrers sind somit zwar nicht von der Hand zu weisen, bis der LKW selbst übernimmt, wird es aber noch Jahre dauern.