Darf's ein neues E-Auto sein? Wenn ja, solltet ihr euch zügig darum kümmern, den Umweltbonus zu beantragen, denn den wird es nicht ewig geben. Damit die bis zu 9.000 Euro möglichst unproblematisch fließen können, fordert Opels Deutschlandchef jetzt Änderungen am Verfahren. Bei der aktuellen Lage dürften die bald sehr wichtig werden.

Wer auf ein E-Auto umsteigen will, braucht Klarheit über die Möglichkeiten zur Förderung. Das forderte zuletzt der ADAC und Opels Deutschlandchef Andreas Marx stößt ins gleiche Horn: „Die Kunden, Händler, aber auch die Hersteller brauchen schnell Klarheit darüber, wie es mit der Innovationsprämie weitergeht.“ Besagte Innovationsprämie macht immerhin die Hälfte des staatlichen Förderanteils aus, den Kunden für den Kauf eines E-Autos beantragen können.

Opel-Chef zu E-Autos: Kaufdatum sollte über Umweltbonus entscheiden

Doch der Umweltbonus sowie seine einzelnen Komponenten sollen nach dem Willen der Ampel-Koalition überarbeitet werden. Etwa soll die Förderfähigkeit konkreter an den tatsächlichen Nutzen für die Umwelt gebunden werden.

Eine bürokratische Hürde steht dem Geldsegen zudem im Weg: Für den Förderantrag ist bisher das Zulassungsdatum eines E-Autos oder Hybrids entscheidend. Doch Käuferinnen und Käufer müssen lange warten: Bei Opel sind es laut Marx durchschnittlich 20 Wochen. Hersteller wie VW haben für manche Modelle Händlerquoten ausgegeben, unter einem Jahr Wartezeit ist oft nichts mehr zu machen.

Wenn diese Kunden auf die Zulassung warten müssen, geht ihnen schnell ein großer Teil des Umweltbonus flöten. Der Opel-Manager schlägt vor: „Angesichts der derzeit teils langen Lieferzeiten von E-Autos wegen der Halbleiterproblematik sollte die Bundesregierung die Auszahlung der Kaufprämie vom Datum des Kaufvertrages abhängig machen und nicht wie bisher vom Zulassungsdatum.“ (Quelle: Autogazette). Damit wären alle Kunden auf der sicheren Seite, die bis zum 31. Dezember 2022 einen Kaufvertrag unterschreiben.

Was ihr vor dem Umstieg aufs E-Auto beachten solltet:

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Händler müssen bei Elektroautos umdenken

Damit dieser Schritt zum Erfolg werden kann, müssen auch Händler umdenken und frühe Kaufverträge ermöglichen. Bisher ist es oft so, dass ein neues E-Auto für den Kunden vorbestellt wird. Der eigentliche Kaufvertrag wird erst unterzeichnet, wenn der Lieferzeitpunkt feststeht. Den können und wollen Händler in der aktuellen Lage aber nicht zusichern, ohne ein sicheres Go von den Herstellern.

Für den weiteren Erfolg der E-Mobilität hält Marx auch eine Rückkehr des Wallbox-Förderprogramms für wichtig. Danach sieht es bisher aber nicht aus, die 900 Euro für eine private Ladestation werden seit vorigem Herbst nicht mehr gezahlt.