Mac Pro (2019)

Facts 
Mac Pro (2019)

Die Ablösung für den im Jahr 2013 vorgestellten Mac Pro in Zylinderform ist da. Der neue Mac Pro (2019) kommt wieder im altbekannten Tower-Format mit Käsereibe-Design daher und will Profi-Anwender mit hohem Kreditkartenlimit locken. Die Zielgruppe sind allen voran professionelle Nutzer, die an Audio- und Video-Projekten arbeiten.

Apple hat am 3. Juni im Rahmen der WWDC-Keynote den neuen Mac Pro offiziell vorgestellt - weitere Details in unserer Zusammenfassung. Wie schon vor mehr als zwei Jahren angekündigt, handelt es sich um eine Rückkehr zu einem modularen Mac, der sich an professionelle Anwender richtet. Passend zum neuen Mac Pro stellte Apple auch einen neuen Bildschirm, das Pro Display XDR, vor.

Mac Pro 2019: Warum die Rückkehr zum Tower-Format?

Apple hat sich bei der Entwicklung des neuen Mac Pro an die Zeiten erinnert, als die High-End-Hardware noch in einem Tower-Gehäuse und nicht in einem Designstatement in Mülleimerform steckte. Entsprechend werden mit dem Käsereiben-Style Erinnerungen an den PowerMac G5 und den ersten Mac Pro wach. Gleichzeitig dürfte bei einigen Betrachtern die Trypophobie, die Angst vor Lochstrukturen, ausbrechen. Das Gehäuse verfügt wie die älteren Vorgänger über zwei Griffe, die einen leichten Transport ermöglichen. Ein Schraubverschluss an der Oberseite gibt den Zugang zu den modularen Innereien frei.

Das Tower-Design erlaubt damit genau das, was viele interessierte Anwender beim Blick auf den Mac Pro aus dem Jahr 2013 vermissten. Im Inneren steht viel Platz für zukünftige Erweiterungen bereit, die ein Upgrade nach dem Kauf versprechen. Außerdem bietet der Formfaktor viel Platz für die notwendige Kühlung der stromfressenden High-End-Komponenten. Entsprechend hat Apple auch hier vorgesorgt und dem neuen Mac Pro ein Netzteil mit 1,4 kW spendiert. Damit liegt man knapp unter dem Limit, welches in den USA an normalen 120-Volt-Steckdosen mit einer 15-Ampere-Sicherung für dauerhafte Lasten erlaubt ist.

Was ist außerdem neu am Mac Pro (2019)?

Im Inneren des Mac Pro sind folgende Neuerungen zu finden:

  • Intel Xeon-Prozessoren: Unterstützte der alte Mac Pro noch bei 6 bis 12 Kerne, bietet das neue Modell nun Xeon-Prozessoren mit 8 bis hin zu 28 Kerne mit 56 Threads.
  • Mehr RAM: Der neue Mac Pro kann mit bis zu 1,5 TByte DDR4-ECC-RAM konfiguriert werden. Voraussetzung sind hierfür Xeon-Prozessoren mit 24 oder 28 Kernen. Dazu stehen 12 Sockel zur Verfügung. Standardmäßig kommt das neue Modell mit 32 GByte RAM. Beim alten reichte der Ausbau nur von 16 bis 64 GByte DDR3-ECC-RAM.
  • Kraftvolle Grafiklösungen: Passend zum neuen Mac Pro präsentierte Apple auch sogenannnte MPX-Module (kurz für „Mac Pro Expansion Module“). Von Apple selbst gibt es in diesem Formfaktor drei Grafiklösungen, die von einer AMD Radeon Pro 580X bis hin zu zwei AMD Radeon Pro Vega II reichen. Andere Hersteller, wie die Storage-Spezialisten von Promise, haben bereits eigene Lösungen im MPX-Format angekündigt. GPUs von Nvidia sind aber weiterhin Fehlanzeige. Der Mac Pro bietet Platz für zwei dieser MPX-Module.
  • PCI-Express-Slots: Die Verbindung der oben genannten MPX-Lösungen findet über traditionelle PCI-Express-Slots statt. Insgesamt bietet der neue Mac Pro 8 dieser Slots in unterschiedlichen Formaten. Schon jetzt gibt es neben den beschriebenen Grafikchips weitere Karten, die mit dem Mac Pro kompatibel sind.
  • Afterburner: Eine dieser PCI-Express-Lösungen kommt von Apple selbst und hört auf den Namen Afterburner. Diese PCI-Express-x16-Karte beschleunigt Apples ProRes- und ProRes-RAW-Codecs. Dadurch wird eine flüssige Wiedergabe von bis zu sechs 8K-Streams in ProRes RAW oder bis zu 23 Streams von 4K-ProRes-RAW ermöglicht.
  • SSD-Speicher: Wie beim iMac Pro ist auch im Mac Pro Apples T2-Chip für die Steuerung und Verschlüsselung der Daten auf den Flash-Speichern zuständig. Ersten Berichten zufolge sollen die Speicher auch nach dem Kauf austausch- und aufrüstbar sein. Ab Werk kommt der neue Mac Pro mit einer 256 GB großen SSD; optional sind bis zu 8 TB möglich.
  • Moderne Anschlüsse: Thunderbolt 3 und USB 3 im USB-C-Format gehören genauso zur Serienausstattung des Mac Pro wie zwei 10-Gb-Ethernet-Ports. Auch ein 3,5-mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer ist vorhanden.
  • Gewicht: Aufgrund des gewachsenen Gehäuses legt der Mac Pro natürlich auch am Gewicht zu. Statt 5 kg für den Zylinder gibt Apple nun 18 kg für den neuen Mac Pro an.
  • Weiteres zum Gehäuse: Als optionales Zubehör für das Gehäuse wird Apple auch vier Rollen zum einfacheren Transport anbieten. Darüber hinaus soll es auch eine Version des Mac Pro geben, die sich für 19-Zoll-Racks eignet.

Für wen ist der Mac Pro gedacht?

Apples Präsentation sowie die Demos, die im Hands-On-Bereich nach der WWDC-Keynote zu sehen waren, geben klare Anzeichen für mindestens zwei der Zielgruppen: Professionelle Nutzer in den Bereichen Audio und Video. Ein weiterer Hinweis darauf ist auch das vorgestellte Pro Display XDR, welches auf den ersten Blick mit Kosten von mindestens rund 5.500 Euro extrem teuer zu sein scheint. In der Welt der Referenzmonitore, die gerne mehr als 30.000 US-Dollar kosten und mit denen Apple mit diesem Display konkurrieren will, gilt dies aber als Schnäppchen.

Der neue Mac Pro ist kein Computer, den sich ein normaler Anwender ins Wohnzimmer stellt, um Hobbyfilme zu schneiden. Für diese Zielgruppe hat Apple den Mac mini oder den iMac im Angebot. Viele anspruchsvollere Aufgaben kann außerdem der iMac Pro übernehmen.

Wie viel kostet der neue Mac Pro?

Als Einstiegspreis für den neuen Mac Pro mit 8-Core-Xeon-CPU, 32 GB RAM, 256 GB SSD und der Radeon 580X verlangt Apple 6.499 Euro. Dieser Preis steigt schnell in die Höhe, wenn man etwa schnellere CPUs mit mehr Kernen, zusätzlichen Speicher oder weitere Grafikkarten hinzufügt. Am Ende kann der Mac Pro so mehr als 64.000 Euro kosten.

Leserwertung:
Wird geladen... Die Leserwertung für Mac Pro 2019: Apples Profi-Mac ist zurück von 5/5 basiert auf 3 Bewertungen.