Mooresches Gesetz: Defintion und Ende von Moore's Law – Einfach erklärt

Robert Schanze

Das Mooresche Gesetz kennen heute viele vom Hörensagen, allerdings wird es oft falsch zitiert. Wie lautet die Definition des Mooreschen Gesetzes beziehungsweise von Moore’s Law wirklich? Wir verraten es euch in unserem Ratgeber.

Mooresches Gesetz: Definition und Erklärung

Das Mooresche Gesetzt wird oft missverstanden und falsch wiedergegeben. Es besagt kurzum:

Die Anzahl an Transistoren, die in einen integrierten Schaltkreis festgelegter Größe passen, verdoppeln sich etwa alle 2 Jahre.

Info: Ein Transistor ist ein elektronisches Halbleiter-Element, das zumeist als Ein- und Aus-Schalter fungiert.

Moores Aussage ist insofern wichtig, da Chip-Hersteller wie Intel seit jeher versucht, die Chip-Fläche so gering wie möglich zu halten, um Chips wirtschaftlich – also gewinnbringend – zu produzieren. Um die Leistung zu steigern, müssen daher zwangsläufig immer mehr Schaltkreise auf dem gleichen Raum untergebracht werden.

Aus Moores Aussage hat sich später die Interpretation ergeben:

Die Prozessor-Leistung für Computer verdoppelt sich alle 2 Jahre.

Auch wenn diese Aussage bislang grob gestimmt hat, sagt das Mooresche Gesetz nichts über die Geschwindigkeit von Prozessoren aus. Denn nur weil ein Prozessor (CPU) doppelt so viele Transistoren besitzt, muss er nicht auch doppelt so schnell sein.

1965 erschien Moores Gesetz in einem Artikel, wo zunächst nur von einem Zeitraum von 1 Jahr die Rede war. 1975 änderte Moore seine Aussage ab auf 2 Jahre. Moores damaliger Intel-Kollege David House schätzte hingegen einen Zeitraum von 1,5 Jahren. Heute ist dieser Zeitraum auch die verbreitetste Variante von Moore’s Law:

Die Anzahl an Transistoren, die in einen integrierten Schaltkreis festgelegter Größe passen, verdoppeln sich etwa alle 1,5 Jahre (18 Monate).

Was bedeutet Moore’s Law?

Einfach erklärt bedeutet Moore’s Law, dass die Chip-Hersteller alle 18 Monate eine neue Chip-Generation auf den Markt bringen. Allerdings Ist das Mooresche Gesetz eben kein Naturgesetz, sondern eher eine Faustregel, an der man sich orientieren kann. Dass es kein wirkliches Gesetz ist, zeigen heutige CPU-Probleme.

Das Ende des Mooreschen Gesetzes

Mittlerweile stockt die CPU-Entwicklung nach dem Mooreschen Gesetz, weil die Entwickler an physikalische Grenzen gestoßen sind. So meldete Intel im Sommer 2015, dass der Zyklus wohl eher 30 statt 18 Monate dauert. CPUs werden seit Längerem auch nicht mehr an ihrer Taktrate gemessen. Mittlerweile ist eher die Anzahl der verbauten CPU-Kerne maßgebend für die Geschwindigkeit.

Laut der Webseite nature.com wird die Halbleiterindustrie im März 2016 anerkennen, dass Moore’s Law nicht mehr eingehalten werden kann. Demnach werden Chips nicht mehr zwangsläufig schneller, aber Fortschritt und Effizienzmaximierung wird es weiterhin geben.

Video | So entsteht ein Chip in 22nm mit 3D-Transistoren.

Intel - The making of a chip with 22nm 3d transistors.

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