Landwirtschafts-Simulator 19: Ein Leben als Landwirt

Thomas Stuchlik

Von der Feldarbeit über Viehzucht bis Forstwirtschaft: Der Landwirtschafts-Simulator 19 bietet alles auf, was das bäuerliche Spieler-Herz begehrt. Doch reicht das für genug Spielspaß aus?

Landwirtschafts-Simulator 19: Ein Leben als Landwirt

Bereits seit 10 Jahren versorgt uns Entwickler Giants Software mit einer Spiele-Kuriosität, über die man anfangs oft gelacht hat. Doch der Landwirtschafts-Simulator mauserte sich innerhalb einer Dekade zu einem respektablen Millionen-Hit. Auch der neueste Teil baut auf alte Serienstärken: In frischen Sandbox-Szenarien dürft ihr frei Ackerbau, Tierzucht und Forstwirtschaft betreiben.

Farming weltweit

Im Grundspiel stehen zunächst das bayerisch angehauchte Felsbrunn sowie die amerikanische Map Ravenport zur Verfügung. Als dritte Karte wird das südamerikanische „Estancia Lapacho“ aus dem LS 17 als kostenlose Mod nachgereicht. Alle Areale verfügen über massig Felder, die ihr bewirtschaften könnt. Allerdings nur, wenn ihr vorher die Böden erworben habt. Das bringt uns zur ersten Neuerung: Ihr kauft nicht nur Felder, sondern auch das Umland drum herum.

Der Grund ist simpel: Erstmals darf man Gebäude kaufen und frei platzieren, was aber nur auf eigenem Grund und Boden funktioniert. Mit genug Kohle stattet ihr euren Hof mit neuen Ställen, Lagerhallen oder Tierställen aus. Profis können sich erschwerten Startbedingungen stellen, bei denen ihr ganz ohne eigenes Farmhaus startet. Stattdessen errichtet ihr alles von Grund auf neu.

Alte Abläufe, neue Geräte

Beeindruckend ist der originalgetreue Fuhrpark. Der LS 19 enthält über 300 landwirtschaftliche Geräte – vom Traktor über Erntemaschinen bis zum Teleskoplader. Auch Anhänger, Forstgeräte und Schneidwerke fehlen natürlich nicht. Alle Vehikel stammen von echten Herstellern wie Fendt, Amazone und neuerdings auch dem Farm-Giganten John Deere.

Bildquelle: Giants Software // Landwirtschafts-Simulator 19Die Feldarbeit selbst hat sich kaum verändert: Wie bisher wühlt ihr eure Äcker mit Pflug und Grubber auf und sät 14 verschiedene Feldfrüchte aus. Neu mit dabei ist Hafer sowie Baumwolle. Bei ersterem könnt ihr einfach mit dem Mähdrescher die Ernte einholen. Bei letzterem jedoch braucht es spezielle Pflückmaschinen, die riesige Baumwoll-Ballen produzieren. Vergesst außerdem nicht, zu düngen, Unkraut zu entfernen und Kalk auszubringen. Die Ernte könnt ihr selbst nutzen (z. B. als Futtermittel), einlagern oder verkaufen. Schließlich wollt ihr nicht nur von Krediten der Bank leben.

Welche Fahrzeuge sind neu? Hier dein Überblick:

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Landwirtschafts-Simulator 19: Fahrzeuge, Maschinen und Liste aller bestätigten Marken.

Artgerechte Haltung

Neben der Feldarbeit kümmert ihr euch um die Tierzucht. In Ställen dürft ihr Hühner, Schweine und Kühe halten. Neu dabei sind Pferde, die mit Hafer gefüttert werden. Obendrein lassen sich die Gäule auch ausreiten. Nicht nur zum Spaß, sondern auch um deren Status und damit deren Verkaufswert langsam zu steigern.

Nicht zuletzt greift ihr zur Kettensäge, um Geld mit Holz zu machen. Dabei gibt es auch wieder professionelle Forstgeräte, die für euch das Schneiden und Entasten übernehmen. So generiert ihr Holzstämme oder -schnipsel zum Verkauf oder Eigenbedarf. Auch dank optionaler Nebenmissionen von NPCs gibt es auf dem Bauernhof immer etwas zu tun – bei Tag wie bei Nacht.

Einen wichtigen Aspekt bildet übrigens wieder der Mehrspieler-Modus. Wie bisher könnt ihr gemeinsam die Felder bewirtschaften: 16 Spieler auf PC, 6 Spieler auf PS4 und Xbox One. Auf derselben Map dürfen auch mehrere Farmen stehen, die gegeneinander oder unabhängig voneinander arbeiten. Schön auch, dass man andere Online-Bauern zu bazhlten Hilfsarbeiten engagieren darf.

Gelungene Arbeitssim

Der Landwirtschafts-Simulator 19 lässt euch alle Aspekte des Bauern-Alltags erleben. Wer ein wenig Entspannung vom Action-Einerlei anderer Spiele sucht, ist hier genau richtig. Es hat fast etwas Meditatives, Felder zu säen und abzuernten. Neulinge wundern sich vielleicht über das langsame Spieltempo – doch das ist schließlich kein Call of Duty!

Für Genre-Freunde eröffnet sich wieder Motivation für Wochen. Es dauert wirklich lange, bis man alle Tätigkeiten und Aufgaben entdeckt hat. So wird es kaum langweilig, auch Arbeitspausen zwischen den Ernten lassen sich gut überbrücken. Technisch gefallen vor allem die originalgetreuen Vehikel und Maschinen mit ihrem hohen Detailgrad. Trotz sinnigen Neuerungen (neue Feldfrüchte, Pferde) hätte ich mir aber noch mehr Innovationen und frische Ideen gewünscht.

Wird dir gefallen, wenn du mal Entspannung suchst und ein Faible für Arbeitssimulationen hast.

Wird dir nicht gefallen, wenn du auf schnelle Action aus bist und dich vor echter Arbeit scheust.

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