Windows-Programme auf Mac: Virtuelle Maschine, Boot Camp oder Emulator?

Thomas Kolkmann 1

Schon seit längerer Zeit ist es möglich, Windows-Programme auf einem Mac laufen zu lassen, dafür gibt es jedoch drei grundverschiedene Herangehensweisen. Was die Vor- und Nachteile von einem Dual-Boot-System, einer virtuellen Maschine oder einem Windows-„Emulator“ sind, wollen wir euch in diesem Ratgeber näher bringen.

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Wenn ihr gerade erst von einem regulären Windows-Rechner auf einen iMac oder MacBook umgestiegen seid, kann es sein, dass es das eine oder andere Programm womöglich nicht für das Apple-Betriebssystem OS X gibt. Aber auch so mancher eingeschworene Apple-User blickt - was beispielsweise die native Unterstützung von PC-Spielen angeht - nach wie vor etwas neidisch zum Windows-Lager herüber. Zwar ist hier auch immer mehr Bewegung zu bemerken, wenn ihr jedoch nicht drum herum kommt, könnt ihr mit verschiedenen Methoden auch Windows-Programme auf dem Mac nutzen.

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Windows-Programme auf Mac dank Boot Camp

Seitdem auch Apple der PowerPC-Architektur den Rücken zugekehrt hat und x86-Intel-CPUs in seinen Rechnern verbaut, stand das Tor für Microsofts Konkurrenz-OS eigentlich offen. Mit der ersten Version von Boot Camp hat Apple 2006 dann ermöglicht, dass man aus seinem Mac ein Dual-Boot-System macht, welches neben dem hauseigenen Betriebssystem auch das aus Redmond erlaubt.

windows auf mac installieren

Der große Vorteil gegenüber virtuellen Maschinen und Windows-kompatiblen Laufzeitumgebungen (oft fälschlicherweise „Emulatoren“ genannt) ist die Kompatibilität und der direkte Hardwarezugriff. So können alle Windows-Programme ohne Geschwindigkeitsverlust oder ähnliches auf dem iMac oder MacBook laufen. Einen Nachteil gegenüber einem herkömmlichen Windows-PC gibt es somit nicht.

Der Nachteil eines Dual-Boot-Systems ist aber ebenso nicht von der Hand zu weisen: Die Betriebssysteme können nur wechselweise betrieben werden. Ihr könnt somit die Programme, die nur auf OS X laufen, von der Windows-Oberfläche aus starten und umgekehrt. Darüber hinaus braucht ihr für ein Dual-Boot-System natürlich auch eine Windows-Lizenz.

Windows als virtuelle Maschine auf Mac

Eine etwas flexiblere Lösung bieten virtuelle Maschinen (auch Hypervisor genannt), die euch ein virtuelles Windows, Linux oder anderes Betriebssystem aufsetzen lassen. Der große Vorteil hierbei: Ihr könnt das Zweit-OS und dessen Programme direkt von der OS-X-Oberfläche starten und nutzen.

Wenn ihr also ein bestimmtes Windows-Programm nutzen wollt, müsst ihr nicht extra alles auf OS X abbrechen/absichern, Neustarten und Windows booten. Mit Hypervisoren wie VirtualBox oder Parallels Desktop könnt ihr Windows einfach in einem Fenster laufen lassen und das Betriebssystem und die installierten Windows-Programme je nach Gusto nutzen.

Da in den meisten virtuellen Maschinen jedoch auch die Hardware nur virtuell ist und dadurch das meiste auf den Schultern des Prozessors ausgetragen wird, sind aufwendige 3D-Anwendungen, Spiele und ähnlich anspruchsvolle Software oft nur bedingt auf der virtuellen Maschinen lauffähig. Darüber hinaus braucht ihr natürlich auch hier eine echte Windows-Lizenz für die virtuelle Desktop-Umgebung.

Windows-„Emulator“ für Mac

wine-logo
Die bekannte Windows-kompatible Laufzeitumgebung WINE ist nicht nur Linux-Nutzern bekannt: Mit den Forks WineBottler (ehemals Darwine) und CrossOver können auch auf OS X Windows-Funktionsaufrufe in X11 und Darwin „übersetzt“ werden, wodurch Windows-Programme auch unter Apples-Betriebssystem quasi-nativ genutzt werden können.

Der größte Vorteil von solchen Windows-Laufzeitumgebungen ist der, dass ihr keine Windows-Lizenz benötigt oder dem Betriebssystem überhaupt erst Platz auf der Festplatte einräumen müsst. Vor allem ältere Programme können so nahezu gleichwertig auf OS X betrieben werden und können nach einmaliger Anpassung der Einstellungen direkt im Apple-OS gestartet werden.

Die große Krux: Die Kompatibilität. Gerade neuere Programme, die zum großen Teil auf .NET oder Direct3D setzen, funktionieren nur bedingt oder sind gar inkompatibel. Darüber hinaus ist das erste Setup für viele Programme aufgrund der Einstellungsmöglichkeiten für Laien nicht geeignet.

Bildquellen: parallels.com

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