Mehr FPS = mehr Kills? Nvidia-Studie bestätigt, was PC-Spieler schon lange wissen

Robert Kohlick 1

Wer in Shootern erfolgreich sein und seine Abschuss-Quote in die Höhe treiben will, braucht neben schnellen Reflexen, guter Hand-Augen-Koordination und Spielverständnis vor allem eines: möglichst viele Bilder pro Sekunde. Das legen zumindest die Ergebnisse einer neuen Studie von Nvidia nahe. 

Mehr FPS = mehr Kills? Nvidia-Studie bestätigt, was PC-Spieler schon lange wissen
Bildquelle: Getty Images / gorodenkoff.

Nvidia-Studie: „Battle-Royale-Spiele sollten mit 144 FPS oder mehr gespielt werden.“

Wer sein Potenzial in Battle-Royale-Spielen voll auskosten will, sollte die Grafikeinstellungen runterschrauben oder Besitzer einer leistungsstarken Grafikkarte sein. Eine neue Studie von Nvidia bestätigte nun das, was Hardcore-PC-Spieler schon lange predigen: Je höher eure Bildwiederholungsrate im Spiel ist, desto besser schneidet ihr auch ab. Nvidia gibt dafür folgende Gründe an:

  • Eine höhere Bildwiederholungsrate bedeutet, dass man das nächste Bild früher sieht und somit schneller auf sich verändernde Situationen reagieren kann.
  • Höhere Bildraten auf einem 144- oder 240-Hz-Monitor lassen das Bild flüssiger wirken und sorgen dafür, dass man sich bewegende Ziele leichter mit dem Fadenkreuz verfolgen kann. Zudem sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Mikroruckler oder „übersprungene Pixel“ für Ungenauigkeiten beim Zielen sorgen.

Um diese These zu beweisen, hat Nvidia anonymisierte Daten aus dem GeForce-Experience-Highlights-Programm in den Spielen Fortnite und PlayerUnknown’s Battlegrounds ausgewertet. Die Software erstellt automatisch kleine Videoclips von Highlights einer Runde – im Fall von Battle-Royale-Spielen also vor allem Kills, Siege, Mehrfachabschüsse und der eigene Spielertod.

So verändert sich die Abschuss-Quote dank potenter Hardware

Wer eine neuere Grafikkartengeneration in seinem Rechner verbaut hat, erzielt im Schnitt mehr Kills pro Runde. Laut dem Bericht von Nvidia haben Spieler mit einer RTX-2000-Grafikkarte im Vergleich zu Spielern mit einer GTX-600-GPU eine rund 53 Prozent höhere Abschuss-Quote.

Das ist jedoch noch kein zwingender Beweis für die FPS-These. Schließlich könnten bessere Spieler auch schlichtweg eher dazu geneigt sein, sich neuere Hardware zuzulegen. Deswegen hat sich das Unternehmen im nächsten Schritt nur die Leistungskurven von Spielern mit GTX-1000-Grafikkarten näher angesehen und zusätzlich überwacht, wie sich die Abschuss-Quote mit wachsender Spielzeit verändert. Schließlich ist der persönliche Skill eines Spielers der wichtigste Faktor für das Spielergebnis:

Wer länger und öfter spielt, wird automatisch besser – auch ohne möglichst hohe FPS. Übung macht also weiterhin den Meister. Dennoch zeigt der Graph, dass Spieler mit einer leistungsstarken Grafikkarte im direkten Vergleich besser abschneiden als die Mittelklasse- oder Einsteiger-Konkurrenz. Eine höhere Spiele-Performance scheint also einen positiven Einfluss auf die Abschussquote zu haben.

Wer auf der suche nach einem neuen Battle-Royale-Spiel ist, findet hier einige der besten Vertreter des Genres: 

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High-Refresh-Rate: Gaming-Monitore sorgen für weiteren Leistungs-Boost

Doch wer eine fette Grafikkarte im Rechner verbaut hat, sollte auch zu einen entsprechenden Gaming-Monitor mit einer hohen Bildwiederholungsrate von 144 Hz oder 240 Hz greifen. Zwar profitiert man auch auf einem 60-Hz-Monitor von einer besonders hohen Bildrate, aber das volle Potenzial entfaltet sich erst mit der Nutzung eines High-Refresh-Rate-Monitors, wie der Bericht von Nvidia aufzeigt:

Während es für viele PC-Spieler jahrelang nur darum ging, die „magische“ 60-FPS-Grenze zu überschreiten, scheint die Latte bald viel höher zu hängen. Nicht nur E-Sport-Profis, sondern auch viele private PC-Spieler haben inzwischen einen Bildschirm mit hoher Bildwiederholungsrate im Einsatz und profitieren somit von schnelleren Reaktionszeiten.

Nvidias FPS-Studie: Nichts weiter als versteckte Werbung für neue Hardware?

Obwohl die Ergebnisse der Studie auf den ersten Blick schlüssig scheinen, sollte man dennoch skeptisch sein. Schließlich profitiert Nvidia als Grafikchip-Hersteller von solchen Test-Resultaten. Ein Blick auf die Datenbasis der Studie enthüllt einige Schwachstellen:

  • Nvidia gibt keine absoluten Zahlen zu den Testergebnissen an. Wir wissen nicht, wieviele Datensätze für die Studie erhoben wurden.
  • Wer einen Blick auf die Steam-Hardware-Umfrage aus dem Februar 2019 wirft, wird feststellen, dass die GTX-600er-Reihe kaum noch von PC-Spielern genutzt wird. Warum wird diese Baureihe überhaupt noch mit zum Vergleich herangezogen?
  • Das zur Erhebung der Daten notwendige Highlights-Feature muss erst vom PC-Spieler manuell aktiviert werden, um es nutzen zu können. Viele PC-Spieler nutzen die Zusatz-Funktion jedoch gar nicht. Dieser Umstand könnte zu einem verzerrten Gesamtbild führen.
  • Bei den RTX-2000-Karten werden lediglich die RTX 2070, 2080 und 2080 Ti berücksichtigt. Die Daten der RTX 2060 hat Nvidia unter den Tisch fallen lassen oder schlichtweg nicht getrackt.

Doch selbst wenn die Datenerhebung keinen Schwachpunkt hätte, macht euch der Kauf einer neuen Grafikkarte oder eines neuen Monitor nicht automatisch zu einem besseren Spieler. Die Hardware könnte euch aber dennoch in einigen Situationen einen entscheidenden Vorteil bieten.

Was ist eure Meinung zu Nvidias Studie? Macht eine hohe Bildwiederholungsrate eurer Einschätzung nach wirklich einen derart großen Unterschied? Oder wird der Effekt völlig überbewertet? Schreibt uns eure Meinung zum Thema gerne in die Kommentare.

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