Raytracing ohne RTX: Auch AMD-Karten unterstützen die neue Grafiktechnologie

Robert Kohlick

Eines der größten Verkaufsargumente für Nvidias RTX-Karten ist die Unterstützung von Raytracing. Doch auch Grafikkarten von AMD sind in der Lage, von der Grafiktechnologie Gebrauch zu machen. Können in Zukunft also alle PC-Spieler Raytracing in Spielen wie Battlefield 5 und Metro Exodus nutzen? Mitnichten – und das hat diverse Gründe. 

Raytracing ohne RTX: Auch AMD-Karten unterstützen die neue Grafiktechnologie
Bildquelle: YouTube / Geforce Experience.

Raytracing auf AMD-Karten: Microsofts DXR-Schnittstelle machts möglich

Raytracing wird von vielen PC-Spielern als die Zukunft der Spielegrafik angesehen. Die neue Render-Technik sorgt in Battlefield 5 für Echtzeit-Reflexionen und in Metro Exodus für eine realistischere Beleuchtung. Wer Raytracing nutzen möchte, muss aktuell jedoch zwangsläufig zu einer RTX-Karte von Nvidia greifen – oder etwa doch nicht?

Raytracing in Battlefield 5 – So sieht das Spiel mit der neuen Grafiktechnologie aus:

Battlefield 5: Official GeForce RTX Trailer.

Auf Twitter wurde vor einigen Tagen ein Mail von AMD gepostet, in welcher das Unternehmen bestätigte, dass auch ihre aktuellen Grafikkarten Raytracing in Echtzeit unterstützen würden. Jedoch können sie von dem Feature nur unter der Verwendung des Fallback Layers von Microsofts DirectX-Raytracing-Schnittstelle (DXR) Gebrauch machen:


Nach einem Blick in die Anforderungen für DirectX Raytracing wird klar, dass grundsätzliche fast jede Grafikkarte mit DirectX-12-Unterstützung in der Lage ist, auf diese Weise Raytracing zu nutzen. Dazu zählen auch betagtere Karten wie etwa die R9 290 von AMD oder die GTX 980 Ti von Nvidia, wie die Gamestar berichtet.

Raytracing in Spielen: Warum man vorerst nicht um Nvidias RTX-Karten herumkommt

Wer sich jetzt schon darauf freut, dass man in Spielen zukünftig Raytracing auch ohne RTX-Karte benutzen kann, den müssen wir enttäuschen. Im Gegensatz zu anderen Grafikkarten verbaut Nvidia bei seinen RTX-Modellen zusätzliche RT-Cores, welche die notwendigen Berechnungen für Raytracing signifikant beschleunigen. Den meisten anderen Karten fehlt es schlichtweg an ausreichend Leistung, um Raytracing nutzen und gleichzeitig ein ruckelfreies Spielen ermöglichen zu können.

Außerdem müssten AMD und Nvidia die entsprechende Unterstützung auf anderen Karten via Treiber-Update nachreichen. Das werden sie jedoch nicht tun, wenn sie wissen, dass die Performance der Grafikbeschleuniger bei der Nutzung von Raytracing drastisch in den Keller geht.

Jetzt heißt es also abwarten, denn auch die AMD-Chefin Lisa Su hat auf der CES 2019 angekündigt, dass Raytracing für ihr Unternehmen eine wichtige Rolle spielt und man in zukünftigen Grafikkarten-Generationen auf eine direkte Unterstützung von Microsofts DXR setzen will.

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CES 2019: Auf diese Gaming-Hardware können sich Spieler freuen.

Währenddessen hat Nvidia Mitte Februar mit der GTX 1660 Ti eine Mittelklasse-Grafikkarte vorgestellt, die ganz ohne Raytracing-Funktionen auskommt. Vielleicht kann der Grafikchip-Entwickler auf diese Weise die fatalen Umsatzzahlen aus dem letzten Quartal wieder ausbügeln.

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