Jabra Eclipse im Test: Gutes, leichtes Bluetooth-Headset, aber sehr eigenwillig

Sebastian Trepesch

Es ist das leichteste Bluetooth-Headset, das ich kenne: Das Jabra Eclipse sieht aus wie ein Standard-Mono-Headset, und verfolgt doch ein anderes Konzept: es bietet eine transportable Docking-Station.

Jabra Eclipse im Test: Gutes, leichtes Bluetooth-Headset, aber sehr eigenwillig

Man muss den Werbetext nicht lesen, um zu merken: Das Jabra Eclipse sitzt sehr unauffällig im Ohr. Kein Wunder, wiegt es doch nur 5,5 Gramm. Das hat ein paar Eigenheiten zur Folge, die man mag – oder nicht. 

Jabra Eclipse im Test: Bluetooth-Headset mit Docking-Station

Wie hat Jabra das Produkt so leicht hinbekommen? Eines der wichtigsten Kniffe war wohl, den Akku und Technik zum Teil auszulagern – in ein transportables kleines Dock. Der Hörer wird über diese Mini-Ladestation aufgeladen, die mit einem Mikro-USB-Stecker an einen USB-Port gehängt wird. Doch selbst das Dock verfügt über einen integrierten Akku, so dass auch ohne Steckdose der Hörer nachgeladen wird. Zum Beispiel im Aktenkoffer, im Meeting-Raum oder im Motorrad-Koffer. Da stört es nicht, dass die Akkulaufzeit des Headsets maximal 3 Stunden beträgt, denn die Ladestation kann für weitere 7 Stunden sorgen. Die Standby-Dauer beträgt bis zu 3 Tage (Herstellerangaben).

Den Ladestand des Hörers erfährt man über eine grün-rote LED und genauer über die Sprachausgabe, der Ladestand wird über drei weiße LEDs ausgegeben – jeweils selbsterklärend (und damit gut) gelöst.

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Nachteil: Ohne Dock sollte man das Headset nicht transportieren, sonst aktiviert man aus Versehen die Sprachsteuerung etc. Denn einen physischen Ausschalter am Hörer selbst gibt es nicht. Damit wird das Eclipse gleich etwas weniger transportabel. Zu Hause, im Büro oder im Auto ist es eine ideale Lösung, für die Sakkotasche ist es dagegen wenig zu empfehlen.

Für das Pairing, also die Bluetooth-Koppelung von Headset und Smartphone, liegt der Hörer ebenfalls im Dock, der Aktivierungsbutton ist auf der Dockunterseite zu finden. Über Sprachbefehl sollte es auch direkt über den Hörer funktionieren.

Sprachqualität und weitere Eigenschaften des Jabra Eclipse 

Mutige Entscheidung des Herstellers: Das Design ist speziell für ein Tragen am rechten Ohr optimiert worden worden. Wer sein Headset lieber ins linke Ohr steckt, wird von Jabra mit dem Eclipse nicht bedacht.

In Sachen Sprachqualität, „Sound“, gilt wie bei so vielen anderen Headsets: An das iPhone kommt es nicht heran. Das Smartphone ist einfach größer, Apple hat mehr Spielraum für Technik, Mikrofonpositionierung etc. Im direkten Vergleich fällt das auf – sonst aber nicht. Denn generell ist die Qualität des Jabra Eclipse mehr als ausreichend. Der Hersteller hebt den „Premium-Lautsprecher in Musik-Klangqualität“ hervor. Auch wenn für mich mono Musikhören nicht in Frage kommt und der Klang nicht mit einem ordentlichen Kopfhörer mithalten kann, darf man den lobenswerten Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz nicht unterschlagen.

Was fehlt, ist die Geräuschunterdrückung. Schade, aber in vielen Situationen zu verschmerzen. Das „earGel“, also der Ohrpfropfen, hält Umgebungsgeräusche außen vor. Und zwei Mikrofone sorgen dafür, dass man vom Gesprächspartner gut verstanden wird.

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Die meisten anderen wichtigen Technologien sind trotz des kleinen Designs ebenfalls in dem Premium-Gerät beziehungsweise Dock integriert. Dazu gehören: NFC zum Koppeln bei entsprechend ausgestatteten Smartphones, Siri- und Google Now-Anbindung und Sprachanweisungen für die Bedienung (z.B. Pairing, Akkustatus etc.).

Test-Fazit zum Jabra Eclipse 

Die Liste der Nachteile des Jabra Eclipse ist lang – für viele Nutzer dürfte es sich aber weniger um „Nachteile“ denn als „Eigenheiten“ handeln. Wer (wie ich) ein Headset rechts nutzt, wird das Design eher freuen, als das er die einseitige Tragemöglichkeit bemängelt. Das Dock-Konzept ist für die Hosentasche ungünstiger, für das Auto oder Büro dafür praktisch. Und insgesamt handelt es sich nun mal um ein hochwertiges Produkt. Das will man auch erwarten, bei einem Preis von 99 Euro (UVP, im Handel ).

Wer sich mit den Eigenheiten des Jabra Eclipse abfinden kann (oder sie gezielt wünscht), dem kann ich es empfehlen. Persönlich finde ich die Leichtigkeit des Telefonierens sehr erfreulich. Alle anderen sollten sich lieber nach „neutraleren“ Alternativen umsehen. Beispiel: vom selben Hersteller das Jabra Stealth (Test), mittlerweile .

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