„Hallo Mama, mein Handy ist kaputt gegangen, dies hier ist meine neue Nummer“ – in den letzten Monaten bekommen WhatsApp-Nutzer immer wieder Nachrichten dieser Art. Gehört ihr dazu, solltet ihr diese Nachricht sofort löschen. Dahinter steckt ein Betrugsversuch, bei dem Cyber-Kriminelle an euer Geld wollen.

 
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Diese WhatsApp-Nachricht ist eine moderne Form des „Enkeltricks“. Dabei wird man nicht mehr über einen Telefon-Anruf reingelegt, sondern per WhatsApp-Nachricht. Anders als bei der Telefonmasche, bei der Betrüger unter anderem in Telefonbüchern gezielt nach Leuten mit einem altmodischen Namen suchen, sind nicht mehr nur ältere Generationen im Visier der Betrüger.

WhatsApp-Betrug: „Hallo Mama“ – so funktioniert der Betrug

Der Inhalt der Nachrichten variiert. Sie beginnen aber immer mit dem Text „Hallo Mama“ oder „Hallo Papa“. Danach wird vorgeben, dass das Handy kaputt oder verloren gegangen ist oder die alte SIM-Karte nicht mehr geht.

Bekommt ihr solch eine Nachricht bei WhatsApp, reagiert nicht darauf. Seid ihr euch unsicher, ob dahinter tatsächlich ein Elternteil stecken könnte, kontaktiert eure Kinder über die alte, bekannte Nummer. In den meisten Fällen werden sie sich melden und nichts von einer neuen Handy-Nummer wissen. Was passiert, wenn man antwortet?

  • Die Betrüger starten ein normales Gespräch, bei dem vorgegeben wird, dass das alte Smartphone defekt ist.
  • Danach geht das Gespräch in eine Richtung, in der man etwas bezahlen soll.
  • Die Fake-„Mama“ gibt zum Beispiel an, dass noch zwei Online-Bestellungen bezahlt werden müssen, eine Bezahlung aber nicht möglich sei, weil die Online-Banking-App auf dem neuen Smartphone noch nicht freigeschaltet sei.
  • Ihr sollt die Zahlung übernehmen. Dabei gibt es eine angebliche Frist, die um 0:00 Uhr endet. Danach werden Mahnungsgebühren fällig.
  • Es soll also Druck auf euch ausgeübt werden und ihr sollt nicht viel Zeit zum Überlegen bekommen, sondern die Zahlung sofort durchführen.
  • Die offenen Beträge sind dabei meistens vierstellig, da darunter „Reparaturkosten“ und der Preis für ein MacBook oder ein ähnliches technisches Gerät bezahlt werden müssen. Es wird oft von Beträgen zwischen 1.000 und 5.000 Euro berichtet.
  • Manchmal wird auch um die Überweisung einer „Kaution“ gebeten, weil man einen Unfall hatte oder kurz davor steht, ins Gefängnis zu müssen.
  • Dabei soll man das Geld nicht an das Konto der Fake-Kinder überweisen, sondern angeblich direkt auf das Zielkonto des jeweiligen Unternehmens.
  • Natürlich handelt es sich dabei nicht um Konten von Unternehmen, bei denen etwas gekauft wurde, sondern um die Bankdaten der Betrüger. Meistens werden ein ausländisch klingender Empfängername sowie ein Konto im Ausland angegeben. Überweist also auf keinen Fall etwas, sondern stoppt das Gespräch spätestens an diesem Punkt.

WhatsApp-Betrug: Gibt es Geld zurück?

Wurde das Geld bereits überwiesen, wird es sehr schwer, den Betrag zurückzubekommen. Überweisungen lassen sich generell nicht oder nur innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums über die eigene Bank zurückholen. Ist das Geld bereits beim Empfänger eingegangen, ist eine Rückbuchung kaum möglich. Als Betrugsopfer meldet ihr euch auf jeden Fall bei der Polizei und auch bei eurer Hausbank, um die Chance zu bewahren, den Betrag zurückzubekommen. Behaltet dafür den Chat-Verlauf mit allen Nachrichten.

So schützt man sich

Wer regelmäßig mit seinen Kindern schreibt, erkennt solche betrügerischen Nachrichten oft an dem anderen Schreibstil. So ändert sich etwa die Emoji-Frequenz, es werden auf einmal mehr Schreibfehler eingebaut oder unübliche Ausdrücke verwendet.

Hinweis: Auch wenn ihr nach eurem WhatsApp-Code von einem unbekannten Absender gefragt werdet, steckt ein Betrugsversuch dahinter.

Bekommt ihr solch eine Nachricht oder kennt Betroffene, löscht den Gesprächsverlauf nicht sofort, sondern erstattet Anzeige bei der Polizei. Generell solltet ihr bei Nachrichten von unbekannten Nutzern über WhatsApp skeptisch sein. Fügt ihr die nicht bekannte Nummer zu eurem Telefonbuch hinzu, solltet ihr das Profilbild sehen können. Dort könnt ihr oft überprüfen, wer dahintersteckt. Ihr könnt den Nutzer mit der unbekannten Nummer auch etwas fragen, was nur der angegebene Absender beantworten kann. Werdet ihr von jemanden kontaktiert, der vorgibt, euer Sohn oder eure Tochter zu sein, fragt zum Beispiel nach einem Ereignis aus eurer Kindheit, Seid ihr euch über den Absender unsicher, sperrt ihn zur Sicherheit. Sollte euch tatsächlich jemand Bekanntes schreiben, wird er vermutlich einen anderen Weg finden, euch zu kontaktieren. Alternativ ruft ihr den angeblichen Absender an und überprüft, wer wirklich hinter der Nummer steckt.

WhatsApp: Kennt ihr die Bedeutung dieser Emojis?

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