Im Ernst, Google? Android 10 Q legt Smartphone-Nutzern die Ketten an

Kaan Gürayer 2

Mehr Macht für die Mobilfunkanbieter: Mit Android 10 Q wird Google der Telekom, Vodafone und Co. neue Möglichkeiten an die Hand geben, die Verwendung von Android-Smartphones nach eigenen Wünschen zu einzuschränken. Auch der beliebten Dual-SIM-Funktion geht es an den Kragen. 

Im Ernst, Google? Android 10 Q legt Smartphone-Nutzern die Ketten an
Bildquelle: Flickr/Kham Tran (CC BY 2.0).

Android 10 Q nimmt immer weiter Form an. Waren die bislang bekanntgewordenen Neuerungen eher positiver Natur, müssen sich Android-Nutzer nun offenbar auf eine dicke Kröte gefasst machen.

Android 10 Q: Neue SIM-Lock-Möglichkeiten für Mobilfunkanbieter

Im Quellcode der neuesten Android-Version sind jetzt mehrere Hinweise aufgetaucht, die auf neue SIM-Lock-Möglichkeiten für Mobilfunkanbieter hindeuten. In Zukunft, so 9to5Google, sollen Netzanbieter festlegen können, welche SIM-Karten von welchem Provider auf den von ihnen verkauften Geräten funktionieren. Das Ganze soll über White- und Blacklisten funktionieren, in denen die Mobilfunkanbieter im Detail festschreiben können, was erlaubt ist und was nicht.

Auch auf die Nutzer von Dual-SIM-Smartphones kommen unangenehme Änderungen zu. Mit Android 10 Q sollen Provider die Möglichkeit erhalten, die Verwendung des zweiten SIM-Kartenslots zu blockieren, wenn im ersten Slot keine autorisierte SIM-Karte steckt. Vor allem im Urlaub oder für Anwohner von Grenzregionen könnte diese Funktionen eine echte Einschränkung ihrer Wahlfreiheit nach sich ziehen. Theoretisch könnten Mobilfunkanbieter etwa Partnerschaften eingehen, um den Handybesitzer zur Verwendung eines speziellen Anbieters im Ausland zu zwingen.

Und welche Hersteller verteilen die meisten Android-Updates? 

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Android-Smartphones ohne Provider-Branding nicht betroffen

Weshalb Google mit Android 10 Q den Mobilfunkanbietern derartige Werkzeuge an die Hand gibt, um die Handynutzer de facto in Ketten zu legen, ist nicht klar. Zwar ist noch nicht bekannt, ob Telekom, Vodafone oder o2 in Zukunft von diesen neuen Möglichkeiten Gebrauch machen werden. Wer aber ganz sicher sein will, dem bleibt weiterhin nur der Rat, Smartphones nicht direkt bei den Netzbetreibern zu kaufen. Handys ohne Provider-Branding sind von der kommenden Einschränkung ausgenommen.

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