Windows: Den DNS Cache löschen

Marco Kratzenberg 2

Bei Verbindungsproblemen im Internet stören oft veraltete Einträge. In so einem Fall können wir ganz einfach den DNS Cache löschen, um sauber durchzustarten.

Windows: Den DNS Cache löschen

Im DNS Cache speichert Windows die Adressen-Auflösungen von Webseiten. Aber manchmal kann uns das in den Weg geraten. Nameserver sind das Adressbuch des Internets. Wenn da fehlerhafte Einträge gespeichert werden, müssen wir den DNS Cache löschen und dazu hat Windows eigene Netzwerkbefehle. Danach holt sich Windows für alle Internetverbindungen die Adressen neu und startet einen sauberen Neuanfang - ohne neu booten zu müssen!

DNS Cache löschen mit FlushDNS

Alle Zugangsprovider, wie z.B. T-Online, haben einen DNS-Server, um ihre Kunden zu den gewünschten Webseiten bringen zu können. Sobald wir eine Webadresse eingeben, sieht der Nameserver nach, unter welcher IP wir die Seite finden. Der Weg zu dieser Seite wird also in den DNS-Cache von Windows geschrieben. Und wenn der weg nicht mehr gefunden wird, hilft es oft, den DNS-Cache zu löschen!

Die Route lautet also in diesem Fall: Von unserem Rechner zum Gateway des Providers. Von dort zum primären DNS-Server. Dort holen wir uns die Adresse. Dann geht’s weiter zum Webhoster der Webseite, zu seinem DNS-Server und dann zur Webseite. Und schließlich zurück zu uns.

Das ist der Idealfall. Und wenn es den immer gäbe, würden wir niemals den DNS Cache löschen müssen. Aber nicht umsonst gibt es dazu in der Netzwerkkonfiguration einen speziellen Parameter. Eine Art Klospülung für den DNS Cache - Flush DNS.

Um die Internetrouten etwas abzukürzen und den Zugriff somit zu beschleunigen, schiebt Windows die Adressen beim ersten Zugriff in einen Zwischenspeicher. Dort, im „DNS-Auflösungscache“ legt es alle besuchten Adressen zum schnellen Zugriff ab. Das ist in den meisten Fällen auch nützlich, kann aber auch manchmal zu Problemen führen. Denn manchmal ändern sich die Zuordnungen von Domainnamen zu IPs. Wir merken das daran, dass wir sie nicht erreichen können, weil sie plötzlich nicht mehr gefunden werden.

Das liegt dann häufig daran, dass der DNS Server unseres Providers diese Änderung von einer zentralen DNS-verwaltung noch nicht abgeholt hat. Er weiß also nicht, wohin er uns führen soll und führt uns zum alten Eintrag. So etwas können wir überprüfen, indem wir selbst z.B. einen anderen DNS-Server eintragen und feststellen, dass die Seite plötzlich doch erreichbar ist. Aber in manchen Fällen liegt das auch daran, dass der Zwischenspeicher unseres Systems „veraltet“ ist. Und dann müssen wir eben selbst den DNS-Cache löschen.

Bilderstrecke starten
6 Bilder
Welches Mainboard habe ich? Motherboard herausfinden!

DNS-Cache löschen - manuell

Es gibt bei Windows leider keinen Button, der mit „DNS Cache löschen“ beschriftet ist. Also müssen wir den Befehl und den Parameter flushdns dazu selbst eingeben. Das erfolgt in einem Ausführungsfenster mittels eines direkten DOS-Befehls.

  • Um den Befehl eingeben zu können, öffnen wir zunächst die Eingabeaufforderung aus dem Startmenü.
  • Nachdem Klick auf den Startbutton wählen wir dazu „Ausführen“.
  • Im nachfolgenden Fenster geben wir ein cmd.
  • Nun öffnet sich ein schwarzes Fenster mit weißer Schrift und einem darin blickenden Cursor an der Stelle, die für Befehlseingaben vorgesehen ist.
  • Das ist die Stelle, an der wir nun folgenden Befehl eingeben und mit der Enter-Taste abschicken müssen, um den DNS Cache zu löschen:

ipconfig /flushdns

Daraufhin geschieht einige Sekunden scheinbar nichts, doch dann erfolgt die Rückmeldung, dass der DNS-Auflösungscache geleert wurde. Alle Einträge aus dem Zwischenspeicher sind weg und wenn wir nun eine Webseite aufrufen, holt sich Windows die nötigen Daten beim ersten Zugriff wieder vom Provider.

Übrigens kann man sich auch anzeigen lassen, was in diesem DNS-Cache so enthalten ist. Zumindest die Domains. Also werden dort alle Webseiten aufgezeichnet, die wir besucht haben. Doch unter diesen verräterischen Spuren sind auch noch andere Einträge! Denn auch die Webseiten selbst laden vielleicht noch Werbung und Inhalte von anderen Quellen nach. Auch das landet in unserem DNS Cache. Und dann sieht es so aus, als hätten wir diese Seiten besucht. Wer sich mal ansehen möchte, was dort alles so steht, der kann das mit folgendem Befehl erreichen:

ipconfig /displaydns | more

Das „more“ und der senkrechte Strich (den wir über die Tastenkombination AltGr und das Kleiner/Größer-Zeichen erreichen) ist nicht unbedingt nötig. Es sorgt nur dafür, dass die Ausgabe der Liste immer nach einer Seite eine Pause einlegt, bis eine Taste gedrückt wird. Denn diese Liste kann verdammt lang sein.

Passend zum Thema:

Was war dein erstes Betriebssystem? (egal ob Desktop oder Mobile)

Mein erstes Betriebssystem war Windows 3.1. Danach kam Windows 98, ME, XP und 7. Vista, Windows 8 oder Windows 10 sind nicht meine Betriebssysteme. Mittlerweile bin ich bei Linux Mint Cinnamon gelandet. Wie sehen eure Erfahrungen aus? Schreibt sie uns gerne in die Kommentare.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Weitere Themen

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE

  • Spotify

    Spotify

    Der Spotify Client zum Download, mit dem ihr euch auf Spotify nach Herzenslust kostenlose Musik anhören, eigene Playlists erstellen und diese mit euren Freunden teilen sowie euch vom Spotify Radio eurem persönlichen Geschmack angepasste, zufällig ausgewählte Musik vorspielen lassen könnt.
    Marvin Basse
* Werbung