In Windows sieht man in der Liste der installierten Programme oft eine ganze Reihe unterschiedlicher Versionen von „Microsoft Visual C++ Redistributable“. Da kommt man in Versuchung, die älteren Versionen zu deinstallieren. Warum ihr das nicht tun solltet, erklären wir euch hier.

 

Windows 10

Facts 

Warum ist so oft „Microsoft Visual C++ Redistributable“ installiert?

Wenn euer PC schon ein paar Monate läuft, wird er mit der Zeit eine ganze Reihe an unterschiedlichen Versionen der Software „Microsoft Visual C++ Redistributable“ ansammeln. Hiervon gibt es mehrere Versionen wie 2005, 2008, 2010, 2012 etc, sodass 10 oder mehr Einträge vorhanden sein können.

Windows 7: Hier sind 12 Versionen von Microsoft Visual C++ Redistributable installiert.
Windows 7: Hier sind 12 Versionen von Microsoft Visual C++ Redistributable installiert.

Wofür braucht man „Microsoft Visual C++ Redistributable“?

Die „Visual C++ Redistributable“-Versionen installieren Laufzeitkomponenten. Diese werden benötigt, um Programme oder Spiele auszuführen, die mit der Programmiersprache C oder C++ entwickelt wurden.

  • Einige solcher Laufzeitumgebungen sind in Windows ab Werk integriert.
  • Windows 10 nutzt etwa „Microsoft Visual C++ 2012“ und „2013 Redistributable“.
  • Auf einem 64-Bit-Betriebssystem sind zudem oft sowohl die 32-Bit- (x86) als auch die 64-Bit-Versionen (x64)  installiert.
  • Das liegt daran, dass dieses Anwendungen beider Varianten ausführen kann.

Warum ihr es nicht deinstallieren solltet

Wenn ihr nun eine der Versionen von „Microsoft Visual C++ Redistributable“ deinstalliert, wird ein oder mehrere eurer installierten Programme oder Spiele vermutlich nicht mehr funktionieren. Das liegt daran, weil unterschiedliche Programme mitunter ältere Versionen der Software benötigen, um korrekt zu funktionieren. Aus dem Grund ersetzt eine neue Software-Version von „Microsoft Visual C++ Redistributable“ nicht zwangsläufig die Alte, sondern wird parallel installiert. Die erforderliche Version wird dann vom Installationsassistenten des Programms oder Spiels automatisch eingerichtet, sofern sie auf dem System noch nicht vorhanden ist. Dadurch kommt es dann zu den unzähligen Redistributable-Versionen in eurer Programm-Liste in Windows. Dabei handelt es sich allerdings nicht um vollständige Installationen von „Visual C++“.

Der AMD-Installer für ATI-Graifkkarten installiert beispielsweise auch „Microsoft Visual C++“-Versionen. Bild: GIGA
Der AMD-Installer für ATI-Graifkkarten installiert beispielsweise auch „Microsoft Visual C++“-Versionen. Bild: GIGA

Mögliche Fehler bei Deinstallation

Aus den oben genannten Gründen solltet ihr alte Versionen von Microsoft Visual C++ Redistributable nicht deinstallieren. Dadurch können dann Programme nicht mehr funktionieren oder abstürzen sowie DLL-Fehler angezeigt werden, siehe: MSVCP140.dll fehlt – So behebt ihr den Fehler (auch VCRUNTIME140.dll).

Die Redistributable-Einträge werden also für eine lange Zeit in der Programm-Liste bleiben, denn: Wenn ein Programm deinstalliert wird, löscht es die zugehörige Redistributable-Version nicht mit. Das liegt daran, weil es nicht wissen kann, ob nicht vielleicht eine andere Software das Redistributable-Package benötigt.

In der Regel benötigen die Software-Versionen der „Microsoft Visuall C++ Redistributable“ auch nicht viel Speicherplatz. Die Einträge lassen sich also verkraften. Falls ihr sie trotzdem deinstallieren wollt, macht vorher auf jeden Fall ein Backup von Windows.