Android: Task-Killer schaden mehr, als sie nutzen

Martin Malischek 19

Seit geraumer Zeit gibt es für Android-Smartphones viele Task-Manager. Damit hält sich der Glaube, dass viel freier Arbeitsspeicher bei Android von Vorteil ist. Jedoch erhöht dieser den Akkuverbrauch und die Apps zur Arbeitsspeicher-Freigabe verlangsamen das System, anstatt es zu optimieren.

Android: Task-Killer schaden mehr, als sie nutzen
Zum Thema: Antivrus für Android: Braucht man das wirklich?

Die meisten Android-Nutzer kommen wohl nicht aus dem Apple-, sondern aus dem Windows-Universum. Bei einem Desktop-Computer sollte der RAM so leer wie möglich sein und unnötige Anwendungen geschlossen werden, damit das System schnell und flüssig läuft.

Viele übertragen dieses Wissen auch auf ihr Android-Smartphone und legen sich einen Task-Manager zu, der regelmäßig den Arbeitsspeicher leert. Wir erklären euch, warum das genau der falsche Weg ist, um euer Mobilgerät mit dem Suchmaschinenbetriebssystem auf Trab zu halten.

Task-Killer: Android basiert auf Linux, nicht Windows!

Android baut stark auf das Linux-Betriebssystem auf und bedient sich auch am Speicherverwaltungs-Management des Open-Source-Betriebssytems. Dieses sorgt dafür, dass Apps, welche lange Zeit nicht gebraucht werden, aus dem Arbeitsspeicher fliegen.

Hierbei folgt das Arbeitsspeichermanagement von Android drei Grundsätzen bei der Frage, welche Anwendungen zuerst beendet werden:

  1. Anwendungen im Hintergrund, die lange nicht mehr genutzt wurden
  2. Services, die lange nicht mehr in Anspruch genommen wurden
  3. Teile einer aktiven App, die nicht genutzt werden

Ein voller Arbeitsspeicher unter Android ist also eher schlecht als recht. Denn solange hier eine Vielzahl an Anwendungsdaten temporär gelagert werden, lassen sich die dazugehörigen Apps auch wieder schnell öffnen. Das Android-System vergibt hierbei solange Arbeitsspeicher, bis keiner mehr verfügbar ist.

Jedoch sollte der Nutzer auch in diesem Fall nicht eingreifen. Das auf Android setzende System und das dazugehörige Arbeitsspeicher-Management wiegt ab, welcher Teil oder welche App zu viel RAM in Anspruch nimmt und beendet sie.

Bilderstrecke starten
6 Bilder
In 6 Schritten „Ok Google“ deaktivieren oder aktivieren.

Arbeitsspeicher leeren Android: App-Rückstände von Task-Managern

Wenn der Nutzer Apps nicht eigenmächtig beendet, sondern das Android-System über den Arbeitsspeicher walten lässt, wird der Anwendung beim Schließen durch das System die Möglichkeit gegeben, ein Abbild des aktuellen Zustands zu erstellen. So wird der Nutzer nicht verschreckt, wenn er eine App unwissentlich neu startet und plötzlich auf dem Hauptbildschirm landet, obwohl der letzte Bildschirm ein ganz anderer war.

Genau hier liegt auch das Problem an Task-Managern: Apps speichern für diesen Vorgang kurzzeitig ihre Daten im Arbeitsspeicher, diese werden teilweise beim Beenden der jeweiligen App nicht entfernt und verbleiben dort sozusagen als „Datenmüll“.

Außerdem versucht Android sofort wieder den Arbeitsspeicher zu füllen, sobald genügend freier Platz vorhanden ist. Durch das erneute Auslagern und den eventuellen Neustart der beendeten Apps kann der Akkuverbrauch zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen und die Leistung des Android-Smartphones negativ beeinträchtigt werden.

Wie ihr euer Smartphone ohne den Akkuverbrauch zu erhöhen trotzdem optimieren könnt, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Weitere Themen

Neue Artikel von GIGA ANDROID

* Werbung