Was ist Creepypasta? - Die Gruselgeschichten aus den tiefen des Internets

Thomas Kolkmann

Die einen lieben sie, die anderen hassen sie: Gruselgeschichten. Die Horror- und Gespenstergeschichten, die in Internet-Foren weitergereicht und -gesponnen werden oder sich teilweise noch tief im Netz verborgen halten nennt man Creepypasta, sozusagen Gruselgeschichten 2.0. Aber was genau macht eine Creepypasta aus, woher kommt der Begriff und womit befasst sich so eine moderne Gruselgeschichte?

Menschen haben sich bereits in der Antike Geschichten mit angsteinflößenden Inhalten und übernatürlichen Ereignissen erzählt, wobei früher wohl weniger der Unterhaltungsfaktor sondern eher der Informationscharakter im Vordergrund gestanden hat: Damals waren die meisten Erzähler solcher Geschichten von der Wahrhaftigkeit der Geschichte überzeugt. Als erste moderne Gespenstergeschichte gillt das Pamphlet The Apparition of Mrs. Veal von aus dem frühen 18. Jahrhundert.

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Creepypasta - Begriffserklärung

Der Begriff Creepypasta setzt sich aus den englischen Wörtern „creepy“ (dt. gruselig) und dem Begriff „Copypasta“, welcher häufig kopierte Texte beschreibt die per Copy & Paste (dt. kopieren & einfügen) immer und immer wieder auf verschiedenen Seiten und in verschiedenen Foren veröffentlicht werden, zusammen.

Passend zur Verbreitung der Internet-Gruselgeschichten, befassen sich Creepypastas größtenteils mit modernen Themen wie verfluchten Internetseiten und Computerdateien, von Geistern toter Spieler besessene Videospiele, verlorenen Folgen von Serien mit seltsamen Inhalten, mysteriösen Musikstücken, die zum Selbstmord animieren oder wissenschaftlichen Experimenten.

Zu den Klassikern unter den Videospiel-Creepypastas gehört ganz klar die Geschichten über Ben Drowned: Einem ertrunkenen Jungen, dessen Geist sein altes Majora’s-Mask-Modul besessen hat und so Kontakt mit dem neuen Besitzer aufnimmt. Ebenfalls sehr bekannt sind die Legenden um die japanischen Editionen von Pokémon Rot und Grün. Hier soll das - eh schon gruselige - Lied der Stadt Lavandia (engl. Lavender-Town) bei der ersten veröffentlichten Version bestimmte Töne enthalten haben, die bis zu 200 japanische Kinder in den Selbstmord getrieben haben sollen.

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Creepypasta - Nur ein Internetphänomen?

Zwar sind Creepypastas ein klares Internetphänomen, aber die Bekanntheit und Verbreitung wächst stetig. Eine große Menge an englischen Creepypastas wurden bereits ins Deutsche und viele weitere Sprachen übersetzt. Und wie bei den Urban Legends werden viele Geschichten auch außerhalb des Internets weitergetragen und verbreitet.

So gibt es bereits Sammelbände mit ausgewählten zu kaufen und auch einige kreative Köpfe wurden durch die oft von Laien geschrieben Foren-Schocker inspiriert. So enthält das Artbook creepythread beispielsweise illustrierte Creepypastas von über 30 verschiedenen Künstlern. Und auch auf Videoplattformen wie YouTube oder Vimeo findet man immer wieder Kurzfilme, die von den Internet-Gruselgeschichten inspieriert wurden.
Bildquellen: Jakub Krechowicz

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