Bluetooth-Keyboard Logitech Craft im Test: Tastenbrett mit groben Schnitzern

Sebastian Trepesch 3

Die Qualität von Logitech-Produkten fällt unseren Erfahrungen nach sehr unterschiedlich aus. Die Tastatur Logitech Craft, mit einem charakteristischen Drehrad, wirkt auf den ersten Blick sehr gut. Überzeugt sie im Test? Und kann das Drehrad als Ersatz für die Touchbar dienen?

Logitech Craft ist in erster Linie eine Tastatur für Macs und Windows-PCs. Bis zu drei Geräte mit unterschiedlichen Betriebssystemen lassen sich koppeln und mit einer Taste aufrufen. Da bietet es sich an, auch das Android-Smartphone oder iPad zu verbinden. Bei einer eintreffenden WhatsApp-Nachricht kann so über das Keyboard geantwortet werden – praktisch!

Charakteristisch ist aber vor allem das Drehrad links oben. Darüber kann man je nach aktivem Programm zum Beispiel die Lautstärke des Rechners steuern, die Tabs im Browser wechseln oder den Zeitstrahl in der Videobearbeitung durchscrollen.

Logitech Craft im Test: Unsere Bewertung

Auf der Craft tippt es sich vorzüglich, sogar etwas besser als auf dem Apple Wireless Keyboard (also dem mit Batteriefach). Auch das Tastengeräusch ist angenehmer – entscheidend zum Beispiel für ein Großraumredaktionsbüro …

Auch an sinnvollen Funktionen mangelt es der Tastatur nicht: Touch-sensitives Drehrad, konfigurierbare Funktionstasten, Nummernpad, Steuerung dreier Geräte, Hintergrundbeleuchtung mit Umgebungslichterkennung und trotzdem ein tagelang haltender Akku.

Im Detail hapert es allerdings gewaltig: (noch) zu wenig wichtige Einsatzmöglichkeiten für das Drehrad, die Anpassung über die Software sorgt für Kopfzerbrechen. Wer kräftig in die Tasten haut, wird merken, dass die Tastatur in der Mitte nachgibt. Wer sanft hinlangt, bei dem könnte die Leertaste quietschen. In der Preisklasse darf so etwas nicht vorkommen.

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Logitech Craft: Testwertung

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Ein paar Hardware- und Softwaremängel verhageln dem eigentlich sehr guten Produkt die Note: Gesamtwertung 65 Prozent.

Logitech Craft im Test: Das hat uns außerdem gut gefallen

  • Schreiben ist sehr angenehm, zudem liegt die Logitech Craft dank gummierter Füßen und hohem Gewicht rutschfrei auf dem Schreibtisch.
  • Es gibt sehr sinnvolle Einsatzmöglichkeiten für das Drehrad. Über Software und Presets läuft die Kommunikation mit den einzelnen Apps. Vor allem für Adobe-Programme gibt es Unterstützung. Das Drehrad ist eine gute Idee, die sich als interessantes Gegenstück zu Apples Touchbar etablieren könnte. (Aktuell klappt das noch nicht, siehe Nachteile im Folgenden.)
  • Komfortables Koppeln auch mit Smartphones, schnelles Umschalten zu einem anderen Gerät.
  • Kabellos und trotzdem mit Hintergrundbeleuchtung.
  • Vernünftiger Hardware-Schieber zum Ausschalten.

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Das hat uns weniger gut gefallen

  • Das Installieren der Logitech Craft mit dem passenden Tastaturlayout gelang dem Kollegen mit Windows-Rechner nur mit Mühen.
  • Die alternative Tastaturbelegung ist zu großen Teilen für Windows gedacht, was Mac-Nutzer irritieren könnte (auf Apple-Tastaturen gibt es allerdings auch keine Beschriftung für die betreffenden Sonderzeichen).
  • Für das Drehrad gibt es aktuell nur wenige Einsatzmöglichkeiten. Selbst wer Adobe-Software nutzt, gelangt spätestens bei Adobe After Effects an die Grenzen der Unterstützung.
  • In Verbindung mit Adobe Premiere auf einem Windows-Rechner blieb auf unserer Testumgebung das Drehrad nicht zuverlässig im Bedienmodus.
  • Die Leertaste unseres Testexemplars quietschte, sofern man nicht kräftig in die Tasten haut. Auch von einem Quietschen.
  • Der Gummifuß vorne in der Mitte ist etwas kürzer als der an den Seiten. Deshalb gibt die Tastatur bei festem Druck etwas nach.
  • Und ein Druckfehler hat sich eingeschlichen: Auf dem Nummernpad zeigt ein Pfeil in die falsche Richtung.

Zusammen mit dem Keyboard vertreibt der Hersteller (nur für Rechtshänder) den . Nicht besonders konsequent: Der Mausersatz wird per Micro-USB geladen, das Keyboard über USB C. Logitech scheint ein paar Schwierigkeiten in Sachen Abstimmung und Qualitätskontrolle zu haben.

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