Wer hätte denn damit gerechnet, Apples kleine „Schlüsselfinder“ entpuppen sich als Verkaufserfolg für den iPhone-Hersteller. Doch so nützlich die AirTags auch sind, voll ausgereift sind sie noch lange nicht. Ich wünsche mir von Apple noch zahlreiche Verbesserungen für den Tracker.

 

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Facts 

Marktforscher fanden kürzlich heraus: Über 60 Prozent der iPhone- und iPad-Nutzer wollen doch tatsächlich einen oder mehrere AirTags kaufen. Die hohe Nachfrage zeigt sich derzeit auch bei den Lieferfristen, wer nämlich das kostengünstige Viererpack haben möchte, wartet sowohl bei Apple als auch bei Amazon wochenlang, etwas mehr Erfolg könnte man bei Saturn haben (119 Euro), vorausgesetzt die Verfügbarkeitsangaben stimmen. Doch mir persönlich fehlt da noch die eine oder andere Funktion zur Perfektion.

AirTags: Familienfreigabe von Apple gewünscht

Insbesondere die derzeit noch fehlende Familienfreigabe stört, denn ein AirTag ist immer nur mit einer Nutzerin oder einem Nutzer verbunden, die Position kann nicht mit mehreren Personen geteilt werden. Ein Störfaktor in Familien und Wohngemeinschaften. Bestes Beispiel: die Autoschlüssel. Wird die Familienkutsche beziehungsweise der Autoschlüssel mit der Verwandtschaft oder Mitbewohnern geteilt, müsste jeder Nutzer theoretisch einen eigenen AirTag dranhängen – sieht blöd aus und ist total unpraktisch. Wenn man jedoch die Position eines AirTags mit mehreren Personen teilen könnte, gibt's das Problem nicht mehr.

Derselben Meinung wie ich ist auch der Kollege Parker Ortolani von 9to5Mac, der eine mögliche Familienfreigabe gleich mal als neues Interface-Design skizziert. Seine Überlegung fasst er in folgende Worte:

„Wenn ein AirTag mit dir geteilt wird, kann dies vorübergehend oder dauerhaft geschehen, ähnlich wie du den Standort deines iPhones in „Wo ist?“ oder den Nachrichten teilen kannst. Freigegebene AirTags könnten direkt in der Liste deiner Objekte angezeigt werden, mit einem klaren Hinweis, dass sie entweder mit dir geteilt werden oder ob du sie mit anderen Personen teilst.“

Klingt für mich absolut nachvollziehbar und logisch. Warum nur ist da Apple noch nicht selbst darauf gekommen? Für Ortolani und auch für mich ist die fehlende Familienfreigabe der AirTags der derzeit größte Kritikpunkt an Apples Schlüsselfinder.

Bild: Parker Ortolani.

Wunsch-Features: Widgets und App für die Apple Watch

Wenn wir schon mal bei Verbesserungsvorschlägen für Apples AirTags sind, Ortolani hat da noch zwei weitere, interessante Ideen. Weniger dringend, dennoch kann und möchte ich diese nicht unerwähnt lassen – meine Unterschrift hätte er schon mal. Zum Beispiel wären da noch Widgets für den Homescreen des iPhones. So hätte man wichtige und wohl nicht minder teure Dinge ständig im Blick und muss sich nicht sorgen.

Bild: Parker Ortolani.

Was noch fehlt? Ein Update für die Apple Watch und der passenden App „Wo ist?“. Die aktuelle Version dient nämlich derzeit nur dazu, Personen zu finden, die ihren Standort teilen. Alternativ könnte Apple aber für die AirTags dann gleich eine weitere App entwickeln: „Gegenstände finden“!

Bild: Parker Ortolani.

Erwähnenswert: Die Apple Watch Series 6 verfügt über den U1-Chip und könnte so auch eigenständig als präziser „Spürhund“ fungieren. Wer weiß, vielleicht arbeitet Apple schon an solch einer App. Meiner Meinung nach ist dies mehr als nachvollziehbar. Eventuell zeigt uns der Hersteller auf der WWDC (Apples Entwicklerkonferenz) am 7. Juni dann schon mehr – Daumen drücken.

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen stellen ausschließlich die Ansichten des Autors dar und sind nicht notwendigerweise Standpunkt der gesamten GIGA-Redaktion.