Was nur hat Disney+ der Konkurrenz von Netflix, Amazon Prime und Co. voraus? Deutlich wurde der Vorsprung des Streaming-Anbieters jetzt an einem augenöffnenden Beispiel. Interessant genug, Thema meiner aktuellen Ausgabe der GIGA-Wochenendkolumne zu werden. Neugierig?

 

Disney+

Facts 

Eifrige Leser der Wochenendkolumne auf GIGA werden noch wissen, dass ich vor wenigen Wochen einen dritten Streaming-Anbieter in mein heimisches Portfolio aufnahm. Zu Netflix und Amazon Prime Video gesellte sich Disney+ hinzu. Der Grund lag weniger in den leicht süßen und kitschigen Zeichentrickfilmen, sondern eher im wachsenden Angebot der zu Disney gehörenden Marvel Studios.

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Disney+ ist jetzt Heimstätte der „echten“ Marvel-Serien

In den letzten Jahren baute man sich bei Marvel ein Milliardenschweres Kinouniversum auf – das MCU (Marvel Cinematic Universe) ist beispiellos in der Geschichte. Vergleiche lassen sich kaum und wenn dann maximal mit der Welt von Star Wars ziehen. Letzteres bekanntlich ja auch im Besitz der Micky-Maus-Firma. Im Fernsehen jedoch verliefen die Versuche bisher eher zaghaft und waren alles andere als von Erfolg gekrönt. Da gab es beispielsweise die hauseigenen, aber nicht von Marvel selbst produzierten Serien, die in den Staaten auf ABC liefen, oder aber Lizenzwerke auf Netflix (Daredevil und Co.). Die waren zwar nicht unbedingt schlecht, aber ihnen fehlte etwas – eine glaubwürdige Verbindung zum MCU aus dem Kino. Die Erklärung hierfür ist einfach: Kevin Feige – das Mastermind bei Marvel – interessierte sich nicht dafür und war auch nicht weiter involviert. Entsprechend isoliert waren die Showrunner der bisherigen TV-Experimente.

Läuft seit Freitag nur auf Disney+, der neueste Hit von Marvel:

The Falcon and The Winter Soldier: Der Trailer

Ein bedauernswerter Umstand, der dieses Jahr nun auf eindrucksvolle Weise korrigiert wurde und wird, denn die Marvel Studios greifen zum „Infinity Gauntlet“ und nehmen die Dinge jetzt selbst in die Hand – wer meine kleine Anspielung nicht versteht, einfach noch mal den Abspann von „Avengers: Age of Ultron“ ansehen.

Ab sofort gibt's Serien direkt von den Marvel Studios. Den Anfang machte „WandaVision“, diese Woche startete noch „The Falcon and the Winter Soldier“, weitere folgen noch im Laufe des Jahres. Geschichten, die eben nicht losgelöst sind von den Kinofilmen, sondern für ein vergangenes und zukünftiges Verständnis dieser zwingend notwendig sind. Produziert wird mit Mega-Budget auf Kinoniveau. Eigentlich sind es auch Kinofilme, die eben nur in Kapiteln, also Episoden aufgeteilt sind. Keine klassische Soap Opera, sondern Werke, die für sich stehen, dennoch Bindeglied zum Kinouniversum sind. Letzteres nimmt wieder Bezug auf die Serien – gab es so noch nicht.

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

Mega-Vorteil: Disney+ schafft allein den perfekten Kreislauf von Kino und TV

Du willst wissen, wie die Geschichte weitergeht? Geh ins Kino (wenn natürlich wieder möglich) beziehungsweise hol dir ein VIP-Ticket für die Disney+-Premiere. Du kommst aus dem Kino und willst dranbleiben? Hol dir Disney+ und schau dir die Serien an. Ein perfekter Kreislauf, zukünftig lässt sich gar nicht einfacher Geld verdienen. WandaVision beispielsweise dient als Bindeglied zu „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ (im März 2022 in den Kinos) und auch zu „Captain Marvel 2“ (im November 2022 in den Kinos). Eventuell auch noch zu „Spider-Man: No Way Home“ (im Dezember schon zu sehen) und dann wohl ebenfalls zur Disney+-Serie „Secret Invasion“ in weiterer Zukunft.

Exakt dieser Vorteil ist es, den momentan Disney exklusiv hält. Netflix? Die haben zwar gute Serien, finden im Kino aber nicht statt. Amazon? Vergiss es, die haben sich zwar „Lord of the Rings“ als Serie gesichert, aber dies wird eher ein Reboot. Aktuell gibt's da nichts Vergleichbares, der Neid der Konkurrenz ist förmlich spürbar. Disney+ hat sich jetzt schon den goldenen Gral gepackt, Kino und Streaming als ewig verbundene Geldmaschine.

Glückwunsch, du kleine Micky Maus!

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen stellen ausschließlich die Ansichten des Autors dar und sind nicht notwendigerweise Standpunkt der gesamten GIGA-Redaktion.